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Vor- und Nachteile von Cloud-Backups

Beim Cloud-Backup kann der Transfer problematisch werden. Große Datenmengen erfordern Zeit und Kosten, besonders beim Recovery. Hier kann klassisches Tape-Backup hilfreich sein.

Angetrieben durch bezahlbare Technologien bei Bandbreite und Optimierung der Kapazität ist Cloud-Backup auf dem besten Weg, eine populäre Alternative zu tragbaren Medien wie zum Beispiel Tape zu werden.

Man hat verschiedene Optionen für das Backup von Daten in der Cloud. Zu ihnen gehören:

Services für Cloud Storage können eine Mischung aus On- und Off-premises-Komponenten darstellen. So könnte die IT-Abteilung On-Premises, also am lokalen Standort, die Kontrolle über die Software und eventuell auch die Hardware ausüben, zusammen mit Off-Premises, dem externen Standort, Infrastrukturservices – mächtige Rechenzentren beherbergen leistungsfähige Computer-, Netzwerk- und Storage-Ressourcen. Cloud-Backup-Services werden dem Kunden hier auf Basis des tatsächlichen Verbrauchs berechnet, abhängig von Kapazität, Bandbreite oder Mandanten.

Überlegungen zum Cloud-Backup

Jede Cloud verfügt über einen Silberstreifen, und im Falle von Cloud-basierten Backups gibt es gleich mehrere Vorteile. Die Ansätze der Cloud-Backup-Technologie sind bequem, weil die gespeicherten Informationen von jedem mit dem Internet verbundenen Gerät aufgerufen werden können. Cloud-basierte Verfahren verfügen zudem über eingebaute Sicherheitsfunktionen, und ihre digitalen Informationen sind leichter zu managen, zu suchen, aufzufinden und weiterzuleiten. Es gibt sicherlich auch einige Kosten- oder Budgetvorteile, um alles oder nur einen Teil des Backup-Storage auszusourcen.

Vorteile von Cloud-Backup

Es gibt mehrere Vorteile, wenn man Cloud-Backup einsetzt. Sie umfassen:

Effizienz und Zuverlässigkeit: Cloud-Provider benutzen in der Regel modernste Technologie wie zum Beispiel Disk-basiertes Backup, Komprimierung, Verschlüsselung, Daten-Deduplizierung, Server-Virtualisierung, Storage-Virtualisierung, anwendungsspezifischen Datenschutz und weitere Tools, wie sie unter anderem im Statement on Auditing Standards 70-certified Data Centers niedergelegt sind. Zusätzlich zu der Sicherheit, die mit ihrer Zertifizierung einhergeht, bieten viele Provider 24/7-Services wie Monitoring, Management und Reporting an – Features und Funktionen, die ansonsten nicht von so vielen Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus muss man sich keine Gedanken über Updates, Migration oder veraltete Technologien machen – die Last der leistungsfähigen Backup-Infrastruktur liegt beim Service Provider.

Skalierbarkeit und Kostenersparnisse: Cloud-Backups können billig sein, besonders für Konsumenten und kleine Firmen, die nur wenige Daten zu schützen haben. Public Clouds beseitigen auch Erweiterungsprobleme, so dass man sich nicht mehr darum kümmern muss, ob man On-Premises genügend Speicherkapazität für seine Daten vorrätig hat. Cloud-Backup bei einem Service-Provider ist leichter zu managen, weil sich der Dienstleister um alle diese Dinge kümmern muss. Wenn man seine Backups in die Cloud verlagert, entgeht man auch möglichen Gefahren wie Ransomware-Attacken, da die eigenen Daten sich ja offsite befinden.

Verbesserte Recovery-Zeit für kleine Datensets: Für ein Recovery von einem Tape muss ein IT-Mitarbeiter als erstes das Tape (aus dem Lager) herbeischaffen, es in einem Abspielgerät laden, die Daten lokalisieren und sie anschließend in einem produktiven System wiederherstellen. File Recovery aus der Cloud ist dagegen deutlich schneller: Es erfordert vor allem nicht den physischen Transport aus dem entfernten Tape-Lager oder Bunkerkeller in den Schweizer Alpen und das Laden per Hand und ähnliche Zeitverluste. Das Recovery von Dateien im WAN- oder Internetkontext verläuft ohne großen Such- und Transportaufwand und eliminiert auch die Notwendigkeit, vor Ort eine Tape-Infrastruktur vorrätig haben zu müssen.

