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So planen Sie ein Netzwerkbudget

Das Netzwerkbudget ist ein wichtiger Bestandteil der IT-Finanzplanung. Es gibt verschiedene Ansätze, um ein auf den Geschäftszielen basierendes Netzwerkbudget zu erarbeiten.

Das Netzwerk verbindet alle internen und externen IT-Systeme und -Ressourcen und ist damit ein wesentlicher Bestandteil einer IT-Abteilung. Wenn Unternehmen sicherstellen, dass die Netzwerkressourcen wie erwartet funktionieren, trägt dies zum Gesamtergebnis des Unternehmens bei.

Das Netzwerkbudget legt fest, wie viel Geld ein Unternehmen für seine IT-Netzwerke und Netzwerkdienste ausgeben muss. Es ist ein wichtiger Bestandteil der IT-Finanzplanung, da es den Zusammenhang zwischen der Netzwerkbudgetierung und übergeordneten Geschäftszielen herstellt.

In der Regel sind CIOs für die IT-Budgets verantwortlich. Sie können die Erstellung, Verwaltung und Pflege des Budgets jedoch leitenden IT-Führungskräften wie einem CTO oder Chief Networking Officer übertragen.

Das Netzwerkbudget sollte kurz-, mittel- und langfristige Netzwerkanforderungen abdecken. Dazu gehören die Gehälter der Netzwerk-Teammitglieder sowie Ausgaben im Zusammenhang mit der Planung, dem Design, der Bereitstellung, dem Testen und der Wartung des Unternehmensnetzwerks.

Ansätze zur Netzwerkbudgetierung 

Da das Netzwerk das gesamte Unternehmen betrifft, ist die Budgeterstellung eine wesentliche Aufgabe. Das Netzwerkteam sammelt Finanzdaten zu Netzwerkdiensten wie Investitionsausgaben (Capex), wiederkehrenden Betriebsausgaben (Opex) und Netzwerkwartung. Frühere Budgetdaten vereinfachen den gesamten Prozess, da sie nützliche historische Daten für die Analyse liefern.

Nach der Datenerfassung analysiert das Netzwerkbudget-Team den aktuellen Bedarf und die langfristigen Anforderungen auf der Grundlage von Geschäftsdaten und früheren Budgets. Anschließend sollte das Team Rückmeldungen von den Leitern der Geschäftsbereiche zu den voraussichtlich benötigten Netzwerkressourcen einholen. Dies kann von der Anzahl der Mitarbeiter, die sich vor Ort oder remote mit IT-Ressourcen verbinden, bis hin zur Anzahl der Kunden reichen, die über die Website oder das Kontaktzentrum des Unternehmens eine Verbindung zu den Unternehmensdiensten herstellen.

Auf dieser Grundlage muss die Netzwerkleitung prognostizieren, welche Netzwerkanforderungen bestehen und wann diese benötigt werden. Anschließend muss sie die Kosten für die Bereitstellung der erforderlichen Bandbreite und Konnektivität ermitteln.

Je nach Größe und Komplexität der Netzwerkinfrastruktur kann die Budgetvorbereitung einige Tage bis zu mehreren Wochen dauern. Nach der Fertigstellung muss die Geschäftsleitung das Budget genehmigen. Lehnt die Geschäftsleitung das vorgeschlagene Budget ab, muss das Netzwerkteam den Prozess möglicherweise von vorne beginnen.

Bei der Erstellung des Netzwerkbudgets können Netzwerkteams verschiedene Ansätze verfolgen.

1. Basisansatz

Der Basisansatz ist die traditionellste Methode der Netzwerkbudgetierung. Dabei wird anhand der Netzwerkkosten des Vorjahres eine Basis festgelegt und die Zahlen werden um die Inflation sowie mögliche Veränderungen bereinigt.

2. Zero-Based-Ansatz

Beim Zero-Based-Ansatz wird jeder für das Netzwerk ausgegebene Euro genau unter die Lupe genommen. Jede Ausgabe muss vom Budgetausgangspunkt an begründet werden, ohne dass Mittel aus dem Vorjahr übertragen werden. Dieser Prozess reduziert oder beseitigt Verschwendung und orientiert sich an tatsächlichen Geschäftsfällen statt an historischen Erfahrungen.

3. Zielorientierter Ansatz

Ein zielorientierter Ansatz verknüpft die Ausgaben mit den Geschäftszielen. Er hilft dabei, Investitionen gegenüber dem Management zu rechtfertigen, indem vorgeschlagene Ausgaben mit spezifischen Geschäftsaktivitäten und Projekten verknüpft werden, die darauf ausgelegt sind, KPIs und andere Kennzahlen zu erreichen.

