Vier Fünftel der deutschen Unternehmen beschäftigen externe Mitarbeiter

Deutsche Firmen setzen häufig auf externe Mitarbeiter. Gleichzeitig befürchten die Beschäftigten, überflüssig zu werden so die Studie Workforce 2020.

Zahlreiche deutsche Unternehmen beschäftigen zunehmend externe Mitarbeiter, Teilzeit- oder Saisonkräfte und Berater. Das ergab die Studie Workforce 2020, die das Forschungsinstitut Oxford Economics in Zusammenarbeit mit SAP erhoben hat. Demnach nutzen 79 Prozent der deutschen Unternehmen die Dienste externer Mitarbeiter immer stärker. Global sind es nur 41 Prozent. Ebenso überraschend: Viele Unternehmen sind sich der Erwartungshaltung ihrer Mitarbeiter nicht bewusst. Auch die zunehmende Relevanz neuer Technologien trifft viele Firmen unvorbereitet.

„Die sich wandelnden Anforderungen der Belegschaften sind heute eine der größten Herausforderungen für Unternehmen“, sagt Wolfgang Faßnacht, SAP-Personalchef für Deutschland. „Die in Deutschland durchgeführten Befragungen zeigen, dass die hiesigen Unternehmen vor allem Themen wie Weiterbildung, speziell im Bereich Technologie; die sich verändernden Erwartungen ihrer Mitarbeiter sowie der Förderung künftiger Führungskräfte bewegt.“

Weniger als 40 Prozent sind mit dem Arbeitsplatz zufrieden

Entscheidendes Merkmal für eine attraktive Arbeitsstelle ist laut Workforce 2020 für drei Viertel der Befragten ein wettbewerbsfähiges Gehalt, das jedoch nur die Hälfte der Arbeitgeber bietet. Die hohe Bedeutung des Gehalts zeigt sich auch in der Furcht vieler Mitarbeiter vor finanziellen Rückschritten, weil ihre Qualifikation nicht mehr gefragt ist oder neue Technologien sie überfordern. „Überflüssig zu werden“ bewegt die Mitarbeiter doppelt so stark wie die Angst vor Entlassung. Nur 39 Prozent der befragten Mitarbeiter in Deutschland sind mit ihrem Arbeitsplatz zufrieden oder sehr zufrieden.

Wunsch und Wirklichkeit: Firmen vernachlässigen Mitarbeiterentwicklung

Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der befragten Führungskräfte gibt an, dass ihr Unternehmen in zusätzliche Schulungsprogramme investiert. Die dafür erforderliche technologische und organisatorische Struktur ist jedoch vielfach noch nicht vorhanden. Kein Wunder also, dass weniger als die Hälfte der befragten Mitarbeiter im Unternehmen Schulungen in neuen Technologien erhalten.

Lediglich 41 Prozent der Mitarbeiter glauben, dass die Personalabteilung ihre Qualifikationen richtig einschätzen und beurteilen kann. Dazu passt, dass nur 38 Prozent der Führungskräfte sagen, dass sie anhand entsprechender Daten die berufliche Qualifikation ihrer Mitarbeiter kennen. Angesichts dieser Einschätzung überrascht es allerdings, dass immerhin 46 Prozent angeben, zur Weiterentwicklung ihrer Mitarbeiter messbare Indikatoren und Benchmarking-Methoden zu verwenden.

Über die Studie Workforce 2020

Die Untersuchung des Forschungsinstituts Oxford Economics mit Unterstützung von SAP fand bei mehr als 5.400 Arbeitgebern und Arbeitnehmern in 27 Ländern statt. In Deutschland wurden über 200 Mitarbeiter und Führungskräfte aus verschiedenen Branchen befragt. Dabei zeigte sich: Die Bedeutung von Themen wie Internationalisierung, Diversität der Belegschaft und Mobilität wird von den meisten Personalverantwortlichen erkannt. Was fehlt, sind die richtigen Schlüsse – sie wurden bislang nur von gut einem Drittel (34 Prozent) der hierzulande befragten Entscheider gezogen.

Mehr über die Ergebnisse von Workforce 2020 erfahren Interessenten auf www.sap.de/zukunft-der-arbeit.

Über den Autor:

Uwe Küll ist freier Journalist in München.

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