Definition

Pseudowire

Pseudowire wird manchmal auch Pseudo Wire oder kurz PW genannt. Es handelt sich um einen Mechanismus, um verschiedene Netzwerk- und Telekommunikations-Services in Paket-geswitchten Netzwerken emulieren zu können, Dazu gehören Ethernet, Internet Protocol(IP) oder auch Multiprotocol Label Switching (MPLS). Die emulierten Services können geleaste T1-Leitungen, Frame Relay, Ethernet, ATM, TDM oder SONET / SDH beinhalten. Wie in RFC 3985 (Pseudo Wire Emulation Edge-to-Edge [PWE3] Architecture) definiert, liefert ein Pseudowire das Minimum an notwendiger Funktionalität, um eine Leitung emulieren zu können. Das wird wiederum für das Betreiben diverser Services gebraucht.

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Zu den notwendigen Funktionen für PWs gehören:

  • Encapsulation für servicespezifische Bit-Streams, Mobilfunk oder PDUs (Protocol Data Units), die an einem eingehenden Port anklopfen. Sie werden dann über einen IP-Pfad oder durch einen MPLS-Tunnel weitergeleitet.
  • Manchmal werden auch die Ordnung und das Timing von eintreffendem PW-Traffic verwaltet. Im Anschluss wird der Service mit der notwendigen Genauigkeit emuliert. TDM und ATM sind sehr gute Beispiele, wann Timing-Probleme im Vordergrund stehen.

Aus der Sicht von CE (Customer Edge Equipment) stellt sich ein PW wie eine nicht gemeinsam genutzte Verbindung oder ein Kreislauf für designierte Services dar. Pseudowire stellt einen recht unkomplizierten Mechanismus zur Verfügung, um beliebige Services in Paket-geswitchten Netzwerken implementieren zu können. So wird Kompatibilität zwischen beliebigen Hardware-Komponenten von verschiedenen Anbieter ermöglicht.

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Diese Definition wurde zuletzt im Juli 2016 aktualisiert

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