4. Rollender Prognoseansatz

Ein rollender Prognoseansatz passt sich an dynamische Geschäftsumgebungen an, indem er häufigere Budgetüberprüfungen vorsieht. Ob monatlich oder vierteljährlich – dies führt zu einer flexibleren Budgetierung, um neuen Netzwerkentwicklungen, geschäftlichen Veränderungen oder betrieblichen Bedrohungen Rechnung zu tragen.

5. Total-Cost-of-Ownership-Ansatz

Der TCO-Prozess untersucht alle relevanten Kosten wie Planung, Bereitstellung, Tests, Wartung und Schulung. Dieser Ansatz eignet sich ideal für groß angelegte, komplexe Netzwerkprojekte. Er ist auch gut für Veränderungen in der Netzwerktechnologie geeignet – wie beispielsweise die Umstellung auf ein softwaredefiniertes WAN – und untersucht sowohl Capex- als auch Opex-Kosten sorgfältig.

6. Risikobasierter Ansatz

Bei diesem Ansatz werden Investitionen mit den Risiken verknüpft, denen ein Unternehmen ausgesetzt sein könnte. Der Fokus liegt auf Budgetposten, die die Wahrscheinlichkeit von Risikoereignissen wie Cyberangriffen, Produktivitätsverlusten und Compliance-Verstößen senken können. Dieser Ansatz wird häufig von Finanz- und Gesundheitsorganisationen genutzt.

Der Cloud-Effekt: Von Capex zu Opex

Ein kritischer Punkt in der modernen Budgetierung ist die Verschiebung von einmaligen Investitionsausgaben (Capex) zu laufenden Betriebsausgaben (Opex). SaaS-Modelle und Pay-per-Use-Lizenzierungen wandeln Fixkosten in variable Kosten um, die sich nach den Nutzerzahlen und dem Verbrauch richten. Das macht eine kontinuierliche Budgetkontrolle unerlässlich.

So wählen Sie den richtigen Ansatz

IT-Teams müssen auf Basis spezifischer geschäftlicher Kriterien entscheiden, welcher Ansatz sich am besten für das Netzwerkbudget eignet.

Planen Sie ein Netzwerkbudget.

Sie sollten mit der Netzwerkbudgetierung beginnen, indem Sie ein Dokument erstellen, in dem dargelegt wird, wie viele Ressourcen das Unternehmen für die verschiedenen Bereiche des Netzwerks bereitstellen will. IT-Verantwortliche können dies anhand einer Tabelle nachverfolgen, in der alle Posten aufgeführt sind und in der pro Spalte vermerkt ist, in welchem Monat das Team den jeweiligen Teil des Budgets ausgegeben hat.

Kostenlose Vorlage für einen Netzwerk-Budgetplan

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Bewertung des aktuellen und zukünftigen Netzwerkbedarfs

Wenn Unternehmen vorausschauend prüfen möchten, wie ein Netzwerkbudget den Weg für zukünftige Geschäftsanforderungen ebnen kann, müssen sie mehrere Kriterien berücksichtigen. Zu den Faktoren, die Unternehmen bewerten sollten, gehören:

Technische und operative Faktoren

  • Aktuelle Netzwerkkapazitäten, die sich an zukünftige Anforderungen anpassen lassen.
  • AktuelleBandbreitennutzung, Latenzzeiten und Verfügbarkeit.
  • Bestandsaufnahme der Netzwerkressourcen nach Gerätelebenszyklus, Lizenzgebühren, Garantien und Wartung.
  • Tools zur Überwachung der Netzwerkleistung.
  • Anpassungsfähigkeit der Netzwerktopologie und allgemeine Netzwerkleistung.
  • Netzwerksicherheit, wie Firewalls oder Intrusion Detection und Prevention (zum Beispiel SASE-Modelle).
  • Netzwerkresilienz und Wiederherstellbarkeit (Disaster Recovery).
  • Wesentliche Funktionen im Vergleich zu fortschrittlichen, wünschenswerten Ressourcen.

Strategische und moderne Faktoren

  • Netzwerkkapazitäten im Vergleich zu aktuellen und strategischen Geschäftsplänen.
  • Aktuelle und zukünftige Nutzung fortschrittlicher Technologien wie KI und IoT.
  • Mögliche Veränderungen im Unternehmen durch Fusionen oder Übernahmen.
  • Veränderungen in der Arbeitsleistung, zum Beispiel durch Remote-Arbeit oder hybride Modelle.
  • Technische Schuld (Technical Debt): Kosten für den Austausch veralteter Systeme, deren Wartung überproportional teuer wird.
  • Cloud-Kosten: Insbesondere Cloud-Egress-Gebühren und laufende Service-Abos.
  • Human Capital und Nachhaltigkeit: Budgets für Teamschulungen sowie Investitionen in energieeffiziente Hardware (ESG).

