eco Datacenter Expert Group stellt Marktübersicht für DCIM-Lösungen vor

Der eco-Verband stellt seinen ersten DCIM-Marktüberblick vor und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: DCIM ist nicht gleich DCIM.

Auf dem heute in Nürnberg stattfindenden ecoTrialog stellt die Datacenter Expert Group des eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. ihren ersten Marktüberblick zu DCIM-Lösungen (Data Center Infrastructure Management) vor. Damit soll Data-Center-Betreibern, so Bela Waldhauser, CEO der Telehouse Deutschland GmbH im Vorwort, eine „praxisnahe Hilfestellung“ bei der Suche nach der besten DCIM-Lösung geboten werden.

Herzstück des Überblicks ist eine fast 100 Seiten lange Auflistung der von den insgesamt 60 untersuchten Anbietern unterstützten Funktionen und DCIM-Module. Die DCIM-Anbieter mussten zu diesem Zweck einen Fragebogen mit allgemeinen Informationen, Produktmerkmalen, Partner-Integration, technischen Details und Preisinformationen ausfüllen.

Allerdings, so Studienautorin Monika Graß aus der Datacenter Expert Group in ihrem Vorwort, sei der Marktüberblick aufgrund der zufälligen Auswahl der Anbieter „weder abschließend noch vollständig“. In einem zweiten Teil gibt der Marktüberblick in Form von Interviews die Erfahrungen ausgewählter Unternehmen wie der arvato Systems GmbH, der IPHH Internet Port Hamburg GmbH oder der noris network AG mit Implementation und Betrieb von DCIM-Lösungen wieder.

Unterschiedliches Verständnis von DCIM erschwert den Vergleich

Schon bei der Vorstellung erster Vorab-Ergebnisse auf der Datacentres Europe 2014 (DCE 2014, ab dem nächsten Jahr als Data Cloud World Congress fortgeführt) Ende Mai in Monaco betonte Monica Graß, wie schwierig aufgrund des unterschiedlichen Verständnisses von Data Center Infrastructure Management ein Vergleich der DCIM-Anbieter sei. Dieser Eindruck verstärkt sich bei einem genaueren Blick auf den Vergleich der einzelnen Anbieter in dem jetzt final veröffentlichten Marktüberblick.

Gemäß der Zielsetzung von Data Center Infrastructure Management bieten zwar fast alle aufgeführten DCIM-Lösungen ein zentrales Asset-Management von Applikationen sowie von IT- und Facility-Ressourcen. Da aber alle Anbieter ein unterschiedliches Verständnis von DCIM zugrunde legen und dementsprechend auch in unterschiedlichem Umfang IT- und Facility-Ressourcen integrieren, lässt sich mit diesem Ergebnis trotzdem kein aussagekräftiger Vergleich zwischen den Anbietern vornehmen.

Der Markt für DCIM-Lösungen ist offenbar zu stark fragmentiert und das Verständnis von Data Center Infrastructure Management sowohl auf Anbieter- als auch auf Kundenseite zu unterschiedlich. Oder, wie es die Autoren ausdrücken: „Jeder Anbieter hat seine eigene Definition für die Module; daher ist es nicht möglich, diese direkt zu vergleichen.“ Eine qualitative statt quantitative Analysemethode hätte vielleicht bessere Vergleichsmöglichkeiten geschaffen.

Das Fazit des Marktüberblicks lässt sich in dem kurzen Satz des Titels zusammenfassen: DCIM ist nicht gleich DCIM. Allerdings, so Monika Graß auf der DCE 2014, sei der DCIM-Markt gerade erst den Babyschuhen entwachsen, erste Standardisierungs- und Angleichungsprozesse seien bereits zu beobachten. Damit dürften in Zukunft auch bessere Vergleichsmöglichkeiten entstehen. Der Marktüberblick steht auf den Seiten der Datacenter Expert Group zum Download zur Verfügung stehen.

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