Erreichbarkeit: Cloud-Backup ist sicher attraktiv für Unternehmen, die sich nicht die Ausgaben für Einrichtung und Erhaltung einer gesonderten Infrastruktur für Disaster Recovery (DR) leisten können. Es wird auch diejenigen ansprechen, die sich eine komplette DR-Abteilung leisten können, die aber die größere Effizienz und die Kosteneinsparungen erkennen, die man per Outsourcing gewinnt. Offsite liegende Datenkopien – erreichbar von jedem mit dem Internet verbundenen Gerät oder Ort – stellen eine zusätzliche Versicherungspolice für den Fall eines regionalen Desasters dar.

Breiter angelegter Schutz: Cloud-Backup ist auch eine gute Option für den Schutz von Endpoints wie zum Beispiel Notebooks oder Tablets, die traditionell eher kein fester Teil eines On-Premises-Enterprise-Backups sind. Aufbewahrungsorte oder Depots in der Cloud können auch den Bedarf an Tape-Tresorräumen ersetzen.

Nachteile von Cloud-Backup

Zu den Kompromissen oder Nachteilen bei Cloud-Backup gehören:

Daten verankern und volles Recovery: Je nach der kompletten Datenmenge könnten sich das erste Full Backup und/oder Full Recovery aller Daten als zu sehr zeitkonsumierend und zu belastend für die Arbeit der produktiven Systeme erweisen.

Größenbegrenzungen: Je nach der verfügbaren Bandbreite wird jedes Unternehmen einen Grenzwert für eine vernünftige Datenmenge festsetzen, die jeden Tag in die Cloud verschoben werden kann. Diese Begrenzungen werden sich auf die Backup-Strategien auswirken. Die verfügbare Bandbreite ist oft das eigentliche Problem für große Unternehmen. Viele Unternehmen waren in den letzten Jahren in der Lage, ihre Backup-Fenster mit Technologien wie zum Beispiel Disk Targets und Data Reduction zu reduzieren, aber das Verschieben von Daten in die Cloud verlangsamt den Prozess. Um dieses Problem einzugrenzen und gleichzeitig die Kosten im Griff zu behalten, gäbe es auch die Alternative, nur bestimmte Datensets für das Backup in die Public Cloud zu verlagern.

Aussteigen aus dem Service: Falls es nötig werden sollte, ist eine Vorbereitung auf eine möglichst elegante Exit-Strategie genauso wichtig wie eine ständige Überprüfung bestimmter Features. Gebühren für die Beendigung oder einen frühen Rückzug, rechtliche Bestimmungen und Zurückholen der Daten sind nur einige der Faktoren, die man berücksichtigen muss. Natürlich sollten solche Fragen keine Probleme bei der Arbeit mit einem der großen Provider für Public Clouds wie zum Beispiel Amazon, Microsoft oder Google darstellen, aber bei kleineren regionalen Cloud-Anbietern kann sich die Situation ganz anders darstellen.

Wer passt auf die Backups auf? Ein anderer Nachteil kann sich daraus ergeben, dass der Cloud-Provider keine effizienten Tools für das Monitoring und Data Management anbietet, die man On-Premises in die Backup-Anwendungen einbauen kann.

Service-Provider für Data Protection

Die meisten Angebote für Backup as a Service migrieren die Daten zwischen dem Ort des Endanwenders und dem Rechenzentrum des Cloud-Service-Provider (CSP). Um Vorteile bei der Bandbreite und bei den Transportzeiten über WAN- oder Internetverbindungen herauszuholen, werden die Backup-Daten in der Regel dedupliziert und komprimiert, bevor sie zu dem CSP-Standort übertragen werden. Dies sind hervorragende Methoden, um die Daten effizient zu einem entfernen Rechenzentrum zu verschieben. Sie führen jedoch zu größeren Herausforderungen, wenn ein Data Recovery durchgeführt werden muss.

Zunächst muss ein dedupliziertes Backup „wiederbelebt“ oder in sein natürliches Format rückverwandelt werden, bevor es wieder in eine Anwendung aufgenommen werden kann. Der Prozess der Rückverwandlung nimmt einige Zeit in Anspruch, aber die größere Herausforderung besteht in der Zeitdauer, die man für den Rücktransport all dieser Daten vom CSP zum Standort des Kunden einkalkulieren muss. Dieser Prozess ist im allgemeinen kein besonderes Problem, wenn es sich nur um das Recovery einer einzigen Datei dreht. Wenn jedoch eine ganze Anwendungsumgebung eines Unternehmens – oder sogar eine große Applikationsinstanz – wiederhergestellt werden muss, dann kann das Tage oder vielleicht Wochen dauern, alle Daten über das Netz zurückzuschaffen. Und das wird sich auch finanziell niederschlagen.

