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Sechs Methoden für die Wahl von Cloud-Backup

Bei der Wahl des richtigen Anbieters für Cloud-Backup muss man von der genauen Bestimmung der eigenen Situation und der eigenen Ansprüche ausgehen.

Momentan ist es ein guter Zeitpunkt, sich nach einem Cloud-Backup umzusehen, es sei denn, das Unternehmen ist aufgrund spezifischer Vorgaben oder Rahmenparameter gezwungen, ein lokales Backup durchzuführen. Es ist jedoch keine einfache Angelegenheit, den richtigen Backup-Anbieter für die Firma auszuwählen.

Deshalb stellen wir hier einige geeignete Methoden vor, wie man Cloud-Backup-Services bewerten sollte. Aber bevor man damit beginnen kann, sollte man sich klar machen, um was es genau bei Cloud-Backup geht.

Die realitätsnahe Definition von Cloud-Backup

Es gibt so viele verschiedene Interpretationen, wenn „Cloud-Backup“ angeboten wird, dass in einem ersten Schritt geklärt werden soll, was mit diesem Begriff gemeint ist. Allgemein betrachtet, gibt es vier Kategorien von Cloud-Backup:

  • Cloud Storage. Wenn man die Cloud lediglich als eine entfernte Festplatte und für sonst nichts anderes benutzt, dann spricht man von Cloud Storage. Dies ist weitgehend verfügbar. Man erzeugt Backups von seinen Daten, Anwendungen und Systemen im Rechenzentrum und speichert sie in der Cloud In vielen Fällen wird so ein hybrider Cloud-Ansatz angewendet, bei dem Backups On-Premises erzeugt und in die Cloud repliziert werden. In jedem Fall besteht die Rolle der Cloud nur darin, das Storage-Ziel des Backups zu sein.
  • Cloud-Backup. Dieser Begriff bezieht sich auf das Backup von Cloud-basierten Systemen und Ressourcen wie zum Beispiel das Backup von EC2 Images bei AWS. Die Backups werden meistens in der gleichen Umgebung durchgeführt, um Gebühren zu vermeiden, die mit der Verlagerung der Daten aus dieser Umgebung heraus verbunden sind. In diesem Fall ist die Cloud also beides – die Backup-Quelle und das Speicherziel für das Backup.
  • Backup und Storage zusammen. Einige Anbieter von Backup-Software stellen sowohl die Software als auch ihre eigene private Cloud für Storage zur Verfügung. Dahinter steckt die Idee, dass sie eine überlegene Managementerfahrung, niedrigere Kosten und erhöhte Sicherheit bieten können, wenn sie jeden Aspekt von Backup und Recovery unter ihrer Kontrolle behalten.
  • Managed Backup. Dies geht von der zuletzt erwähnten Option aus und fügt der Mischung maßgeschneiderte Dienstleistungen hinzu. Cloud Service Provider (CSPs), die sich auf Backups konzentrieren, bieten eine Bandbreite von Services an – von der Bewertung und Definition von Backup-Anforderungen über die Durchführung des täglichen Managements der Backup-Jobs bis hin zur Unterstützung beim Recovery.

Die Landschaft der Backup-Anbieter

Heute gibt es bei weitem zu viele Backup-Anbieter zur Auswahl und sicher zu viele, um sie alle in diesem Artikel aufzuzählen. Doch alle Cloud-Anbieter gehören zu einer dieser verschiedenen Gruppen:

  • Mega-Cloud. Dies sind die ganz großen Anbieter, auch Hyper-Scaler genannt, die den Markt beherrschen: AWS, Microsoft Azure, Google Cloud Platform und IBM Cloud. Diese Anbieter stellen alles zur Verfügung, was man sich bei Backups nur vorstellen kann, einschließlich virtueller Infrastruktur, verschiedener Storage-Schichten und mehr.
  • Größere Cloud-Anbieter. Diese Gruppe setzt sich zum Beispiel aus Anbietern wie Alibaba, Oracle und Rackspace Sie haben eine Menge zu offerieren, gehören aber (noch) nicht zu der Gruppe der ganz großen Mega-Clouds.
  • Backup-Hersteller. Dies sind die Player im Backup-Markt, die mit fast jeder Cloud auf dem Globus zu tun haben. Zu ihnen gehören zum Beispiel Hersteller wie Arcserve, Commvault, Unitrends, Veeam Software und Zerto.
  • Alle übrigen. Nach den bisher genannten Gruppen schmelzen die Marktanteile dahin. Das bedeutet aber nicht, dass man sich nicht nach diesen kleineren Playern umsehen sollte – ganz im Gegenteil. Kleinere Hersteller bieten bei weitem mehr personalisierte Dienstleistungen zu niedrigeren Kosten an, weil sie auf diese Weise versuchen, mit den größeren Anbietern zu konkurrieren. Cloud Service Provider wie zum Beispiel Asigra, KeepItSafe und OffsiteDataSync fügen auf diese Weise ihren Systemen einen zusätzlichen Wert hinzu, wie es ihre größeren Konkurrenten nicht könnten. Das gleiche stimmt auch für kleinere Backup-Hersteller.

