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Exoscale Cloud: Alternative zu Amazon, Microsoft und Google

Der Schweizer Cloud-Anbieter offeriert europaweit unterschiedliche Services und ist somit eine Option zu den der amerikanischen Schwergewichten in der Cloud. Ein Kurzüberblick.

Das Schweizer Unternehmen Exoscale, das seinen Hauptsitz in Lausanne hat, bietet seit 2011 verschiedene Cloud-Dienste an und adressiert vor allem den europäischen Markt, der nach Einführung der DSGVO und auch aufgrund verschärfter interner Compliance-Vorgaben nach Alternativen zu den drei großen amerikanischen Anbietern Amazon, Google und Microsoft.

Die Firma fokussiert auf Cloud-native Anwendungen und soll unter anderem Backup as a Service, Disaster Recovery as a Service sowie Container as a Service und Database as a Service offerieren. Die fünf Kernkomponenten des Angebotsportfolios umfassen derzeit Compute, Object Storage, GPU Server, DNS-Services und Runstatus.

Compute stellt hoch-performante SSD-Cloud-Server sowie ein dual 25-Gbps-schnelles sicheres privates Netzwerk bereit, mit selbständigen Zonen für stabile Deployment-Prozesse. Das Cloud-Object-Storage ist aufgrund multipler Redundanzen hochverfügbar, bietet geringe Latenzen, hohe Bandbreiten und sicheren HTTPS-Zugriff (Private oder Public). Die einzelnen Buckets werden über das Cross-Origin Ressource Sharing (CORS) angesprochen, was bedeutet, dass der Nutzer seinen Browser-basierten Apps und Webseiten dafür nutzen kann.

Darüber hinaus lassen sich Storage-Zugriffskontrolllisten über das Interface oder die API konfigurieren. Bei den GPU Servern kann der Anwender von einer bis zu vier GPU-Karten wählen, entweder Tesla P100 oder Tesla V100 von NVIDIA. Um optimale Performance zu erreichen, wird direkter Passtrough-Zugriff verwendet. Der Anwender soll in der Lage sein, alle Vorteile eines regulären Servers nutzen zu können. Für DNS-Services bietet das Unternehmen ein Anycast-DNS-Netzwerk für geringe Latenzen. Redundanzen durch Replikationen in verschiedene geografische Zonen sorgen für optimale Uptime respektive für minimale Ausfallzeiten. Unter Runstatus werden verschiedenen hosted Dashboards für DevOps-Teams angeboten, die Transparenz über Service-Vorfälle und geplante Wartung geben.

Exoscale ist zertifiziert für ISO27001 und ISO27018 sowie für CSA Star Level 2. Das bedeutet, dass sich der Cloud-Provider an spezifische Sicherheitsanforderungen hält. Die Services werden aus Zürich, Genf, Frankfurt, Wien und Sofia angeboten, weitere Expansionen nach Osteuropa (Minsk) und Amerika (Toronto und Mexico) sollen folgen. Der Fokus des Hyperscalers liegt aber nach wie vor auf dem europäischen Geschäft.

Transparentes und Skalierbares Preismodell

Das Preismodell ist sehr granular und modular aufgebaut. Es kann nach unterschiedlichen Kriterien abgerechnet werden: nach Instanzen, nach Bandbreite oder nach Kapazität (Disks) und Snapshots. Darüber hinaus gibt es ein Elastic IP Pricing. Die Instanzenpreise sind nach RAM-Größe und CPU-Cores gestaffelt, die Kapazität der SSD kann der Anwender nach Belieben für jedes Modell skalieren. So verfügt eine Micro-Instanz über 512 MByte RAM, einen CPU-Core und 10 GByte an SSD-Speicher.

Diese Angebot kostet fünf Euro pro Monat. Die SSD-Kapazität kann auf bis zu 200 GByte erhöht werden, was den Preis auf 23 Euro pro Monat steigen lässt. Das Micro-Angebot unterstützt nur Linux, alle anderen Instanzen sind wählbar als Linux oder Windows erhältlich. Die größte Instanz mit 32 GByte RAM, acht CPU-Cores und 200 GByte SSD-Platz kostet 251 Euro in der Linux-Version und 258 Euro in der Windows-Version pro Monat. Stockt man die SSD auf maximal 800 GByte auf, fallen 306 Euro, respektive 313 Euro an.

