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Scality RING8: Die wichtigsten Fakten im Überblick

Mit RING8, in Kombination mit Zenko, sollen Anwender mehr Einsicht in ihre Daten und besseres, holistisches Management über verschiedene Standorte und Clouds bekommen.

Das Unternehmen Scality hat mit RING8 seine Object-Storage-Software erweitert, um zusätzliche Funktionen vor allem im Bereich des hybriden Cloud-Management und der Sicherheit anbieten zu können. Zu den wichtigsten Erweiterungen gehören unter anderem eine rollenbasierte Zugriffskontrolle und Verschlüsselung, Multi-Tenancy-Fähigkeiten für Service Provider, mehr S3-Support sowie NFS v4- Unterstützung und eXtended Data Management (XDM) für die Orchestrierung hybrider Multi-Cloud-Umgebungen.

Die hinzugefügten Funktionen sollen es dem Unternehmen ermöglichen, neue Geschäftsfelder beziehungsweise zusätzliche Einsatzgebiete zu erschließen.

Mobile Datenorchestrierung über Multi Clouds hinweg

Die wohl wichtigste Produkterweiterung ist das eXtended Data Management (XDM) Tool, das eine Datenorchestrierung über Multi-Cloud-Umgebungen und so genannte Core und Edge RINGs hinweg gewährleistet. Diese Technologie basiert auf dem Produkt Zenko, das bereits seit 2018 erhältlich ist und weiterhin als eigenständiges Produkt verkauft wird.

XDM beziehungsweise Zenko entkoppelt Metadaten von Daten und erzeugt einen einzigen Metadaten-Namespace, um es Anwendern zu ermöglichen, Informationen in Private und Public Clouds zu suchen und abzurufen. Darüber hinaus lassen sich Policies erstellen, mit denen Daten zwischen Edge- und Core-Standorten sowie Public Clouds migriert werden können. Der Hersteller nennt diese Regeln Lifecycle Transition Policies, die zusätzlich zu bestehenden Multi-Cloud-Replikationen eingesetzt werden können.

Ein Szenario für hybride Clouds könnte wie folgt aussehen: Für ein Disaster-Recovery verschiebt Zenko Kopien in die Public Cloud. Wenn erforderlich kann der Administrator seine vorhandenen Applikationen/Tools (z.B. weka.io) nutzen, die dann in der Cloud auf diese Kopien zugreifen, um eine Produktivumgebung einzurichten und ein Failover durchzuführen.

Diese Technologie unterstützt Amazon Web Services S3, Google Cloud Storage, Microsoft Azure Blob Storage, DigitalOcean und Wasabi Public Cloud Storage. Privat-Cloud- und lokale Speicheroptionen sind RING, Ceph und NAS-Systeme von Dell EMC und NetApp. Darüber hinaus lassen sich so genannte Cloud Transform Policies für Filer nutzen, mit denen sich Daten auf bestehenden NAS-Systemen auffinden und in die Cloud importieren lassen. Dafür wird das NFS v4-Protokoll unterstützt. Anwender sollen so ältere NAS-Modelle beziehungsweise deren Daten in die Cloud migrieren und die Hardware dann ablösen oder eliminieren können. Hinzu kommt der Support für native Apps, mit denen auf NAS-Daten via RESTful-Protokoll zugegriffen werden kann.

XDM beziehungsweise Zenko entkoppelt Metadaten von Daten und erzeugt einen einzigen Metadaten-Namespace, um es Anwendern zu ermöglichen, Informationen in Private und Public Clouds zu suchen und abzurufen.

Obwohl XDM für RING8-Kunden kostenlos ist, müssen sie die XDM-Software separat auf einem oder mehreren zusätzlichen  Servern oder als virtuelle Maschine auf einem leistungsstarken Server installieren, wenn sie die Funktion mit der ersten Version nutzen möchten. XDM benötigt diese zusätzlichen Rechenressourcen, damit der Workflow-Manager Dateien in die Warteschlange stellen und Daten an eine oder mehrere Cloud-Sites übertragen kann.

In erster Linie wird hier Memory benötigt, mindestens 32 GByte RAM, aber der Hersteller gibt an, dass 64 GByte wahrscheinlich die bessere Wahl sein, damit der Workflow-Manager ausgeführt werden kann.

Anwender, die die erste Produktversion 8.0 verwenden, müssen XDM von einer anderen Benutzeroberfläche (UI) aus verwalten als die RING-Software. Künftige RING-Updates, die bis Ende 2019 anstehen, werden eine gemeinsame Management-Benutzeroberfläche und die einheitliche Installation von RING und XDM unterstützen.

