VMware-Profis bejubeln Ende des vRAM-Preismodells

Die Abschaffung des viel gescholtenen Lizenzmodells hat bei den Kunden eine wahren Jubelsturm hervorgerufen und soll die Kritiker verstummen lassen

VMware-Profis bejubeln Ende des vRAM-Preismodells

Inoffiziellen Quellen zufolge wird Virtualisierungs-Spezialist VMware nächste Woche im Rahmen des Marktstarts von vSphere 5.1 auf der Konferenz VMworld 2012 die Abschaffung seines viel gescholtenen vRAM-Lizenzmodells verkünden. Diese Nachricht dürfte Musik in den Ohren vieler Administratoren sein. Das Virtualisierungs-Unternehmen hatte letzten Sommer zum Start von vSphere 5 ein Preismodell auf Basis des virtuellen RAM (vRAM) eingeführt, wird nun aber zur CPU-basierten Lizenzierung zurückkehren.

„Viele Leuten hat es gereicht, als VMware die vRAM-Gebühr eingeführt hat“, so Bill Hill, ein leitender Ingenieur im öffentlichen Sektor. „Die Rückkehr zur CPU-basierten Lizenzierung würde es VMware-Käufern ermöglichen, wieder die frühere Speicherdichte zu erreichen.“

Die kurzlebige Lizenzpolitik für Virtuelle Maschinen (VMs) gestattete ursprünglich für die Lizenzstufen vSphere 5 Standard, Essentials und Essentials Plus bis zu 24 GB RAM pro Lizenz, für vSphere 5 Enterprise bis zu 32 GB pro Lizenz und 48 GB pro Lizenz für vSphere 5 Enterprise Plus. Falls die genutzte Anzahl der Virtuellen Maschinen in einem Pool von ESX-Hosts mehr vRAM verbrauchte, als die Lizenzen für diesen Host gestatteten, war der Anwender gezwungen, weitere Lizenzen zu kaufen.

Infolge des starken negativen Echos seitens seiner Kunden erhöhte VMware die vRAM-Grenzen pro Lizenz dann auf 32 GB für Standard, Essentials und Essentials Plus, 64 GB für Enterprise und 96 GB für Enterprise Plus. Diese Änderung milderte die allgemeine Wut etwas. Frustrierte VMware-Käufer sahen aber seitdem Microsofts Hyper-V 3.0 „als weitere Option an, weil sie einfach keinen Aufschlag für zusätzlichen Speicher zahlen mussten“, sagt eine Person mit direktem Wissen über die Lizenzänderung, die anonym bleiben möchte.

„Einige meiner Kunden wechseln einzig und allein deshalb zu Hyper-V, weil sie einen Aufpreis für vSphere zahlen müssen, ohne einen entsprechenden Gegenwert dafür zu erhalten“, sagt Marcel van den Berg, Virtualisierungsberater aus den Niederlanden. „Ich bin sehr froh, dass diese schlechte Idee namens vRAM vom Tisch ist, und wenn man sich die Reaktionen auf Twitter anschaut, dürfte das auch für den Rest der VMware-Welt gelten.“

Der Wechsel zurück zum Modell der Lizenzierung pro CPU würde eines von Microsofts wichtigsten Verkaufsargumenten für Hyper-V entkräften, findet Christian Mohn, Senior Infrastructure Consultant der in Norwegen ansässigen EVRY Consulting. Es bleibt abzuwarten, was mit jenen VMware-Kunden passiert, die zur Einhaltung der Vertragsbedingungen zusätzliche CPU-Lizenzen erworben haben oder auf eine höhere Lizenzstufe gewechselt sind.

vCloud im Paket, vSphere Replication wird entbündelt

Nach inoffiziellen Informationen plant VMware zudem, ein neues Paket seiner Produkte als eigenständigen Artikel zu bündeln, um die Verbreitung der vCloud-Produktlinie voranzutreiben. Das Paket, vCloud Suite genannt, wird VMwares Site Recovery Manager, vFabric Application Director, vCenter Operations, vCloud Director und vSphere enthalten.

Der Preis, zu dem das neue Angebot auf den Markt kommt, stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest; informierte Kreise sprechen jedoch davon, dass das Paket für die aktuelle Anwenderschaft von Enterprise Plus „deutlich vergünstigt“ sein wird.

An anderer Stelle im VMware-Portfolio werden zwei Produkte entbündelt: vSphere Replication werde künftig auch ohne Site Recovery Manager erhältlich sein, hieß es. Die offizielle Bekanntgabe soll ebenfalls nächste Woche erfolgen. „Das würde das Alleinstellungsmerkmal für den Verkauf von Hyper-V Replica beseitigen“, sagt dazu van den Berg.

Von VMware war zunächst keine Stellungnahme erhältlich.

Beth Pariseau ist Senior News Writer für SearchCloudComputing.com und SearchServerVirtualization.com. Schreiben Sie ihr unter bpariseau@techtarget.com oder folgen Sie PariseauTT auf Twitter.

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