Geräte- oder Nutzer-CAL: Die richtige Lizenzierung für Server und Hypervisor

Gerade in virtuellen Umgebungen ist die richtige Lizenzierung von Server, Hypervisor und Applikationen ein komplexes Thema. So gelingt der Einstieg.

Eines der beim Thema Server-Virtualisierung oft übersehenen Themen ist die richtige Lizenzierung. Durch Virtualisierung kann die Software-Lizenzierung erheblich kompliziert werden, daher ist für Administratoren eine sorgfältig durchgeführte Due Dilligence enorm wichtig, um die richtige Lizenzierung im Unternehmen sicherzustellen.

In virtuellen Umgebungen gibt es zahlreiche Faktoren, die eine Lizenzierung erschweren können. Zum Beispiel kann es sein, dass Unternehmen viele verschiedene Lizenzen kaufen müssen, um die Compliance sicherzustellen. Darunter fallen zum Beispiel Lizenzen für

Ein anderes Problem besteht in der hohen Dynamik virtueller Umgebungen. So kann hierbei ein Gastbetriebssystem problemlos auf einem Host erstellt werden und ohne großen Aufwand auf einen anderen Host verschoben werden. Genauso schnell können virtuelle Maschinen von allen Personen mit entsprechenden Rechten erstellt werden. Wie sollen Administratoren mit diesen Lizenzanforderungen mithalten?

Jeder Softwareanbieter hat seine eigenen Anforderungen an die Lizenzierung, daher ist es in diesem Bereich enorm wichtig, eher den spezifischen Herstelleranforderungen als generellen Richtlinien zu folgen. Trotzdem gibt es aber natürlich generelle Strategien, die für die meisten Anwendungsfälle funktionieren.

Die richtige CAL-Lizenz für virtuelle Umgebungen

Die erste Empfehlung lautet ganz klar, zunächst auf spezielle Lizenzanforderungen für CPU-Sockel zu achten. Für Hypervisor-Anbieter ist es eine gebräuchliche Vorgehensweise, die Lizenzen für Hypervisor und Management-Server von der Anzahl der genutzten CPU-Sockel des Host-Servers abhängig zu machen.

Ein weiterer Ratschlag betrifft die verwendeten Anwendungen. Die Lizenzanforderungen für Applikationen ändern sich im Regelfall nicht, nur weil die Anwendung in einer virtuellen Umgebung ausgeführt wird. Man könnte im Gegenteil sogar eher argumentieren, dass den meisten Softwareanbietern bewusst sein dürfte, dass ihre Applikation mittlerweile zum größten Teil auf virtuellen Servern ausgeführt werden. Daher ist es auch inzwischen völlig normal, eine Software für den Einsatz in virtuellen Umgebungen zu lizenzieren.

Genauso wie die Lizenzierung von Applikationen keinen Unterschied zwischen physischen und virtuellen Umgebungen mehr macht, gibt es auch bei Server-CALs keine unterschiedliche Herangehensweise. Wenn ein Betriebssystemhersteller eine Lizenz für jeden Nutzer benötigt, der Zugriff auf den Server hat, dann ändert sich diese Anforderung normalerweise nicht, nur weil der Server auf virtueller Hardware läuft.

Als Randbemerkung sei darauf hingewiesen, dass viele Hersteller ihren Kunden die Wahl lassen, ob sie die CAL-Lizenzierung auf Basis von Anwendern oder Geräten vornehmen wollen. In der Vergangenheit war die Lizenzierung pro Gerät meist günstiger, heutzutage greifen aber viele Mitarbeiter von vielen verschiedenen Geräten auf ihre Software zu, so dass die Lizenzierung auf Basis der Nutzer inzwischen wohl günstiger ist.

Sofern die virtuellen Maschinen nicht ein kostenfreies Open-Source-Betriebssystem nutzen, muss auch dieses Betriebssystem richtig lizenziert werden. Hierbei variieren die Anforderungen der verschiedenen Anbieter allerdings enorm, wodurch ein Blick auf die spezifischen Lizenzanforderungen dringend geraten ist.

Im Fall von Windows Server 2012 R2 gilt die Lizenz für den Host, nicht für die virtuelle Maschine. Das heißt also, dass die Host-Lizenz für die virtuellen Maschinen gilt, die auf dem entsprechenden Host ausgeführt werden, und zwar unabhängig davon, welcher Hypervisor tatsächlich genutzt wird.

Windows Server auf VMware-Infrastruktur lizenzieren

Für ein konkreteres Beispiel könnte man sich etwa vorstellen, Windows Server 2012 R2 in einer VMware-Umgebung auszuführen. Dafür benötigt man zunächst die Lizenz für VMware vSphere, aber natürlich auch für Windows Server 2012 R2 (im Normalfall dürfte hier die Datacenter Edition für die meisten Unternehmen am geeignetsten sein).

Diese Lizenz würde dann für die virtuellen Windows-Server-Maschinen gelten, die auf dem VMware-Server ausgeführt werden. Falls eine VM auf einen anderen VMware-Server migriert wird, dann gelten hierfür die Lizenzen des neuen VMware-Hosts. Windows-Server-VMs nehmen also ihre Lizenzen nicht mit, wenn sie auf andere Hosts umgezogen werden. Für mehr Informationen zu dieser komplexen Materie bietet Microsoft ein eigenes Portal rund um Lizenzfragen für Microsoft-Produkte.

Zu guter Letzt sei noch darauf hingewiesen, dass Management-Server für virtuelle Umgebungen meistens für jeden Server, der verwaltet wird, ebenfalls je eine Lizenz benötigen. Wer zum Beispiel System Center Virtual Machine Manager nutzen will, der benötigt für jeden verwalteten Host-Server eine eigene Lizenz.

Die Lizenzierung virtueller Umgebung ist und bleibt ein komplexes Thema. Ein weiterer Punkt, auf den man achten sollte, ist zum Beispiel der Bibliothekserver. Auch hier kann es spezielle Lizenzanforderungen für Software geben, die innerhalb eines Images installiert ist.

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