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SAP will HANA-Analytik für kleinere Unternehmen voranbringen

SAP entwickelt seine Analytik-Lösungen auf Basis von HANA weiter, um auch in kleineren und mittleren Unternehmen Effizienz und Performance zu steigern

SAP macht seine Anwendungen für Highspeed-Analytik auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) verfügbar. Dieser Schritt ist Teil einer Initiative, in naher Zukunft komplette ERP-Systeme auf HANA zu bringen. HANA ist die schnelle In-Memory Appliance von SAP.

„KMU haben in Bezug auf Daten immer noch dieselben Probleme. Die Daten werden immer mehr, sie kommen von immer mehr Quellen, und sie kommen in immer mehr Formaten“, sagt Jennifer Schulze, Leiterin Produkt-Marketing für SAP Business One. „Sie müssen immer noch herausfinden, wie sie hier entscheiden sollen.“

SAP hatte vor kurzem ein vereinfachtes, für sich stehendes Analytik-Paket auf der Grundlage von HANA für Unternehmen angekündigt, die bereits das ERP-System Business One einsetzen. Die Analytik-Anwendung, zu der auch SAP Crystal Reports gehören soll, wird derzeit produziert und soll noch in diesem Jahr allgemein verfügbar sein. SAP HANA-Analytik für Business One bringt für Kunden jetzt Analytik-Funktionen, die über das hinausgehen, was in der ERP-Suite bereits enthalten ist. Laut SAP sind das zum Beispiel zusätzliche Dashboards und Möglichkeiten zur Arbeit mit unstrukturierten Daten.

Kunden zeigen sich interessiert, zum Beispiel Hillel Sackstein, President von Virtual Graffiti, einem kalifornischen Anbieter von Sicherheitssoftware und Beratungsdiensten: Sein Unternehmen nutzt bereits SAP Business One und sei offen für die Idee, Berichte und Dashboards in Echtzeit zu verwenden, sagt er. „Das ist ausgesprochen sinnvoll. Ich werde mir das anschauen, wenn es später im Jahr herauskommt“.

Zugleich veröffentlichte SAP die Edge-Edition von SAP HANA für Midmarket-Kunden, insbesondere solche, die ihr Geschäft mit SAP All-in-One betreiben. Die Software HANA Edge ist ab sofort verfügbar und wird auch über die Channel Partner von SAP verkauft. Zu den Preisen für die neuen Produkte gab das Unternehmen noch keine genauen Informationen. Beide würden für Unternehmen mit kleineren Budgets attraktiv sein, hieß es dazu nur.

Gibt es Bedarf für HANA-Analytik in KMU?

Allerdings ist nicht jeder überzeugt davon, dass KMU In-Memory-Technologie für schnellere Analytik brauchen. „Ich finde nicht, dass sie überzeugend dargelegt haben, warum das für diese Kundenbasis einen Unterschied machen würde“, sagt Jon Reed, unabhängiger SAP-Analyst und Betreiber von JonERP.com. Er habe noch nicht viele kleine oder mittelgroße Unternehmen gesehen, die unzufrieden mit dem Tempo ihrer Software für Business Intelligence (BI) gewesen seien.

Auch Sackstein sagt, er brauche nicht unbedingt schnellere Analytik – jedenfalls noch nicht, denn sein Unternehmen nutze ja erst seit einem Jahr überhaupt Business One. „Es ist nicht so, dass wir schon eine jahrelange Geschichte damit haben“, sagt er. Er habe allerdings mit anderen Nutzern von SAP Business One gesprochen, und die hätten durchaus eine schwache Performance ihrer im ERP-System integrierten BI-Software verzeichnet. Wie der Rest der Software läuft sie auf Microsoft SQL Server.

Business One auf SAP HANA

Am interessantesten für ihn, so Sackstein, sei der Plan von SAP, nicht nur Analytik, sondern das gesamte Business One auf der In-Memory-Datenbank von SAP HANA zu betreiben. Dies ist für das kommende Jahr angekündigt. „Das bedeutet: Unternehmen, die Business One auf HANA betreiben, brauchen SQL Server nicht mehr – also auch keinen System-Administrator, der sich mit SQL Server auskennt“, sagt Sackstein. In Zukunft werde stattdessen ein Betrieb auf der SAP-eigenen Datenbank-Engine möglich.

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Allerdings fragt sich Sackstein, ob es für Kunden wie ihn wirklich leicht werden wird, auf HANA umzusteigen. Probleme könnte die Tatsache bereiten, dass sich HANA sehr deutlich von Standard-Technologien für Datenbanken unterscheidet: „Es gibt keinen Upgrade-Pfad vom aktuellen SQL Server zu HANA.“ Man könne nicht einfach entscheiden, die nächste Version von Business One mit HANA zu betreiben, eine CD damit installieren und fertig – „wahrscheinlich wird man eine komplett neue Implementierung brauchen.“

Trotz der geplanten Verlagerung auf HANA-Technologie geht Sackstein davon aus, dass SAP noch recht lange auch SQL Server unterstützen muss. Immerhin würden tausende Kunden die Anwendung in dieser Form nutzen, und viele der für Business One entwickelten Add-ons würden mit HANA wohl nicht funktionieren.

In Zukunft sollen alle ERP-Systeme auf HANA laufen

Die Entwicklung bei KMU fällt zusammen mit einer breiteren Initiative von SAP, alle ERP-Systeme in seinem Portfolio auf die In-Memory-Datenbank von HANA zu bringen. Vor kurzem hatte das Unternehmen verkündet, später in diesem Jahr die Software Business Suite auf HANA zu realisieren; vorher war dies erst für 2013 vorgesehen. „Im Prinzip wollen wir HANA für unsere gesamte Software. Das ist entscheidend für KMU ebenso wie für große Unternehmen“, sagt Schulze.

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