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Sechs Anbieter für konvergente Infrastruktur im Portrait

Konvergente Infrastruktur hilft durch vorkonfigurierte Software-Stacks, Risiken bei der Hardwarebereitstellung zu reduzieren. In diesem Artikel stellen wir sechs Anbieter vor.

Hyperkonvergente und disaggregierte Hyperkonvergente Infrastruktur sowie Composable Infrastructure haben in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit erhalten. Gleichzeitig haben viele Anbieter von Unternehmenshardware jedoch weiterhin überzeugende Produkte für konvergente Infrastrukturprodukte im Portfolio.

In diesem Artikel finden Sie einen Überblick der aktuellen Produkte sechs etablierter Anbieter konvergenter Infrastruktur: Dell EMC, Hewlett Packard Enterprise, Hitachi Vantara, IBM, NetApp und Pure Storage – und wir gehen darauf ein, in welchem Szenario eine konvergente Infrastruktur (Converged Infrastructure, CI) von Vorteil ist.

Der Unterschied zwischen konvergenter und hyperkonvergenter Infrastruktur

Doch bevor wir die Varianten im Detail erläutern, ist es wichtig, den Unterschied zwischen konvergenter und hyperkonvergenter Infrastruktur (hyper-converged Infrastructure, HCI) zu verstehen. Beide Technologien bieten ein Paket aus Rechen-, Speicher- und Netzwerkressourcen, die der Anbieter für optimale Interoperabilität zertifiziert hat.

Ein hyperkonvergentes System ist jedoch so konzipiert, dass es nur als eine zusammenhängende Einheit funktioniert. Im Gegensatz dazu setzt sich eine konvergente Infrastruktur aus Standardkomponenten zusammen, die sich bei Bedarf einzeln verwenden lassen.

Einsatzmöglichkeiten für konvergente Infrastruktur

Es gibt zwei Möglichkeiten, eine konvergente Infrastruktur zu implementieren. Kunden können ein vorgefertigtes System erwerben, bei dem der Hersteller Rechen-, Speicher- und Netzwerkhardware sowie einen Hypervisor und Verwaltungssoftware bereitstellt. Alles wird vorkonfiguriert geliefert, was das Einrichten vereinfacht.

Die andere Option besteht darin, eine konvergente Infrastruktur gemäß einer Referenzarchitektur aufzubauen, also einer Liste des Herstellers aus miteinander kompatiblen Komponenten, die er für die CI-Konfiguration zertifiziert hat.

Letztere Vorgehensweise ist in der Regel komplexer als der Kauf eines vorgefertigten Produkts. Sie hat jedoch den Vorteil, dass Unternehmen genau die Hardware auswählen können, die für ihre individuellen Anforderungen am besten geeignet ist. Besitzt ein Unternehmen bereits in der Referenzarchitektur aufgeführte Hardware, kann es diese auch weiterverwenden.

Vorteile einer konvergenten Infrastruktur

Eine konvergente Infrastruktur hat viele Vorteile. Erstens verringert sie die Risiken, die üblicherweise mit dem Einsatz von Hardware verbunden sind. Der Hersteller, der die Architektur bereitstellt, zertifiziert die Kompatibilität der Komponenten und konfiguriert den Software-Stack.

Konvergente Infrastruktur erleichtert auch die Arbeit des technischen Supports und verkürzt damit die Bearbeitungszeiten. Da der Hersteller die Komponenten für die gemeinsame Nutzung zertifiziert hat, kann er außerdem dem Kunden nicht die Schuld für Fehler geben, die an der Schnittstelle zwischen verschiedenen Komponenten entstehen. Beim Erwerb vorgefertigter konvergenter Infrastrukturen ist zudem nur ein einziger Hersteller zuständig, wenn es zu Problemen kommt.

Ein weiterer Vorteil ist, dass der Aufbau neuer Systeme und die Skalierung bestehender mit einem geringeren Arbeitsaufwand einhergehen. Wer seine CI im Paket vom Hersteller erwirbt, spart sich viel Arbeit und unangenehme Überraschungen, wie die Notwendigkeit zusätzlicher Softwarelizenzen oder dass ein ungewöhnliches Kabel erforderlich ist, das nicht mitgeliefert wurde. Das konvergente Infrastrukturpaket sollte die gesamte erforderliche Hardware und Software enthalten, die eine Organisation bequem an einem Nachmittag in Betrieb nehmen kann.

Wenn es an der Zeit ist, die Bereitstellung zu skalieren, muss eine Organisation lediglich Speicher oder Knoten hinzufügen. Ebenso ist es einfacher, veraltete Komponenten zu ersetzen. Das hat die CI der hyperkonvergenten Infrastruktur voraus, die in der Regel nicht auf den Austausch einzelner Komponenten ausgelegt ist.

Abbildung 1: Konvergente Infrastrukturprodukte bieten zahlreiche Funktionen.
Abbildung 1: Konvergente Infrastrukturprodukte bieten zahlreiche Funktionen.

Hauptmerkmale konvergenter Infrastrukturprodukte

Konvergente Infrastruktursysteme sind schlüsselfertig konzipiert und bestehen aus standardisierten Komponenten. Zu einer konvergenten Infrastruktur gehört jedoch mehr als nur die Hardware. Eines der wichtigsten Merkmale ist die Verwaltungs- und Überwachungssoftware, die speziell für den Einsatz mit dem konvergenten System entwickelt wurde.

Diese Software automatisiert verschiedene Bereitstellungs- und Wartungsaufgaben und überwacht die Systemkomponenten. In einigen Fällen kann die Verwaltungssoftware bestimmte Fehler automatisch beheben. Meistens enthalten konvergente Systeme auch einen Hypervisor von VMware, Nutanix oder Microsoft.