Die Integration besteht aus mehreren Teilen. RING 8.0 gewährleistet Backend-Datenintegration, bei der vorhandene Informationen bekannt sind. Danach erfolgt die Managementintegration, die verschiedene Portale mit dem RING-Supervisor verbindet. Der hierfür erforderliche Code, den der Anwender schreiben muss, um die Integration der Benutzeroberfläche umzusetzen, ist geringer als der der Backend-Integration.

Support für Container, Core und Edge

Auch an Kubernetes-Umgebungen hat der Anbieter gedacht. Eine containerbasierte Mikroservices-Architektur lässt sich sowohl auf Bare Metal-Systemen oder in der Cloud einrichten. Dabei lässt sich diese Umgebung von einem Container zu einem vollständigen Cluster hochskalieren.

Scality bedient mit RING8 nun auch so genannte Core- und Edge-Konfigurationen. Eine Edge-Implementierung ist eine „kleine“ RING-Installation, beispielsweise mit 200 TByte und geringerer Stabilität mit einem Erasure Coding von 7:5. In einer Konfiguration mit drei Servern, kann ein Server ausfallen, ohne, dass dies Auswirkungen hat.

Dies könnte zum Beispiel in Außenstandorten, Filialen oder externen Büros mit hohen Datenanforderungen zum Einsatz kommen. Diese Edge-RING-Installationen replizieren dann ihre Daten an einen sehr viel größeren Core-RING mit einem größeren Zahl von Servern, entsprechendem Erasure Coding und somit höherer Stabilität und Sicherheit. Der Hersteller empfiehlt eine Konfiguration über drei Standorte hinweg (Erasure-Coding 7:5). Hier können mehr Hardware-Komponenten ausfallen, ohne dabei die Sicherungsprozesse zu beeinflussen, genauer gesagt kann ein gesamter Standort ausfallen.

Mit dem Core-Edge-Konstrukt will Scality Cloud-Datensilos vermeiden und eine hoch skalierbare und sichere Multi-Cloud-Umgebung garantieren. Mittels Zenko beziehungsweise XDM ist eine Orchestrierung mittels Data Mobility Policies über Core-, Edge- und Cloud-Installationen hinweg möglich. Darüber hinaus lassen sich, laut Herstellerangaben, alle Standorte/Clouds über das zentrale Management durchsuchen und Daten abrufen.

Die Funktions-Updates in RING8 im Überblick

Enterprise Security:

Key Management System (KMS)-Integration via KMIP 1.2

Support für SE Linux, Eliminierung von root procs

Kerberos KDC Authentifizierung für NFS v4

Multi-Tenancy für Service Provider Deployments:

S3-basierte Quotas für STaaS

AWS IAM Bucket Policies (zusätzlich zu IAM User/Group policies)

Cloud Native Storage Support:

AWS S3 Bucket Lifecycle Transition API (XDM), Bucket Notification API

OpenStack Swift API (Support für die aktuelle Version)

Legacy App Support:

NFS v4 (4.0) für bestehende Systeme

IPv6 Support für NFS und SMB mit Verschlüsselung auf Wire-Ebene.

Upgrade-Optionen und Roadmap

Viele Kunden werden sich sicher lieber für die voll integrierte Version Ring8.1 entscheiden, da dies besser ist, als Software separat installieren zu müssen. Das würde das Upgrade vereinfachen und die einheitliche Benutzeroberfläche für das Management schaffen. Die XDM-Funktionen erhalten Kunden laut Scality ohne Aufpreis und soll ihnen neue Möglichkeiten im Datenmanagement eröffnen.

Ein Beispiel für Backups: Sobald Backup-Daten im RING erfasst sind, kann der Anwender Langzeitarchivierung in einem Public Cloud S3-konformen Speicher zu einem noch kostengünstigeren Preis nutzen, da er nun über eine integrierte Möglichkeit zur Verbindung mit anderen Clouds verfügt.

Scality führt derzeit Benchmark-Tests mit All-Flash-RING-Konfigurationen mit QLC-Medien durch. Eine NAND-basierte RING-Installation würde weniger Strom verbrauchen und eventuell stabiler operieren als Disk-basierte Lösungen, obwohl QLC gerade in dieser Hinsicht wirklich noch auf Herz und Nieren getestet werden muss.

Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen mit HPE zusammen, um RING mit Infosight, der Analyse- und Managementplattform von HPE, zu integrieren. Darüber hinaus hat HPE auch einen abgestuften (tiered) KI-Datenknoten mit WekaIO-Software für den schnellen Datenzugriff sowie Scality RING-Software für die längerfristige Datenspeicherung auf den Markt gebracht.

RING8 soll mit seinen Funktionalitäten nicht nur klassische IT-Umgebungen wie Finanzdienstleister oder Medien bedienen, sondern auch anderen Branchen hybrides Cloud-Management ermöglichen, beispielsweise Krankenhäusern, Bibliotheken, Museen oder Sportveranstaltern und -Vereinen.

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