App-Sicherheit ist das wichtigste Thema für mobile Anwendungen in Unternehmen

Die Nutzung mobiler Geräte steigt rasant und damit auch die Anzahl der mobilen Anwendungen. Beides nimmt Unternehmen in die Pflicht.

Im privaten wie im geschäftlichen Umfeld gibt es geradezu eine Explosion der Nutzung von mobilen Geräten. Trotzdem stellt eine aktuelle Studie fest, dass die meisten Unternehmen bislang nur einen Bruchteil ihrer Anwendungen „mobilisiert“ haben. Bei den mobilen Versionen von Unternehmensanwendungen für Sicherheit zu sorgen, wurde in der Befragung als oberste Priorität genannt – wahrscheinlich ist es zugleich eines der größten Hindernisse.

Für die Studie hat moTwin, Anbieter einer Plattform für die Entwicklung mobiler Anwendungen, fast 200 IT-Profis befragt. Rund ein Drittel davon sagte, ihre Organisation habe noch keinerlei Unternehmensanwendungen auf eine mobile Plattform gebracht; weitere 38 Prozent gaben an, dass maximal zehn Prozent ihrer Anwendungen schon auf mobilen Geräten lauffähig gemacht wurden.

Nach Angaben der meisten Organisationen ist die Zahl der aktiven Nutzer ihrer mobilen Anwendungen noch gering: Überraschend hohe 57 Prozent sagten, dass es bei ihnen weniger als 1000 mobile Nutzer gebe. Das legt nahe, dass die meisten mobilen Anwendungen derzeit eher auf Mitarbeiter als auf Kunden ausgerichtet sind.

Als größte Hürden für die Entwicklung mobiler Anwendungen wurden mangelnde Ressourcen und Kompetenzen genannt. Fast die Hälfte der Befragten schätzte die Kosten für die Mobil-Entwicklung auf 25.000 bis mehr als 100.000 US-Dollar, während fast 25 Prozent ihr Budget dafür auf unter 10.000 US-Dollar bezifferten. Daraus könnte man folgern, dass die zur Verfügung gestellten Budgets für die Mobilisierung bislang schlicht nicht ausreichen.

„Die Verzögerung scheint zum Teil durch Mangel an Ressourcen zu entstehen. Zum Teil wird aber auch nicht verstanden, wie sich mobile Lösungen am besten implementieren lassen“, sagt dazu Allan Denis, CTO von moTwin. Dafür sprächen auch andere Ergebnisse der Studie in Zusammenhang mit Hosting, bei denen es um die Themen „vor Ort vs. Cloud“, Programmier-Sprachen und Unterstützung für mehrere Plattformen ging.

So gab es beim Wunsch nach gehosteten oder vor Ort betriebenen Installationen eine Zweiteilung: Etwa 45 Prozent der Befragten wollten ihre Plattform für mobile Anwendungen lieber im Unternehmen betreiben, während sich rund ein Drittel für ein hybrides Plattform-Modell aussprach, bei dem Systeme vor Ort zusammen mit Cloud-Ressourcen genutzt werden. Für dieses Ergebnis könnte auch eine Rolle gespielt haben, wie kritisch und sensibel die Daten sind, die über mobile Anwendungen genutzt werden sollen.

Auch in Bezug auf die Frage, ob HTML 5 besser ist oder native Anwendungen, sind die Unternehmen geteilter Ansicht. Manche Organisationen  – etwa zehn Prozent – wählen hier ebenfalls hybride Modelle. HTML 5 bietet zwar die praktische Möglichkeit, Programme für alle Plattformen einschließlich Web nur einmal schreiben zu müssen. Native Anwendungen ermöglichen aber eine deutlich bessere Nutzer-Erfahrung und Zugriff auf Geräte-spezifische Features wie Kamera, Kalender und Near-Field Communications (NFC).

Hier nur für eine einzige Plattform zu entwickeln, ist allerdings keine realistische Möglichkeit. Andererseits ist es laut Denis „sowohl schwierig als auch teuer“, sich um mehrere Plattformen gleichzeitig zu kümmern. Dies sei enorm abschreckend für Unternehmen, die über eine Anpassung ihrer Anwendungen für mobile Umgebungen nachdenken.

Zusätzlich auf Sicherheit zu achten sorgt für noch mehr Kosten und Komplexität, doch die Teilnehmer der Befragung wollen darauf keinesfalls verzichten. An der Spitze ihrer Wunschliste für Sicherheitsfunktionen, so Denis, stehen mobile Authentifizierung, sichere App-Container, sicherer Zugriff auf Unternehmensserver, Verschlüsselung auf App-Ebene und feinkörnige Steuerung von Vorgaben durch die IT.

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