Trend zu Daten-Management-Plattformen ist ungebrochen

Die Bündelung verschiedener Daten-Management-Aufgaben in Daten-Management-Plattformen ist ein schon länger zu beobachtender Trend im Markt.

Die Bündelung verschiedener Daten-Management-Aufgaben in Daten-Management-Plattformen ist ein schon länger zu beobachtender Trend im Markt. Als Plattform kann man hier eine Sammlung verschiedener Werkzeuge, Algorithmen oder Technologien verstehen, die auf gemeinsame Basis-Services zurückgreifen, zum Beispiel eine Workflow-Steuerung, Datenzugriffsmechanismen etc.

Es sind überwiegend Technologien für Datenintegration und Datenqualitäts-Management aber auch Datenspeicherung, die in den letzten Jahren zu Plattformen zusammengeführt wurden. Teils durch Weiterentwicklung der Werkzeuge aus einem Bereich, häufig aber auch durch Übernahmen anderer Anbieter und ihrer Lösungen. Dieser Trend begann 2002, als der Datenintegrationsspezialist Ascential (2005 von IBM gekauft) die Datenqualitätsspezialisten Vality und MetaGenix übernahm. Viele weitere Konsolidierungen dieser Art waren in den Folgejahren zu verzeichnen, unter anderem übernahm Group1 die Firma Sagent, Trillium kaufte Avellino, Informatica schluckte Similarity und Business Objects verleibte sich First Logic und Fuzzy Informatik ein. Die Entwicklung hält an: Erst kürzlich stellte der größte deutsche Spezialist für Datenqualitätslösungen, die Pforzheimer Uniserv AG, die Erweiterung seiner Produktpalette um Datenintegrationsmöglichkeiten (von Talend) vor.

Der Nutzen von Daten-Management-Plattformen für den Anwender liegt in der Reduktion der Anzahl an Anbieter und (bei gelungener Integration) auch an Werkzeugen für die unterschiedlichen Daten-Management-Aufgaben. Dies hat Vorteile bei Lizenzkosten, Wartungsgebühren, Einarbeitungs-/Schulungsaufwänden und Kosten der Unterhaltung von Schnittstellen zwischen Systemen. Häufig erwähnt sind Verkürzungen von Entwicklungszeiten durch eine aufgabenübergreifende Wiederverwendbarkeit von bspw. DQ-Regeln aus der Datenanalyse in der Bereinigung oder dem ETL-Job. Mehr Transparenz und eine bessere Nachvollziehbarkeit gewährleistet die zentrale Sicht auf fachliche und technische Zusammenhänge und Begriffe sowie für den Betrieb. Erst kürzlich wies die Studie „Next Generation Data Integration“ (TDWI 2011) die Bündelung von Technologien mehrere Anbieter in einer Plattform als Hauptgrund für den Wechsel von Datenintegrationswerkzeugen aus – was noch einmal zeigt, dass dieses Thema für Anwender einen hohen Stellenwert hat und tatsächlich Kaufentscheidungen beeinflußt.

Über den Autor:

Dr. Carsten Bange ist geschäftsführender Gesellschafter des Business Application Research Centers (BARC). Er ist seit mehr als 10 Jahren für nationale und internationale Unternehmen verschiedenster Branchen und Größen im Rahmen der Strategie- und Architekturberatung, Werkzeugauswahl und Qualitätssicherung in Business-Intelligence- und Daten-Management-Projekten tätig. Als neutraler Beobachter des Softwaremarktes ist er ein häufiger Redner bei Tagungen und Seminaren sowie Autor zahlreicher Fachpublikationen und Marktstudien.

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