Netzwerkinvestitionen an den Geschäftszielen ausrichten

Unternehmen können verschiedene Schritte unternehmen, um sicherzustellen, dass ihre Netzwerkbudgets die übergeordneten Unternehmensziele unterstützen und die technologische Wettbewerbsfähigkeit erhalten bleibt. Netzwerke sind eine unverzichtbare Basistechnologie und sollten nicht außer Acht gelassen werden.

Schritt 1: Die strategischen Anforderungen des Unternehmens verstehen.

Identifizieren Sie die wichtigsten geschäftlichen Prioritäten und prüfen Sie, wie das Netzwerk diese Prioritäten unterstützt. Untersuchen Sie Themen wie Marktwachstum und -expansion, digitale Transformation, Verbesserung des Kundenerlebnisses sowie Möglichkeiten zur Kostenoptimierung oder -senkung. Netzwerkdienste spielen bei all diesen Themen eine zentrale Rolle.

Schritt 2: Geschäftsanwendungsfälle identifizieren und verstehen

In diesem Schritt wird die Netzwerktechnik mit konkreten Geschäftsaktivitäten verknüpft und es wird ermittelt, wie sie zur Erreichung der festgelegten Ziele beiträgt. Dies kann beispielsweise Änderungen bei den aktuellen Remote-Arbeitsabläufen, die Einführung eines neuen CRM-Systems oder die Modernisierung eines Kontaktzentrums umfassen. Auch Compliance-Anforderungen können dabei eine Rolle spielen.

Schritt 3: Konzentrieren Sie sich darauf, wie sich die Netzwerkinfrastruktur auf den ROI auswirkt

Sorgfältig konzipierte Netzwerkdienste tragen dazu bei, unnötige Kosten, Ausfallzeiten und Sicherheitsverletzungen im Netzwerk zu vermeiden. Um einen unterbrechungsfreien Geschäftsbetrieb zu gewährleisten, sind skalierbare Netzwerkdienste unerlässlich.

Schritt 4: Risikomanagement

Unternehmen sehen sich vielen Bedrohungen gegenüber. Sowohl externe als auch interne Bedrohungen nutzen typischerweise die Netzwerkinfrastruktur des Unternehmens. Eine zentrale Netzwerkstrategie, um die Wahrscheinlichkeit von Cyberangriffen zu verringern, ist die Verhinderung von Schwachstellen im Netzwerkperimeter.

Schritt 5: Zusammenarbeit mit den Geschäftsbereichen

Das Netzwerkteam muss proaktiv mit den Geschäftsbereichen zusammenarbeiten, um deren aktuelle und langfristige Anforderungen zu verstehen. So kann es sicherstellen, dass die Netzwerkressourcen bei Bedarf verfügbar sind.

Schritt 6: Erstellen Sie eine Netzwerk-Roadmap mit zentralen Zielen.

Sobald die Teams die vorherigen Schritte umgesetzt haben, sollten sie über ausreichende Kenntnisse des Geschäfts verfügen, um das Netzwerk auf zukünftige Geschäftsaktivitäten vorzubereiten. Auf Basis dieser Vision kann die IT-Abteilung eine Roadmap mit konkreten Initiativen erstellen und den Budgetbedarf ermitteln. Planen Sie einen finanziellen Puffer von fünf bis zehn Prozent ein. So können Sie auf Preisschwankungen bei Hardware-Lieferanten oder unvorhersehbare Sicherheitskosten reagieren.

Verknüpfen Sie Netzwerkplanungs- und -designaktivitäten mit Kennzahlen wie KPIs. Setzen Sie diese in der Roadmap als konkrete Aktivitäten nach Monat, Quartal oder Jahr um.

Fazit

Ein erfolgreiches Netzwerkbudget basiert auf Transparenz sowie einer engen Abstimmung zwischen Technik und Management. Unternehmen stellen durch die Wahl des richtigen Planungsansatzes und die kontinuierliche Überprüfung der Anforderungen sicher, dass ihre Infrastruktur nicht zum Flaschenhals, sondern zum Motor des digitalen Wachstums wird.

Nutzen Sie Tools zum Kosten-Monitoring für Ihre Cloud-Netzwerke. Oft lassen sich durch optimiertes Routing und die Beseitigung technischer Schulden sofort 15 Prozent des Budgets einsparen. Dieses Geld kann dann in neue Innovationen fließen.

This article was originally published by SearchNetworking.

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