Die Firma fokussiert auf Cloud-native Anwendungen und soll unter anderem Backup as a Service, Disaster Recovery as a Service sowie Container as a Service und Database as a Service offerieren.

Die Bandbreite wird hingegen stündlich abgerechnet und berücksichtigt die Anzahl der in der letzten Stunde laufenden Maschinen. Effektiv stehen 1,42 GB Output-Bandbreite pro Maschine kostenlos zur Verfügung. Wenn eine Maschine nicht ihren verfügbaren Tier verwendet, wird sie auf anderen laufenden Maschinen derselben Organisation gemeldet. Wenn also fünf Maschinen in der letzten Stunde laufen, gibt es 7,1 GByte freie Ausgabebandbreite. Nach Überschreitung der kostenfreien Bandbreite wird diese dann mit 0,0182 Euro/GByte in Rechnung gestellt.

Snapshots werden nach der Größe ihres Volumes abgerechnet: Ein Snapshot eines 100 GByte großen Volumes zählt für 100 GByte. Snapshots werden außerhalb der Recheninfrastruktur auf einen sekundären Speicher innerhalb derselben Zone kopiert und bieten eine solide Datensicherungslösung. Preise hierfür beginnen bei einem Euro pro Monat (oder 0,0013 Euro/Stunde) für 10 GByte und können bis zu 1,6 TByte und 147 Euro pro Monat skalieren.

Bei nicht genutzten Instanzen werden nur die Ressourcen berechnet, mit denen die Instanz verbunden ist. So wird also ein Volume, das mit dieser Maschine verbunden ist nach weiter abgerechnet. Bei Bedarf lassen sich die Instanzen auch in RAM-Größe und CPU-Anzahl skalieren.

Die Exoscale-Cloud im Benchmark-Vergleich

Das Unternehmen führte verschiedene Benchmarks durch, um die eigene Performance mit Wettbewerbern wie Amazon EC2, Google Cloud und Digital Ocean zu vergleichen. Die Ergebnisse, die der Redaktion von Exoscle zur Verfügung gestellt wurden, sind in den folgenden Grafiken zusammengefasst. Eine Erklärung zum jeweiligen Benchmark-Test ist ebenso in den Grafiken enthalten.

Zunächst wurde die CPU-Performance mit Single-Core- und Multi-Core-Architektur getestet. Es. Zeigt sich, das Exoscale nicht nur die gleiche Performance, sondern in einigen Szenarien eine bessere Leistung als die Marktbegleiter abliefert.

Beim GeekBench-4-Test konnte Exoscale oft eine bessere Performance abliefern.
Abbildung 1: Beim GeekBench-4-Test konnte Exoscale oft eine bessere Performance abliefern.

Beim CoreMark-Test ging es um die generelle Leistung der CPU unter unterschiedlichen Lasten. Auch hier hatte Exoscale die Nase vorn.

Bei mittleren und großen Lasten hebt sich Exoscale von anderen Anbietern ab.
Abbildung 2: Bei mittleren und großen Lasten hebt sich Exoscale von anderen Anbietern ab.

Zuletzt wurde auch die IOPS-Performance mit bestimmten Lese- und Schreibzugriffen getestet. Beim Lesen ist das Unternehmen klar im Vorteil, bei den Schreibzugriffen liegt Digital Ocean vor dem Schweizer Anbieter.

Die Leseprozesse kann Exoscale gut verarbeiten.
Abbildung 3: Die Leseprozesse kann Exoscale gut verarbeiten.
Bei den Schreibprozessen liegt ein Mitbewerber knapp vor dem Schweizer Provider.
Abbildung 4: Bei den Schreibprozessen liegt ein Mitbewerber knapp vor dem Schweizer Provider.

Natürlich sind auch Benchmark-Tests mit Vorsicht zu genießen. Letztlich hängt vieles von der Umgebung, der gewünschten Konfiguration und den realen Workloads des Anwenders ab. Das lässt sich nicht für jeden Nutzer durch Benchmark-Tests abbilden. Eigene Test in Absprache mit dem Anbieter können sicher helfen, das passende Hosting- und Preismodell zu finden, was aufgrund des extrem gestaffelten und skalierbaren Modells kein Problem sein sollte.

Das Unternehmen Exoscale wird von Antoine Coetsier als CEO und Pierre-Yves Ritschard als CTO geführt. Investoren sind die A1 Telekom Austria Group sowie die A1 digital international GmbH.

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2019 aktualisiert

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