Das bieten die drei großen Service Provider derzeit für Cloud-Backup an
Das bieten die drei großen Service-Provider derzeit für Cloud-Backup an

Um diesem Problem zu entgehen, bieten Cloud Service Provider Disaster Recovery as a Service (DRaaS) an. DRaaS erlaubt es dem Servicenutzer, seine Geschäftsanwendung als eine virtuelle Maschine (VM) in der Cloud des CSP laufenzulassen. Während dies etwas von dem Druck wegnimmt, eine Applikation schnell wieder im Rechenzentrum des Kunden laufen zu lassen, enthält auch diese Alternative einige Probleme.

Erstens muss geklärt werden, ob die Anwendung überhaupt ihrem Zweck entsprechend in der Cloud des Providers laufen kann. Handelt es sich zum Beispiel um eine besonders produktive Anwendung, müssen ausreichende Storage- und Netzwerkressourcen zur Verfügung gestellt werden, um hunderte oder tausende von gleichzeitigen User Sessions garantieren zu können. Werden entsprechende Ressourcen, falls notwendig, in der Cloud verfūgbar sein? Und zu welchen Kosten? Eine Anwendung in eine Umgebung zu verlegen, in der ihre erforderlichen Ressourcen ganz von den Möglichkeiten des CSP abhängen, kann negative Auswirkungen auf ihre Qualität und die Kundenzufriedenheit nach sich ziehen.

Ein weiteres Problem kann auftreten, wenn man die Anwendung zurück in das Rechenzentrum des Kunden holen will. Alle Daten müssen in diesem Fall über das Netzwerk zurückgespielt werden.

Unternehmen müssen auch ein anderes Szenario in Erwägung ziehen: Was passiert, wenn dutzende oder hunderte Kunden eines CSP zur gleichen Zeit einen Datenausfall oder eine ähnliche Katastrophe erleben? Ein Wettstreit um die Ressourcen des CSP-Rechenzentrums würde alle Recovery-Anstrengungen zu einem unmittelbaren, absoluten Stillstand bringen. Während viele CSPs eventuell Service Level Agreements (SLAs) mit Recovery-Zeiten verknüpfen, gibt es praktisch gar nichts anzubieten, wenn alle ihre Kunden während eines regionalen Desasters nach einem schnellen Zugang zu ihren Backup-Daten verlangen.

Dies ist nicht damit gleichzusetzen, dass Unternehmen gleich ganz auf ein Recovery ihrer Daten aus der Cloud verzichten sollten. Aber es bedeutet, dass sich IT-Planungen darum kümmern sollten, wie man Löcher in der Recovery-Strategie schließen kann und wie man sich am besten auf alle Eventualfälle vorbereitet. Zum Beispiel eine Kopie der Backup-Daten auf Tape sichern und irgendwo in der Nähe hinterlegen, wenn man eine Recovery-Option für viele Daten braucht. Noch besser wäre es idealerweise, wenn diese Tapes an einem sicheren Ort untergebracht würden, von wo man sie innerhalb eines zeitlichen Rahmens von 12 bis 24 Stunden wieder zurückspielen kann.

Mit anderen Worten, ein lokales, Tape-basiertes Recovery läuft viel schneller ab als ein Recovery, das über WAN- oder Internetverbindungen vor sich hin tröpfelt, besonders dann, wenn diese Verbindungen mit anderem User Traffic gut beschäftigt sind. Eine Tape-Kopie des Backups liefert außerdem einen zusätzlichen Schutz-Layer für den Fall, dass in die Cloud replizierte Backup-Daten auf irgendeine Weise beschädigt werden sollten.

Positiv ist festzuhalten, dass Unternehmen, die ein Cloud-basiertes zusammen mit lokalen Tape-Backups einsetzen, gegenwärtig das Beste aus beiden Welten nutzen. Sie genießen den Komfort eines Cloud-basierten Recovery mit geringerem Risiko – wie bei Restore-Jobs mit nur einer einzigen Datei – als auch die Sicherheit von lokalen Tapes für umfassendere Recovery-Aufgaben wie bei einem Recovery des ganzen Systems. Weil eine Kopie der Backup-Daten in der Cloud sitzt, könnte man auch statt wie bisher zwei Kopien auf Tape nur noch eine aufbewahren – insgesamt also eine onsite und eine offsite. Für viele Unternehmen käme dies einer außerordentlichen Verbesserung ihrer Betriebs- und Recovery-Strategie gleich.

