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Multi Cloud: Gute Management-Tools sind essentiell

Gute Management-Tools für Multi-Cloud-Umgebungen sind Mangelware. Trotz Google Anthos müssen Anwender sich jedoch in der Regel noch immer selbst helfen und Know-how mitbringen.

Unternehmen investieren weiter in Multi-Cloud-Strategien. Dies gibt ihnen Zugang zu einer Bandbreite an Services, aber wegen der Plattformunterschiede schafft es auch Managementprobleme.

Multi-Cloud-Management kann Installationen über mehrere Umgebungen hinweg vereinfachen und die Unterhaltskosten senken. Die gegenwärtig auf dem Markt vorhandenen Lösungen sind jedoch keineswegs fertig entwickelt. Ihre Defizite zwingen die Anwender, mit großem Aufwand an der Integration komplexer Systeme zu arbeiten – eine Belastung, die für die meisten Unternehmen zu groß ist.

Das führt dazu, dass viele Unternehmen, die mehr als eine Cloud benutzen, diese Umgebungen oft jede für sich verwalten, anstatt ein Tool für Multi-Cloud-Management einzusetzen. Bei diesem Ansatz werden Ressourcen verschwendet, können Workloads nicht zu der eigentlich bevorzugten Plattform verschoben werden, und die Anwender zahlen letztendlich mehr, als sie sollten. Was sie brauchen, ist ein übergreifendes Angebot, um diese Schwierigkeiten zu meistern.

Unternehmen verlangen mehr

Unternehmen wünschen sich Hersteller, die umfassendere Management-Dienstleistungen für Multi-Cloud-Umgebungen zur Verfügung stellen. Doch die Industrie hat sich bisher nicht auf die Systemanforderungen oder Bereitstellungsmechanismen für solche Tools eingestellt, wie Roy Illsley, Analyst bei Ovum, berichtet.

„Unternehmen sehen sich nach Multi-Cloud-Management um – es gibt da einfach nichts“, sagt Illsley. „Kein Hersteller liefert so etwas. Im besten Fall verfügen sie vielleicht über 70 Prozent der Funktionen, die die Anwender erwarten.“

Unternehmen wollen Features, die eine Orchestrierung über mehrere Clouds hinweg unterstützen und die Performance von unterschiedlichen Cloud-Services garantieren. Dies würde ihnen ermöglichen, bestimmte Instandhaltungsaufgaben wie zum Beispiel das dynamische Verschieben einer Workload von einer Cloud zu einer anderen zu automatisieren.

Es existieren keine Standards, die festlegen, wie verschiedene Management-Systeme Informationen austauschen, so dass jeder Hersteller Schritt für Schritt Verbindungen zwischen den Systemen aufbauen muss.

Die Anwender von Multi Clouds wollen auch Kosten- und Risikoanalysen durchführen, um die beste Lösung für ihre Workloads zu identifizieren, und sie wollen Policies in einer einheitlichen automatisierten Art und Weise wie zum Beispiel Netzwerk-Security über mehrere Clouds hinweg einführen. Um dies zu realisieren, müssen die Management-Tools Systemänderungen der jeweiligen Cloud-Plattform erkennen und auf sie reagieren – Fähigkeiten, die aber erst noch im Aufbau sind.

Unabhängige Hersteller unternehmen große Anstrengungen, um die verschiedenen Managementsysteme der ursprünglichen Clouds miteinander zu verbinden. Es existieren jedoch keine Standards, die festlegen, wie verschiedene Managementsysteme Informationen austauschen, so dass jeder Hersteller Schritt für Schritt Verbindungen zwischen den Systemen aufbauen muss. Damit müssten schließlich Managementdaten der verschiedenen Plattformen in einer einzigen Konsole für Anwender zusammengeführt werden, aber wegen der Komplexität dieses Prozesses sind nur wenige Managementanbieter in der Lage, viel mehr als das zur Verfügung zu stellen.

Um das Problem zu verstärken, werden diese Verbindungen über die Management-APIs jedes Lieferanten hergestellt. Aufgrund der Konkurrenzsituation konzentrieren sich die Anbieter von Public Clouds eher auf ihre eigenen Managementfähigkeiten, als ihre Systeme den anderen zu öffnen. Das führt zu dem Resultat, dass die gegenwärtigen APIs nicht so wirkungsvoll wie autonome Managementsysteme sind und ihre Funktionalität verlieren, wenn verschiedene Systeme miteinander verbunden werden.

Es gibt allerdings Anzeichen, dass sich die größeren Cloud-Anbieter angesichts der Anwenderwünsche etwas bewegen könnten. Im April 2019 wurde Google Anthos – vorher bekannt als Google Cloud Services Platform – generell verfügbar gemacht: Es liefert eine allgemeine Softwareverbindung, die auf Google Cloud und in Rechenzentren läuft, aber ist auch so angelegt, dass sie Workloads auf Drittanbieter-Clouds wie AWS und Microsoft Azure managt. Da der Service so neu ist, bleibt es aber abzuwarten, wie tief die Integration von Anthos in diese anderen Plattformen sein wird.

Die Anwender müssen die Lücken füllen

Die Hersteller machen weiterhin Versprechungen über die Funktionen von Multi-Cloud-Systemen, aber es ist für die Anwender zunehmend schwierig geworden, ihnen zu glauben. Wenn sich die Unterhaltungen vom hypothetischen Bereich zu realen Szenarios weiterentwickeln, gibt es immer irgendwo einen Haken, sagt Illsley.

Der Analyst ergänzt: „Außer man ist Facebook oder Google, ansonsten hat man in der Regel nicht genug Ressourcen und Manpower, um diese Systeme genügend zu optimieren, so dass sie auf eine vollständige und echte Weise wie ein Multi-Cloud-Management funktionieren.“

Zum Beispiel könnte ein Multi-Cloud-Management einen dedizierten Python-Programmierer erfordern, um das System anzuschließen und aufrechtzuerhalten, aber diese Position werden die meisten Unternehmen nicht in ihrer IT-Mannschaft vorgesehen haben. Die Orchestrierungsfunktionen, die sich viele Anwender wünschen, sind nur in Unternehmen mit großen Mannschaften für technischen Support und mit technischen Experten vorhanden, die solche Funktionen in eigener Regie bauen können.

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