Optimale Methoden für die Auswahl eines geeigneten Anbieters von Cloud-Backup

Es gibt eine Menge Überschneidungen in den Backup-Angeboten der Hersteller, so dass Anwender strategisch vorgehen sollten, wenn sie eine Liste der in Frage kommenden Unternehmen aufstellen. Zu diesem Zweck dienen die folgenden Best Practices, die eine Hilfestellung bei der Suche nach dem richtigen Cloud-Backup-Anbieter für die Anwender geben.

  1. Die Angebote der Backup-Hersteller verstehen. Was genau will man mit einem Backup sichern? Die Liste kann lokale Systeme und Daten einschließen, sowie Cloud-basierte virtuelle Maschinen, besondere Betriebssysteme der Kunden, Daten von Cloud-Anwendungen und mehr. Man sollte sich vergewissern, ob der jeweilige Hersteller die eigenen Backup-Anforderungen des Unternehmens erfüllt.
  2. Nach den Startmethoden fragen. Die Backup-Software installieren und ein erstes Backup als Grundlage („seed“) starten, bringt einem solange nichts ein, bis sich nicht eine komplette Kopie in dem Backup-Speicher befindet. Einige Hersteller sorgen für so eine Backup-Grundlage über eine Internetverbindung, andere schicken ein physisches Laufwerk und wieder andere schaffen eine lokale Backup-Grundlage und replizieren die Kopie in die Cloud. Man muss herausfinden, welche Methode der potentielle Cloud-Anbieter anwendet, und genau die Für und Wider und die Geschwindigkeit von jeder untersuchen.
  3. Die Storage-Niederlassungen des Anbieters prüfen. Ein paar Probleme ergeben sich in der Folge von diesem Punkt aus. Erstens will niemand seine Daten an Orten speichern, an denen Katastrophen wie zum Beispiel ein Erdbeben das eigene Unternehmen und den ausgesuchten entfernten Backup-Speicher tangieren könnten. Zweitens will niemand seine Backups so weit entfernt untergebracht haben, dass die Durchführung der Backups und des Recovery zu langsam sein werden. Drittens will man seine Daten in einem Teil der Welt gespeichert sehen, der keine Auslieferung der Daten an ein anderes Land erlaubt. Jedes Unternehmen wird hier seine richtige Mischung finden müssen, je nachdem wie wichtig jeder dieser Faktoren ist.
Es gibt eine Menge Überschneidungen in den Backup-Angeboten der Hersteller, so dass Anwender strategisch vorgehen sollten, wenn sie eine Liste der in Frage kommenden Unternehmen aufstellen.
  1. Nach den Methoden der Datensicherheit fragen. Jeder Backup-Anbieter verschlüsselt die Daten, aber die Anwender müssen wissen, welches Verschlüsselungs-Niveau eingesetzt wird. Es sollte mindestens AES 256-bit sein. Man muss also danach fragen, wer Zugang zu dem privaten Decryption Key hat. In einigen Fällen haben ihn sowohl der Anwender als auch der Backup-Anbieter und in anderen Fällen nur der Anwender. Die zuletzt genannte Variante bietet mehr Sicherheit, da der Anwender immer von der Notwendigkeit eines Restore ausgeht, aber die zuerst genannte erlaubt eine schnellere Recovery-Zeit durch einen Anbieter von Managed Backup.
  2. Nach der Unterstützung von Compliance fragen. Die Hersteller sollten mit den standardisierten Schutzvorkehrungen bei Privacy und Security kompatibel sein. Wenn das eigene Unternehmen jedoch besondere Compliance-Vorschriften erfüllen muss, die Einfluss auf Backups oder Archivierung haben, muss man genau herausfinden, wie der Hersteller diesen besonderen Vorschriften entspricht.
  3. Die Einzelheiten der Preisgestaltung kennenlernen. Kleinere Hersteller können sowohl Backup-Software als auch Speicherplatz zu einem einfachen Preis auf Gigabyte-Basis anbieten. Bei größeren kann es sich etwas schwieriger gestalten, weil man als Kunde erst einmal die Basiskosten für Storage bezahlen muss, plus eigene Ausgaben für Dateneingang, Datenausgang, Löschen, Wiederherstellen sowie für Query-Gebühren. Alles das macht es fast unmöglich, die anfallenden monatlichen Kosten leicht zu kalkulieren. Man sollte deshalb ernsthaft beim Lieferanten nachfragen und auf einer klaren, nachvollziehbaren Antwort bestehen.

Den richtigen Anbieter für Cloud-Backup finden

Erfolgreiches Cloud-Backup startet mit der Wahl des richtigen Anbieters. Und doch gibt es keine hundertprozentige Antwort. Für einige Unternehmen ist ein Mega-Cloud-Hersteller von der Stange vielleicht die richtige Wahl. Für andere scheint die praxisorientierte Unterstützung durch einen spezialisierten Provider das Richtige zu sein. Die Antwort auf die Frage, wer der perfekte Anbieter von Cloud-Backup für das eigene Unternehmen ist, liegt in der genauen Bestimmung der eigenen Bedürfnisse und der Erkenntnis, ob der Cloud Provider in der Lage ist, dafür die adäquaten Lösungen bereitzustellen.

Wenn man sich an den oben genannten sechs Vorschlägen orientiert, wird man weitere Fragestellungen und Probleme entdecken und sicher erkennen, welcher Provider von Cloud-Backup der richtige für das eigene Unternehmen ist.

Nächste Schritte

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