Mobile Security: IDC-Studie legt Sorgen deutscher Unternehmen offen

IDC zeigt, wovor sich deutsche Unternehmen beim Einsatz mobiler Endgeräte am meisten fürchten: Mobile Malware, Phishing und Fehlverhalten.

Im November 2014 hatten die Marktforscher bei IDC eine Studie zu Enterprise Mobility Management (EMM) in Deutschland veröffentlicht, wonach für die überwältigende Mehrheit der befragten Unternehmen die Sicherheit mobiler Endgeräte ganz oben auf ihrer To-do-Liste stand. Grund genug für IDC, dem Thema Mobile Security in Deutschland jetzt eine eigene Studie zu widmen.

Als größtes Sicherheitsrisiko bei der Verwendung mobiler Endgeräte sehen 42 Prozent der insgesamt 243 befragten Unternehmen dabei mobile Malware, dicht gefolgt von Phishing-Attacken und Social Engineering, was für 35 Prozent der Befragten die größte Security-Bedrohung darstellt. Neben einem vorsätzlichen oder unbeabsichtigten Fehlverhalten der Anwender (30 Prozent) zählen für die befragten Unternehmen zudem von Haus aus unsichere mobile Betriebssysteme (29 Prozent) oder mobile Apps (28 Prozent) zu den größten Sicherheitsrisiken.

IDC Mobile Security Deutschland

iOS sicherer als Android?

Dabei gelten nach subjektiver Einschätzung der befragten IT-Verantwortlichen vor allem iOS 8 (18 Prozent), Blackberry 10 (16 Prozent) und Windows 8/Windows Phone 8.1 (15 Prozent) als besonders sichere Betriebssysteme. Android dagegen wird nur von acht Prozent als besonders sicher eingestuft, wobei zumindest auch die quelloffene Android-Version (AOSP) bei genügend Zeit- und Ressourceneinsatz in vergleichbarer Weise abgesichert werden kann. Produkte wie Samsung Knox oder Android for Work stellen aber auch für Googles Android-Version tiefgehende Security-Schnittstellen und Sicherheitsrichtlinien bereit.

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Allerdings unterscheidet sich die wahrgenommene Sicherheit mobiler Betriebssysteme aber deutlich von der tatsächlichen Sicherheit. Laut Bernd Ullritz, Head of Mobile Business Europe bei Check Point Software Technologies, entfallen 30 bis 40 Prozent aller Sicherheitsvorfälle im Zusammenhang mit mobilen Endgeräten von Check-Point-Kunden auf iOS, um die 60 Prozent auf Android. Damit wähnt sich also ein großer Teil der von IDC befragten Unternehmen in einer trügerischen Sicherheit.

Nur weil es im App Store von Apple, anders als im Play Store für Android, keine Malware gibt, schützt dies iOS-Geräte nicht per se vor mobiler Schadsoftware. Per Entwickler-Sideloading können mit Malware versehene Apps beispielsweise von manipulierten oder extra dafür angelegten Webseiten problemlos am App Store vorbei auf iOS-Geräte geladen werden.

Dabei haben laut IDC-Studie bereits 61 Prozent der befragten IT-Verantwortlichen Erfahrung mit Angriffen auf die Sicherheit mobiler Endgeräte gemacht. Im Durchschnitt aller betroffenen Unternehmen gab es alleine in den letzten zwölf Monaten 6,1 verzeichnete Vorfälle. Für Studienautor Mark Schulte ein klarer Beleg dafür, dass Unternehmen inzwischen nicht mehr um das Thema Mobile Security herumkommen. Wer von der gesteigerten Produktivität mobiler Mitarbeiter profitieren will, so die Schlussfolgerung, der muss sich auch mit den damit verbundenen Sicherheitsrisiken auseinandersetzen.

Dabei muss gar keine ausgeklügelte Schadsoftware zum Einsatz kommen, um Unternehmensdaten zu gefährden: Ganze 30 Prozent der befragten Fachbereichsverantwortlichen haben in den letzten zwei Jahren mindestens einmal ein beruflich genutztes Smartphone verloren, sieben Prozent zwei und immer noch drei Prozent sogar mindestens drei Endgeräte.

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