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Büro in München, Rechenzentrum in Frankfurt: Rackspace kommt nach Deutschland

Rackspace forciert mit einem neuen Büro sein Deutschland-Geschäft. Mitte 2017 soll auch ein deutsches Rackspace-Rechenzentrum eröffnet werden.

Bisher wurde das Deutschland-Geschäft von Rackspace von der Schweiz aus betrieben, und trotzdem liegt der Deutschland-Umsatz von Rackspace nach eigenen Angaben bereits im zweistelligen Millionenbereich. Bis 2020, so die Zielvorgabe, soll der Rackspace-Umsatz in Deutschland in den dreistelligen Bereich wachsen und Rackspace so zum größten Managed-Cloud-Provider Deutschlands machen.

Hierfür wurde gerade das neue Deutschland-Büro am Münchner Arnulfpark eingeweiht, in dem derzeit die ersten sechs Mitarbeiter der deutschen GmbH auf die zukünftigen Kollegen warten – weitere sechs Stellen seien derzeit ausgeschrieben und sollen so schnell wie möglich besetzt werden.

Deutscher Markt mit höchster Priorität

Deutschland genießt bei Rackspace derzeit höchste Priorität, so Alex Fürst, Regional Manager DACH bei Rackspace. Die Besonderheiten des eher konservativen deutschen Marktes seien bei Rackspace zwar erst spät akzeptiert worden, jetzt sei die Entscheidung für eine eigene deutsche Dependance aber gefallen. Immerhin handele es sich bei Deutschland um den größten IT-Markt der EU und auch der Brexit wird von Alex Fürst als einer der Gründe für das neue Deutschland-Büro genannt.

Für den Standort München sprach dann wiederum die Nähe zu Microsoft, VMware und Amazon. Zu allen drei Unternehmen unterhält Rackspace enge Geschäftsbeziehungen und bietet deren Dienste als Managed-Cloud-Service in eigenen Rechenzentren an. Zusätzlich zum neuen Deutschland-Büro soll Rackspace-Kunden ab Mitte 2017 auch ein eigenes Rechenzentrum in Frankfurt zur Verfügung stehen. Damit trägt Rackspace dem Wunsch vieler deutscher Kunden Rechnung, ihre Daten und Services in einem Data Center zu speichern, das deutscher Rechtsprechung unterliegt.

Derzeit unterhält Rackspace weltweit elf Rechenzentren, davon zwei in Großbritannien. In Frankfurt entsteht also das zwölfte Rackspace-Rechenzentrum und damit das dritte in Europa. Dem deutschen Markt entsprechend soll der Fokus vor allem auf VMware-Umgebungen liegen, aber auch in Frankfurt wird Rackspace den gewohnten Produktmix aus OpenStack sowie Azure- und AWS-Services bieten.

Strategische Freiheit dank Privatisierung

Viel lieber als über Produkte sprach Alex Pinchev, Executive Vice President bei Rackspace, auf einer Presseveranstaltung anlässlich der Eröffnung des neuen Deutschland-Büros aber von den Services, die Rackspace zukünftig auch aus dem deutschen Rechenzentrum heraus anbieten will. Aus seiner Perspektive entwickelt sich der Markt derzeit rasant weg vom Hosting-Geschäft hin zum Cloud-Computing. Dieser Entwicklung, so Alex Pinchev weiter, folgt auch Rackspace und wird sich zukünftig verstärkt auf seine Servicequalitäten als Managed-Cloud-Provider konzentrieren.

Mit diesem Strategiewechsel erklärt er auch die vor kurzem angekündigte Privatisierung des bisher an der Börse gehandelten Unternehmens. Eine Aktiengesellschaft unterliege demnach dem starken Druck seitens der Anleger nach kurzfristigen Quartalserfolgen. Als privates Unternehmen sei Rackspace dagegen zukünftig wieder wesentlich besser in der Lage, langfristige strategische Entscheidungen zu treffen – wie etwa die stärkere Fokussierung auf das Managed-Cloud-Geschäft oder das größere Engagement im deutschen Markt.

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