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Wie VMware sein Portfolio für Cloud-Management ausbaut

Durch die Übernahme von CloudHealth und anderen Start-ups konnte VMware nach vorherigem Schwächeln im Bereich Cloud-Management wieder aufholen. Es gibt jedoch noch viel zu tun.

Seit 2018 hat VMware sein Portfolio und seine Fähigkeiten für das Cloud-Management ausgebaut. Die vRealize-Suite bietet Kunden unter anderem Unterstützung bei Kostenmanagement, Performance-Optimierung sowie Cloud-Migration. VMware hat durch mehrere wichtige Cloud-Übernahmen dieses Angebot weiter ausgebaut.

Es gibt jedoch noch viel zu tun. VMware hat erst spät damit begonnen, diesen Nischenmarkt zu erschließen und ist hinter die Hauptkonkurrenten zurückgefallen – insbesondere die Bilanz bei der Cloud-Sicherheit sorgte in letzter Zeit für Stirnrunzeln. Dennoch wächst VMware weiter und gewinnt auf dem Markt für Cloud-Management an Dynamik.

Was ist vRealize Operations Cloud?

VMware hat vRealize Operations Cloud zusammen mit seiner achten Version von vRealize Operations veröffentlicht. VRealize Operations Cloud bietet ein einheitliches Cloud-Management mit allen Funktionen von vRealize Operations 8.0, steht jedoch nur als Software as a Service (SaaS) zur Verfügung.

Es umfasst die Überwachung von und Fehlerbehebung für Anwendungen und Infrastruktur, Kapazitäts- und Kostenmanagement sowie Tools zum Implementieren von Compliance-Richtlinien durch künstliche Intelligenz, Predictive Analytics und maschinelles Lernen.

vRealize Operations Cloud konzentriert sich speziell auf vier Hauptbereiche des Managements:

  • kontinuierliche Leistungsoptimierung
  • effizientes Kapazitäts- und Kostenmanagement
  • intelligente Fehlerbehebung
  • integrierte Compliance

Weitere Funktionen der vRealize-Suite

Zusätzlich zu vRealize Operations Cloud hat die vRealize-Suite die Managementfunktionen von VMware Cloud auch auf andere Weise vorangetrieben. VMware vRealize Network Insight, vRealize Automation und vRealize Lifecycle Manager stellen alle zusätzliche Cloud-Managementfunktionen zur Verfügung. Viele Produkte der vRealize-Suite konzentrieren sich auf Kapazitätsplanung, Kostenmanagement und Unterstützung bei der Cloud-Migration. vRealize bietet eine einzige Konsole, von der aus Anwender sowohl Cloud- als auch lokale Ressourcen verwalten können.

Das Kostenmanagement ist besonders in Cloud-Umgebungen von entscheidender Bedeutung, da Public Clouds mit der Zeit immer teuer werden können – selbst in einem Hybrid-Cloud-Szenario, in dem die Infrastruktur sowohl Private- als auch Public-Cloud-Umgebungen umfasst.

vRealize bietet Kostenreferenzinformationen für große Cloud-Anbieter wie AWS und Google Cloud Platform. Darüber hinaus erwarb VMware Ende 2018 CloudHealth Technologies, das die vRealize-Suite im Bereich des Kostenmanagements ergänzt. vRealize bietet betriebliche Effizienz und Automatisierung, und CloudHealth fügt Funktionen für Zusammenarbeit, Governance und Optimierung hinzu.

Übernahmen von VMware für das Cloud-Management

Die Übernahme von CloudHealth, jetzt CloudHealth by VMware, hat die Multi-Cloud-Managementfähigkeiten des Anbieters erheblich erweitert. CloudHealth ermöglicht Unternehmen die zentrale Verwaltung von Cloud-Umgebungen, die AWS-, Microsoft- und Google-Services umfassen.

Der anfängliche Fokus von CloudHealth als Unternehmen lag auf der Verfolgung und Optimierung der Cloud-Computing-Kosten. Heute können Unternehmen Ressourcen einfacher zuweisen, Anwendungen plattformübergreifend migrieren und die Leistung von Cloud-Ressourcen überwachen, um die Kosten zu verwalten.

Nach der Übernahme von CloudHealth erwarb VMware mehrere andere Cloud-Managementunternehmen, um sein Portfolio zu vervollständigen: Cloud Assembly für die Automatisierung und Orchestrierung mehrerer Cloud-Umgebungen, Wavefront für die Cloud-übergreifende Überwachung, CloudCoreo für Sicherheitsbewertungen in der Cloud und CloudVelox für die Mobilität von Cloud-Workloads.

Mögliche Probleme beim Cloud-Management mit VMware

Der Einstieg von VMware in den Markt für Multi-Cloud-Management war eher zögerlich. Das verschaffte wichtigen Konkurrenten, wie Oracle und DXC Technology einen Vorsprung. Als schließlich vRealize auf den Markt kam, bot VMware nur Unterstützung für eigene Cloud-Umgebungen. Dieser Ansatz schloss potenzielle Kunden aus, die alternative Cloud-Umgebungen wie AWS und Google Cloud verwenden. VMware startete den Versuch, einen eigenen Public-Cloud-Service anzubieten: vCloud Air wurde allerdings 2017 an die französische Hosting-Firma OVH verkauft. Es kam nicht zum Durchbruch und das Unternehmen scheiterte.

Mit der Veröffentlichung von vRealize Cloud Operations und den damit einhergehenden Verbesserungen sowie den jüngsten Übernahmen hat der Cloud-Management-Sektor von VMware an Dynamik gewonnen. Wollen sie jedoch eine führende Position im Cloud-Management einnehmen, müssen sie noch nachjustieren. So fehlt zum Beispiel die Integration der Dienste in bestimmte Anbieterplattformen, einschließlich Microsoft Azure.

VMware und Sicherheit in der Cloud

Die meisten Public-Cloud-Anbieter bieten ihren Kunden ihre eigenen Sicherheitsprodukte an. Doch im Jahr 2019 verstärkte VMware seine Sicherheitssuite mit der Übernahme des Sicherheits-Start-ups Carbon Black und hat die Carbon-Black-Technologie seitdem in seine Cloud Foundation aufgenommen. Ziel ist es, veraltete Sicherheitssysteme zu ersetzen und konsistenten Datenschutz in Private- und Public-Cloud-Umgebungen zu bieten.

VMware plant sein Security-Angebot von Grund auf zu erneuern und verschlanken. Es stellt sich jedoch die Frage nach der Wirksamkeit dieses Schrittes: Kunden sind möglicherweise nicht zufrieden damit, einen Drittanbieter für bereits bereitgestellte Sicherheit hinzuzuziehen, und Bereitstellungsmodelle verlagern sich in Richtung heterogener Sicherheitskonzepte in Cloud-Umgebungen.

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