Neuer Brocade Vyatta Controller bietet kommerzielles OpenDaylight-SDN

Brocade setzt beim Vyatta Controller voll auf Open Source mit kommerziellem Support. Der SDN-Controller basiert auf dem OpenDaylight-Projekt.

Während verschiedene Hersteller nur Teile von OpenDaylight in ihre SDN-Produkte integrieren, setzt Brocade voll auf Open Source. Der Brocade Vyatta Controller basiert auf dem Helium Release des OpenDaylight-Projektes. Die Community-geführte Open Source-Initiative OpenDaylight will den Einsatz von Software-defined Networking (SDN) und Network Functions Virtualization (NFV) fördern. Brocade hatte die Vyatta-Plattform für Open Networking im Juni 2014 gestartet.

Wie der Open-Source-Controller ist der Brocade Vyatta Controller eine hoch modulare Architektur. Er kann die Netzwerkgeräte der meisten Anbieter über eine Vielzahl von Protokollen und APIs verwalten. Der SDN-Controller unterstützt mehrere Southbound-Schnittstellen, einschließlich OpenFlow und Netconf. Die Northbound-APIs von OpenDaylight ermöglichen es Ingenieure außerdem, verschiedene SDN-Anwendungen einzusetzen und mit Orchestrierungs-Plattformen wie OpenStack zu integrieren.

Brocade will auch seine eigenen SDN-Anwendungen mit dem Vyatta-Controller anbieten. Zum Start soll es eine Path-Explorer-Anwendung für die Pfadoptimierung geben. Für Anfang 2015 ist die Applikation Volumetric Traffic Management geplant. Sie soll Kunden bei volumetrischen Angriffen auf ihr Netzwerk oder sogenannten „Elephant Flows“ im Rechenzentrum unterstützen.

Der Open-Source-Ansatz der Brocade Vyatta Controller gibt Netzbetreibern „direkte Kontrolle“ über SDN-Technologie, meint Kelly Herrell, Vice President und General Manager of Software Networking bei Brocade. Netzwerkarchitekten können Brocade mitteilen, welche Merkmale und Funktionalität sie im Controller wollen. Brocade wird diese Änderungen dann implementieren und zur Open-Source-Version von OpenDaylight beisteuern. So will Brocade garantieren, dass Netzwerkbetreiber an einen Hersteller gebunden sind (Vendor Lock-in). Die verwendete Software, wenn auch kommerziell unterstützte, soll so fast immer Open Source sein.

Der Job von Brocade wird es sein, die „Spannung zu managen“ zwischen den Controllern für die Kunden und der puren Open-Source-Version, die OpenDaylight kontinuierlich weiterentwickelt, so Herrel. „Das ist, was Red Hat jeden Tag im Linux-Umfeld tut“, sagte er. „Die Kunden könnten etwas fordern und Red Hat kann es ihnen geben. Aber die [Open Source Community] muss es nicht übernehmen. Und manchmal gibt es eine Verzögerung, wenn das Projekt es doch nimmt. Es ist der Job des Anbieters, diese Spannungen und die Verzögerung für den Kunden zu managen. Ein anderes Mal könnte der Kunde vielleicht um etwas bitten und wir können – basierend darauf wohin die Gemeinde tendiert – mit der Einsicht reagieren, dass es schwierig sein könnte, es wieder [in die Open-Source-Controller] zu bringen. So könnten wir Ratschläge geben, damit der Kunde seine Ziele auf einem anderen Weg erreicht.“

Der Brocade Vyatta Controller ist laut Hersteller voraussichtlich ab November 2014 verfügbar. Brocade bietet eine Pro-Kopie-Laufzeitlizenz an, die Support und Upgrades beinhaltet. Netzwerkbetreiber sollen in der Lage sein, den Controller auf Bare-Metal-Servern oder als virtuelle Maschine auf einem Hypervisor zu installieren.

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