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Cisco startet Projekt Contiv für containerisierte Anwendungen

Cisco hat mit Contiv ein Open-Source-Projekt gestartet, um eine Technologie zum Automatisieren von Security, Storage und Networking zu entwickeln.

Das von Cisco initiierte Open-Source-Projekt ist für die automatisierte Verwendung von Richtlinien gedacht, die Netzwerk-, Storage-, Sicherheits- und Rechenressourcen für Container-Anwendungen in der Cloud zugewiesen werden sollen.

Contiv ist im November 2015 gestartet und umfasst derzeit zwei Projekte für Networking und Storage (Volume) für das Docker-basierte Container-Deployment.

Contiv Networking ist ein Container-Plug-in für eine richtliniengesteuerte Infrastruktur und Security. Es würde auch die notwendige Integration zur Kommunikation mit Nicht-Container-Workloads zur Verfügung stellen. Contiv Volume ist ein Docker-Plug-in, das die Open-Source-Software Ceph nutzt, um persistenten, verteilten Speicher bereitzustellen.

Die meisten Container-Anwendungen werden mit der Open-Source-Technologie Docker gebaut. Die Container isolieren Anwendungen voneinander auf einem gemeinsamen Linux-Betriebssystem. Google, Microsoft und Amazon Web Services (AWS) gehören zu den Cloud-Anbietern, die Docker verwenden.

Die Anwendungen sind so leichter zu bewegen, zu erstellen und zu zerstören, als Anwendungen, die auf virtuellen Maschinen (VMs) laufen. Laut Cisco können außerdem zehnmal so viele Container auf einem Linux-Betriebssystem laufen als Anwendungen auf einer Linux-VM.

Die Eigenschaften von Containern machen sie nützlich für Cloud-Umgebungen, wo Portabilität und hohe Dichte von Anwendungen verlangt sind. Rechenzentren von Unternehmen werden mit der Zeit voraussichtlich immer mehr Cloud-artig werden. Die treibende Kraft dahinter ist der Wunsch, Zugriff auf Geschäfts-Applikationen in Public Clouds per Abonnementbasis zur Verfügung zu stellen.

Cisco vertreibt seine Unified-Computing-System-Server als All-in-One-Cloud-Produkt für Unternehmen. Der Hersteller adressiert damit wie seine Rivalen Hewlett Packard Enterprise und IBM einen Cloud-IT-Infrastrukturmarkt, der laut IDC im Jahr 2015 fast 33 Milliarden US-Dollar erreicht, was einer Steigerung von 24 Prozent gegenüber 2014 entspricht.

Was macht Contiv

Contiv definiert Richtlinien, die die Zusammensetzung der Micro-Services für die Anforderungen einer Anwendung angleichen. Jeder Micro-Service hat eine spezifische Aufgabe und verwendet eine relativ einfache, gut definierte Schnittstelle, um mit anderen modularen Diensten zu kommunizieren.

Contiv würde Richtlinien für das Einstellen der Sicherheit für eingehenden und ausgehenden Datenverkehr einer Container-Anwendung definieren. Die Technologie würde auch die Integration von Layer-4-7-Dienstleistungen übernehmen, wie Load Balancer, Firewalls und Verschlüsselung.

Andere definierte Richtlinien würden die physische Infrastruktur beinhalten, wie beispielsweise Bandbreitenbeschränkungen oder -garantien pro Container. Das würde auch Storage betreffen, wenn es sich auf Volume-Allokation und Snapshots bezieht. Compute-Richtlinien würden die Performance-Anforderungen und Service-Level-Vereinbarungen betreffen.

Die Akzeptanz von Contiv

Es ist zwar noch zu früh, um die Auswirkungen von Contiv auf den Container-Markt vorherzusagen, aber „Cisco hat das Wissen und die Expertise, um Contiv zu einem erfolgreiches Projekt zu machen", kommentiert Scott Johnston, Senior Vice President of Product Management beim Start-up Docker. Docker ist dem Projekt Contiv noch nicht beigetreten. Die Technologie könnte aber ähnlich nützlich sein wie eine "flexible SDN-Option für Unternehmen, die zu Micro-Services übergehen wollen und dabei ihre bestehenden Infrastruktur-Investitionen bewahren wollen", so Johnston.

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