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Windows Server 2025: Der Storage-Stack im Überblick

Windows Server 2025 integriert lokale Laufwerke, softwaredefinierte Cluster und klassische Block-Storage-Modelle in einem einheitlichen Storage-Stack.

Microsoft hat Windows Server 2025 mit einem umfassenden Storage-Subsystem ausgestattet, das lokale Datenträger, verteilte Software-Stacks und klassische Block-Storage-Modelle unter einem gemeinsamen technischen Rahmen zusammenführt. Die Storage-Funktionen verfolgen keinen isolierten Ansatz für einzelne Einsatzformen, sondern nutzen durchgehend identische Kernelmechanismen für Blockverwaltung, Metadatenzugriffe, Fehlerbehandlung und Konsistenzsicherung. Einzelserver, Cluster und SAN-Anbindungen greifen auf dieselben internen Komponenten zurück.

Unterschiede ergeben sich primär durch Konfiguration und Betriebsmodus. Diese Vereinheitlichung reduziert Sonderpfade im I/O-Stack und erhöht die Vorhersagbarkeit unter Last, da dieselben Routinen unabhängig vom Deployment wirken. Lokale Laufwerke binden NVMe, SSD und HDD ohne Hardware-RAID direkt an das Betriebssystem an. Redundanz, Spiegelung und Paritätsberechnung verbleiben vollständig im Verantwortungsbereich des Storage-Stacks von Windows Server 2025. Microsoft will in Unternehmen zwar auch Azure Local einbinden, aber auch der herkömmliche Server verfügt über zahlreiche Möglichkeiten zur Storage-Anbindung.

Abbildung 1: Lokale Laufwerke lassen sich auch in Windows Server 2025 noch einfach als Storage-Basis einbinden.
Abbildung 1: Lokale Laufwerke lassen sich auch in Windows Server 2025 noch einfach als Storage-Basis einbinden.

Storage-Architekturen und Einsatzmodelle

Microsoft unterstützt mit Windows Server 2025 mehrere gleichwertige Storage-Architekturen. Ein Einzelserver nutzt interne Laufwerke für Hyper-V, File-Services oder Block-Storage-Bereitstellung. Mehrere Standalone-Server greifen über SMB auf zentrale File-Server zu oder binden Block-Storage aus SAN-Systemen ein. Cluster kombinieren Compute und Storage in hyperkonvergenten Konfigurationen oder trennen beide Ebenen in Scale-out-Architekturen. Hyperkonvergenz koppelt virtuelle Maschinen und physische Datenträger auf denselben Knoten und verteilt Redundanz über das Netzwerk. Scale-out-Modelle erlauben getrennte Skalierung von Rechenleistung und Kapazität. Windows-Server 2025 hält alle Varianten parallel verfügbar und erzwingt keinen Paradigmenwechsel. Bestehende Investitionen in iSCSI- oder Fibre-Channel-Infrastrukturen bleiben nutzbar, parallel zu softwaredefinierten Modellen auf Standard-Hardware.

Abbildung 2: Im Windows Admin Center lassen sich lokale Cluster mit Windows Server 2025 erstellen, die als Storage-Basis eingesetzt werden können.
Abbildung 2: Im Windows Admin Center lassen sich lokale Cluster mit Windows Server 2025 erstellen, die als Storage-Basis eingesetzt werden können.

NVMe-Integration im Kernelpfad

Microsoft integriert NVMe enger in Windows Server 2025 als gleichwertigen Bestandteil des Storage-Stacks. NVMe-Controller arbeiten mit mehreren Submission- und Completion-Queues, die direkt einzelnen CPU-Kernen zugeordnet sind. Der Kernel verteilt I/O-Operationen parallel über diese Queues und reduziert serielle Verarbeitungsschritte. Interrupt-Handling, Kontextwechsel und Locking-Mechanismen nutzen vereinfachte Codepfade. Dadurch steigt die maximale IOPS-Leistung gegenüber Windows Server 2022 deutlich. NVMe-Laufwerke fungieren sowohl als Kapazitätsmedien als auch als Performance-Ebene in Storage Spaces Direct. Der Stack behandelt NVMe, SSD und HDD ohne proprietäre Abstraktionen, wodurch Mischkonfigurationen technisch einheitlich bleiben.