Positiv ist festzuhalten, dass Unternehmen, die ein Cloud-basiertes zusammen mit lokalen Tape-Backups einsetzen, gegenwärtig das Beste aus beiden Welten nutzen.

Backup und Recovery in der Cloud ist keine allumfassende Lösung, die sämtliche Backup- und Recovery-Ansprüche lösen wird, aber es ist eine ausgezeichnete Option für Unternehmen, um ihre Daten an einem alternativen Ort zu sichern und zu schützen, wobei die Recovery-Möglichkeiten allerdings eingeschränkt bleiben. Wird diese Option mit einer lokalen Recovery-Strategie wie kostengünstige Tape-Backups verbunden, können IT-Abteilungen den Datenschutz des Unternehmens ohne außergewöhnliche Ausgaben verbessern.

Anbieter von Cloud-Backup

Fast alle Anbieter von Data Protection haben heute auch Backup in die Cloud im Programm. Sie bieten Public Clouds als mögliches Backup-Ziel an, so dass Daten dorthin genauso verschoben werden können, wie es mit Platten-oder Tape-Systemen passiert. Die großen Anbieter von Data Protection führen auch Backups von Daten durch, die in SaaS-Applikationen wie zum Beispiel Salesforce oder Microsoft Office 365 erzeugt wurden.

Zu den hauptsächlichen Backup-Anbietern, die Cloud Backup anbieten, gehören Acronis, Arcserve, Backblaze, Carbonite, Commvault, Dell EMC, Druva, iDrive, Unitrends, Veeam Software und Veritas Technologies.

SaaS-ready Backup für MSPs: Einige Anbieter einschließlich Asigra und Datto verkaufen ihre Backup-Software nur über Managed Service Providers (MSPs) und CSPs. Aber die meisten der größeren Hersteller von Enterprise Data Protection haben MSPs, die ihre Software verkaufen.

SaaS Backup: Cloud-to-Cloud Backup begann als ein Nischenmarkt, der von Start-ups angeboten wurde. Aber die ersten Cloud-to-Cloud-Anbieter wurden von Unternehmen aufgekauft, die ein breiteres Backup-Sortiment im Angebot haben, und die meisten der größeren Hersteller von Backup-Software haben diese Fähigkeiten bei sich hinzugefügt.

Backupify und Spanning Cloud Apps waren unter den ersten am Markt und konzentrierten sich zu Anfang darauf, Daten in Salesforce und dann in Office 365 zu schützen. Diese Applikationen umfassen so oft Daten, die in der Cloud geschaffen wurden, dass keine On-Premises-Kopien existieren. SaaS-Anbieter kassieren oft saftige Gebühren für das Recovery von Daten, die wegen Anwenderfehlern oder wegen einem Problem mit der Infrastruktur des Kunden verlorengingen. Cloud-to-Cloud-Anbieter kopieren Daten in den SaaS-Anwendungen und speichern sie in einer Public Cloud oder in ihrer eigenen Private Cloud. Das verbreitetste Preismodell besteht aus einer monatlichen Gebühr, die von der Anwendung und der Anzahl der Endanwender und ihren Aktivitäten abhängt.

Die Firma Datto, die Data Protection Applications über CSPs verkauft, erwarb 2014 Backupify und integrierte die Produkte in die breitere Datto-Plattform. Spanning machte eine Reihe von Besitzerwechseln durch, bevor es bei Kaseya, seinem gegenwärtigen Eigentümer, landete. EMC kaufte Spanning 2014, aber nach dem Kauf von EMC durch Dell 2016 wurde Spanning im folgenden Jahr an Insight Venture Partners weitergereicht. 2018 erwarb schließlich Kaseya Spanning von Insight Venture Partners.

OwnBackup, das Data Protection für Salesforce, ServiceNow und Slack betreibt, ist ein unabhängiger Cloud-to-Cloud-Anbieter geblieben.

Nächste Schritte

Im Vergleich: Worin sich Offsite Backup und Cloud-Backup unterscheiden

Was Sie für die Wahl eines Cloud-Backups wissen müssen

Cloud Backups: Leistungspektrum und Einsatzgebiete

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