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Aufbau einer Lösung für SAP-Datenarchivierung: Voraussetzungen und Aktionsplan

Für den Aufbau einer zuverlässigen Archivierungslösung von SAP-Systemdaten sollte man neben Expertise einen Aktionsplan haben.

Noch vor ein paar Jahren hätte der Aufbau einer zuverlässigen Infrastruktur zur Datenarchivierung für SAP-Systeme jeden System-Administrator erschaudern lassen. Doch inzwischen haben Storage-Technik, Software-Fortschritte und Produkte von Drittanbietern solchen Vorhaben einen Großteil ihres Schreckens genommen.

Trotzdem ist die Implementierung einer Archiv-Infrastruktur alles andere als ein Plug-and-Play-Vorgang. SAP-Administratoren müssen einige wichtige Voraussetzungen schaffen, bevor sie das erste Bit migrieren. Zu berücksichtigen sind unter anderem:

  • Archivierungs-Richtlinien: Wie lange sollen Daten bis zur Löschung vorgehalten werden?
  • Aktiver Datenzugriff: Wie wird entschieden, ob Daten noch aktuell sind und „live“ bleiben müssen?
  • Compliance: Welche gesetzlichen Anforderungen haben Einfluss auf die Archivierungsmethode?
  • Storage-Architektur: Welche Architektur bevorzugt das Unternehmen, welche Erweiterungspläne sind vorhanden und wie sind Datensilos definiert?
  • Business Continuity: Welche Lösungen für Business Continuity und Disaster Recovery sind vorhanden und inwiefern werden diese Prozesse durch ein Archivsystem betroffen?
  • Data Ownership: Werden Datensilos von den Abteilungen, den Geschäftsbereichen, unternehmensweit oder durch die IT-Abteilung kontrolliert?
  • Sicherheit: Wie sind die Daten vor unbefugtem Zugriff geschützt? Fallen die Archive unter die gleichen Richtlinien und Technologien?
  • Evolution: Wie werden archivierte Daten bei wichtigen System-Upgrades behandelt? Werden alte Dateien, Tabellen und Indizes konvertiert, damit sie mit der neuen Software  arbeiten? Sollen alte Anwendungen für die Arbeit mit archivierten Datensätzen aktiv bleiben?
  • Frequenz: Soll der Archivierungsprozess ständig aktiv sein oder zu vorgegebenen Zeiten gestartet werden – täglich, wöchentlich, monatlich, vierteljährlich?
  • Medium: Soll die Speicherung auf Bändern, optisch, Festplatten, Wechseldatenträgern oder bibliotheksbasiert erfolgen?
  • Management: Wer ist verantwortlich für die Wartung der Archive, ihre Validierung und den Schutz der Daten?
  • Ort: Soll das Archiv vor Ort im Rechenzentrum gespeichert werden, weiter weg an einem Backup-Standort oder extern bei einem entsprechenden Anbieter?
  • Zugriff: Welche Ebene des Zugriffs benötigt das Archiv? Wie schnell müssen archivierte Daten live geschaltet werden können? Welches Support-Personal soll dafür abgestellt werden?

Diese Fragen führen vermutlich zu weiteren Fragen. Sie alle gilt es vor der Auswahl einer Archiv-Methodik sowie der entsprechenden Technologie zu beantworten.

Außerdem braucht es in der Definitions- und Explorationsphase Input von außerhalb der IT-Abteilung. Zum Beispiel sollten die Haustechnik, die Rechts- und Organisationsabteilung womöglich einbezogen werden. Natürlich gilt es auch das Management über die Return on Investment (ROI) und Gesamtkosten (TOC) eines Archivsystems zu informieren.

Normalerweise steht am Anfang ein Plan. Dieser Plan sollte Kosten, Nutzen und Anforderungen berücksichtigen. Er kann Grundlage eines Pflichtenhefts sein, mit dem Lösungen daraufhin evaluiert werden ob sie den Unternehmenszielen sowie dem Bedarf der IT-Abteilung gerecht werden. Ein häufiger Fehler ist übrigens, Personal- sowie Nebenkosten für Schulung, Rekrutierung und Umwidmung von Personal zu vergessen.

Über den Autor

Frank J. Ohlhorst ist CNE, MCP, L+, N+, A+, preisgekrönter IT-Journalist, professioneller Redner und IT Business Consultant mit mehr als 25 Jahren Erfahrung im Technologie-Bereich.

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