NVMe over Fabrics als Block-Transport

Microsoft ergänzt Windows Server 2025 um einen NVMe-over-Fabrics-Initiator. Der erste Transport nutzt TCP und erlaubt Blockzugriffe auf entfernte NVMe-Targets über Standard-Netzwerke. Die Kommunikation verzichtet auf klassische SCSI-Kapselung und reduziert Protokoll-Overhead. Volumes erscheinen im Betriebssystem identisch zu lokalen Datenträgern. Dateisysteme, Cluster-Funktionen und Backup-Mechanismen greifen ohne Anpassungen darauf zu. RDMA-basierte Transporte erweitern diesen Ansatz in späteren Ausbaustufen und senken Latenzen weiter. NVMe over Fabrics ersetzt iSCSI und Fibre Channel nicht vollständig, erweitert jedoch den Werkzeugkasten für Umgebungen mit hohem Parallelitätsbedarf und geringer Toleranz gegenüber Protokoll-Overhead.

Storage Spaces auf Einzelservern

Storage Spaces bündelt lokale Laufwerke zu Pools und stellt virtuelle Datenträger bereit. Layouts umfassen einfache Verteilung, Spiegelung und Parität. Microsoft unterstützt Thin Provisioning in Storage Spaces in Windows Server 2025. Virtuelle Datenträger reservieren logisch mehr Kapazität als physisch vorhanden. Der Pool weist Speicher erst bei tatsächlicher Nutzung zu. Diese Technik erleichtert Kapazitätsplanung in wachsenden Umgebungen. Bestehende Volumes mit fester Größe lassen sich nachträglich umstellen. Die Allokation erfolgt blockweise und verursacht keinen zusätzlichen I/O-Pfad. Performance und Latenz bleiben stabil, da keine Umsortierungen im Hintergrund erforderlich sind.

Storage Spaces Direct im Mehrknotenbetrieb

Storage Spaces Direct verbindet lokale Laufwerke mehrerer Server zu einem gemeinsamen Pool. Jeder Schreibvorgang erfolgt synchron über mehrere Knoten. Daten liegen als Extents mit fester Größe vor und verteilen sich gleichmäßig über alle beteiligten Datenträger. Zwei-Wege- und Drei-Wege-Spiegel erzeugen serverübergreifende Kopien. Dual-Parity nutzt mathematische Redundanz zur Erhöhung der nutzbaren Kapazität. Bei zwei Knoten erlaubt ein verschachtelter Spiegel zusätzliche lokale Kopien. Die maximale Anzahl an Kopien bleibt auf drei begrenzt. Cluster skalieren bis zu sechzehn Knoten. Die Architektur verzichtet vollständig auf zentrale Storage-Controller und delegiert Fehlererkennung und Wiederherstellung an den Software-Stack.

Microsoft erweitert Windows Server 2025 zusätzlich um eine fein abgestufte Steuerung von Reparatur- und Re-Synchronisationsvorgängen in Storage Spaces Direct. Nach Laufwerksausfällen oder Wartungsarbeiten lässt sich priorisieren, ob virtuelle Maschinen oder Wiederherstellungsvorgänge Vorrang erhalten. Mehrere Stufen definieren die Aggressivität der Datenrekonstruktion. Diese Steuerung verhindert Leistungseinbrüche produktiver Workloads bei gleichzeitiger Wahrung der Redundanz.

