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IDC-Studie zeigt größten Hemmnisse auf dem Weg zum Software-defined Data Center

Auch deutsche Unternehmen haben große Erwartungen an Software-definierte Infrastrukturen. Bei der Umsetzung stoßen viele aber noch auf Probleme.

Software-definierte Infrastrukturlösungen (SDI) sind ein großer Hoffnungsträger auf dem Weg zum durchautomatisierten und damit effizienteren Rechenzentrum. Eine neue IDC-Studie zum deutschen SDI-Markt legt jetzt aber die Vermutung nahe, dass Erwartungen und Realität derzeit wohl noch sehr weit auseinander liegen.

Für die Studie Software Defined Infrastrucutre in Deutschland 2016 haben die Marktforscher bei IDC 252 Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen in Deutschland ab 250 Mitarbeitern zu ihrem Umgang mit Software-definierten Lösungen befragt. Als Abgrenzung zur bloßen Virtualisierung wird dabei die weitergehende Automatisierung und Orchestrierung Software-definierter Infrastrukturen (Softwarae-defined Data Center, SDDC, Software-defined Networking, SDN und Software-defined Storage, SDS) betont.

Cloud als größte Herausforderung deutscher Rechenzentren

Durch Orchstrierung und Automatisierung versteht IDC Software-definierte Infrastrukur auch als Grundlage der Cloud, egal ob Public, Private oder Hybrid Cloud. Da passt es ganz gut ins Bild, dass 50 Prozent der von IDC für die Studie befragten Unternehmen in Deutschland Cloud Computing als die aktuell größte Herausforderung der kommenden zwölf Monate sehen.

Etwas abgeschlagen folgen Security- und Compliance-Probleme sowie die Infrastrukturmodernisierung mit 38 und 33 Prozent der Befragten. Die Automatisierung ihres IT-Betriebs nennen dagegen nur 20 Prozent der befragten Unternehmen expliziert als Herausforderung.

IDC zu Software-definierter Infrastruktur in Deutschland

Auf die Frage nach der Nutzung Software-definierter Infrastrukturen antworten 25 Prozent der Unternehmen, in ihrem Rechenzentrum werden SDI-Lösungen bereits seit mehr als 12 Monaten in Produktivumgebungen eingesetzt, in 35 Prozent der befragten Unternehmen seit weniger als 12 Monaten. Damit greift bereits die Hälfte der von IDC befragten IT-Entscheider auch für Produktivsysteme auf Software-definierte Lösungen zurück.

Laut IDC ergibt sich dieser hohe Wert einerseits durch unterschiedliche Begriffsdefinitionen der Unternehmen sowie andererseits durch die nicht-repräsentative Befragung, an der vor allem Unternehmen teilgenommen hätten, die dem Thema sowieso aufgeschlossen gegenüberstehen.

Probleme im Umgang mit Software-definierter Infrastruktur

Welche Erwartung haben deutsche Unternehmen nun an SDI-Umgebungen? Auf IT-Seite stehen hier vor allem geringere Probleme bei Upgrades und Wartung (35 Prozent), eine höhere Produktivität der IT-Mitarbeiter (34 Prozent) sowie eine planbare Performance und ein besseres Security-Management (jeweils 33 Prozent) an erster Stelle. Auf Seite der Fachabteilungen dagegen geringere operative Kosten (35 Prozent), eine bessere Ressourcenauslastung (34 Prozent) und eine höhere Anwendungsverfügbarkeit (31 Prozent).

Der Abgleich mit den größten Problemen und Hemmnissen bei der Einführung Software-definierter Lösungen zeigt dann die Kluft zwischen Erwartung und Realität: Für 38 Prozent der befragten Unternehmen sind es primär Budgetgründe, die den Schritt hin zu SDI-Umgebungen behindern, obwohl gerade auf Seiten der Fachabteilungen geringere Opex- (35 Prozent) und Capex-Kosten (21 Prozent) sowie geringere Gesamtkosten (TCO) (30 Prozent) erwartet werden.

34 Prozent der Unternehmen hadern mit der hohen Komplexität Software-definierter Produkte, obwohl weniger Probleme mit Upgrades (35 Prozent), Workload-Portierung über verschiedene Plattformen hinweg (22 Prozent) oder auch die schnellere Service-Provisionierung (20 Prozent) klar die Erwartungshaltung einer geringeren Komplexität im Umgang mit der vorhanden IT-Infrastruktur ausdrückt.

29 Prozent der Unternehmen schließlich plagen Bedenken hinsichtlich IT-Sicherheit und Compliance, obwohl sich gleichzeitig 33 Prozent der befragten Unternehmen eine Verbesserung im Security-Management erwarten. Auf Basis dieser Zahlen ergibt sich also ein eher nüchterner Blick auf die Erwartungshaltung deutscher Unternehmen an Software-definierte Infrastrukturen und die tatsächlich damit verbundenen Probleme bei der Einführung.

Eine Zusammenfassung der aktuellen Studie kann kostenfrei über die IDC-Webseite angefragt werden.

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