Anwendungsfälle für konvergente Infrastruktur

Der häufigste Anwendungsfall für konvergente Infrastruktur ist die Servervirtualisierung. Konvergente Infrastrukturen sind aber nicht nur Virtualisierungsplattformen. Tatsächlich nutzen viele Organisationen sie für das Hosting gemischter Workloads. Normalerweise bedeutet dies, dass Container und virtuelle Maschinen (VMs) nebeneinander betrieben werden, aber es ist auch möglich, verschiedene Datenbanken und Geschäftsanwendungen wie Enterprise Resource Management (ERM), Finanzsoftware und HR-Software (Human Ressources, Personal) in den Mix einzubringen.

Organisationen nutzen konvergente Infrastruktur auch häufig zum Hosten virtueller Desktops. Konvergente Infrastrukturplattformen werden ebenso für Datenanalysen und maschinelles Lernen immer beliebter.

Sechs Anbieter von konvergenter Infrastruktur im Portrait

Dell EMC

Dell EMC VxBlock 1000 wurde für den Einsatz in Private-Cloud- oder Hybrid-Cloud-Umgebungen auf Basis von VMware entwickelt. Das System verwendet EMC-Speicher- und Datensicherungstechnologien von Dell sowie LAN- und SAN-Netzwerke von Cisco. VxBlock nutzt außerdem USB-Blade- und Rack-Server von Cisco.

VxBlock unterstützt nicht angepasste Hardware. So kann die Lösung zum Beispiel Dell EMC Unity, Unity XT, XtremIO, PowerMax und Isilon-Speicher verwenden. Ebenso kann das System Server der B-Serie oder der C-Serie von Cisco Unified Computing System (UCS) einsetzen.

Hewlett Packard Enterprise

Das HPE ConvergedSystem 750 basiert auf dem BladeSystem, den ProLiant Rack-Servern und Netzwerkplattformen des Unternehmens sowie auf den Nimble Storage All-Flash- und Hybrid-Arrays.

HPE bietet auch prädiktive Analysen (predictive analytics) über seine InfoSight-Engine. Der Anbieter gibt an, 86 Prozent aller Probleme automatisch und ohne Eingreifen der IT-Abteilung lösen zu können, wodurch Supportprobleme der Stufen 1 und 2 praktisch eliminiert werden.

Dieses System, das für den Einsatz als Virtualisierungs- oder Containerplattform ausgelegt ist, ermöglicht Einblicke in den kompletten Stack bis hin zur Virtualisierungsschicht und nutzt diese Erkenntnisse zur Fehlerbehebung bei eventuell auftretenden Problemen.

Hitachi Vantara

Die Architektur der Hitachi Unified Compute Platform CI-Serie ermöglicht es Unternehmen, Rechen-, Netzwerk- und Speicherressourcen unabhängig voneinander zu konfigurieren. Die Plattform ist so aufgebaut, dass Unternehmen klein anfangen und je nach Bedarf aufstocken können.

Kernstück des konvergenten Infrastrukturangebots von Hitachi ist ein KI-basiertes System zur Verwaltung komplexer Aufgaben. Dieses System, das von Hitachi als Unified Compute Platform Advisor bezeichnet wird, unterstützt das Hardwaremanagement und soll die Komplexität der Verwaltung mehrerer miteinander verbundener VMware vCenter-Umgebungen reduzieren.

IBM

VersaStack ist sowohl für den Einsatz in einer Hybrid Cloud als auch für Private Cloud und Multi Cloud entworfen worden. Es soll Unternehmen bei der Verwaltung ihrer digitalen Transformation und der Modernisierung ihrer Rechenzentren unterstützen.

Das Alleinstellungsmerkmal von VersaStack ist sein NVMe-basierter Speicher. NVMe-Storage verwendet Echtzeitkomprimierung, um den Platzbedarf gespeicherter Daten zu reduzieren. IBM bietet außerdem eine verbrauchsabhängige Preisgestaltung, so dass Unternehmen nur für den von ihnen genutzten Speicher bezahlen und keine großen Vorabinvestitionen einbringen müssen.

NetApp

Die konvergente Infrastruktur von NetApp FlexPod ist eine äußerst vielseitige Plattform, aber das Unternehmen stellt sie primär als Plattform für künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML) vor.

Unternehmen können FlexPod Datacenter für KI auf Cisco UCS Rack-Servern der C-Serie oder Cisco UCS C480 ML M5 Rack-Servern und Cisco Blade-Servern aufbauen. FlexPods bestehen aus Cisco UCS 6000 Series Fabric Interconnects, Cisco Nexus 9000 Series Switches und NetApp All Flash FAS A-Series Flash-Arrays. Der Speicher kann auf mehr als 20 PB in einem einzigen Namensraum skaliert werden und verfügt über integrierte Deduplizierung und Datenkomprimierung. Die NetApp OnTap Datenmanagementsoftware verwaltet die FlexPod Plattform.

Pure Storage

Pure Storage FlashStack wurde zur Unterstützung unternehmenskritischer Anwendungen, Datenanalysen und DevOps-Umgebungen entwickelt. Obwohl Pure Storage FlashStack als System für Private und Hybride Cloud positioniert, bietet das Unternehmen konvergente Infrastrukturarchitekturen an, die speziell für Geschäftsanwendungen wie Microsoft Exchange, SAP und Oracle entwickelt wurden.

FlashStack basiert auf dem Einsatz von Cisco UCS-Rack-Servern und Cisco UCS Director. Die Plattform umfasst auch die Integration mit OpenStack und VMware vRealize. Pure Storage bietet auch eine Version an, die speziell für maschinelles Lernen und KI-Anwendungen konzipiert ist und Cisco UCS C480 ML Rack-Server verwendet.

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