Single-Node-Betrieb von Storage Spaces Direct

Microsoft ermöglicht auf Windows Server 2025 den Betrieb von Storage Spaces Direct auf einem einzelnen Knoten. Diese Konfiguration nutzt denselben Codepfad wie Mehrknoten-Cluster. Redundanz beschränkt sich auf lokale Kopien innerhalb des Servers. Der technische Nutzen liegt in der Konsistenz des Management-Modells. Volumes, Metadaten und Verwaltungswerkzeuge entsprechen exakt dem Mehrknotenbetrieb. Ein späterer Ausbau auf zusätzliche Knoten erfordert keine Neuinitialisierung der Datenstruktur. Dies eignet sich vor allem für Edge-, Test- oder kleine Standalone-Szenarien.

Netzwerkpfad, SMB Multichannel und RDMA

Der Storage-Datenverkehr in softwaredefinierten Architekturen nutzt SMB-Multichannel und SMB Direct. Mehrere Netzwerkadapter übertragen Daten parallel. RDMA ermöglicht direkte Speicherzugriffe ohne CPU-intensive Kopierpfade. Unterstützt werden iWARP und RoCE. Direct-Connected-Topologien verbinden Knoten ohne dedizierte Storage-Switches und senken Latenzen. Switch-basierte Designs bleiben verfügbar und erfordern verlustfreie Ethernet-Konfigurationen. Die Netzwerkkapazität muss zur Laufwerksleistung passen, da NVMe-basierte Systeme sehr hohe Datenraten erzeugen.

ReFS mit Deduplizierung und Kompression

Microsoft integriert in Windows Server 2025 eine Deduplizierungs- und Kompressionsfunktion direkt in ReFS. Die Verarbeitung arbeitet blockbasiert und analysiert ausschließlich neue oder geänderte Datenbereiche. Der Overhead bleibt gering und fügt weniger als eine Millisekunde zusätzlicher Latenz hinzu. Virtuelle Maschinen, Backup-Daten und VDI-Profile profitieren von hohen Einsparquoten. Administratoren wählen zwischen Deduplizierung, Kompression oder einer kombinierten Nutzung. Zeitpläne und Laufzeiten lassen sich granular steuern.

iSCSI-Target-Funktion als Block-Service

Windows Server 2025 enthält weiterhin den iSCSI-Target-Dienst. Ein Server stellt Block-Storage über TCP-Port 3260 bereit. Virtuelle Datenträger unterstützen feste Größe, dynamisches Wachstum und differenzierende Varianten. Zugriffskontrolle erfolgt über IQN, IP-Adresse, DNS-Name oder MAC-Adresse. Initiatoren binden LUNs als lokale Datenträger ein. Hyper-V-Hosts nutzen diese Funktion für Shared-Storage-Szenarien ohne dedizierte SAN-Hardware. Die Trennung von Compute- und Storage-Rolle bleibt erhalten.

Storage Replica für Block-Replikation

Microsoft bietet auch in Windows Server 2025 Storage Replica als Block-Replikationsmechanismus für Disaster-Recovery-Szenarien. Replikation erfolgt synchron oder asynchron. Synchroner Betrieb erfordert geringe Latenz und liefert verlustfreie Spiegelung auf Dateisystemebene. Asynchroner Betrieb toleriert höhere Latenzen und ermöglicht Replikation über größere Distanzen. Konsistenzgruppen erhalten Schreibreihenfolge über mehrere Volumes hinweg und sichern Anwendungen mit getrennten Daten- und Log-Volumes. Jedes replizierte Volume benötigt ein eigenes Log-Volume. Windows Server 2025 Datacenter unterstützt mehrere Volumes pro Partnerschaft, die Standard-Edition beschränkt sich auf ein Volume. Verwaltung erfolgt über Windows Admin Center oder PowerShell.

Abbildung 3: Das Windows Admin Center unterstützt mit einem Assistenten bei der Erstellung eines (Storage)-Clusters.
Abbildung 3: Das Windows Admin Center unterstützt mit einem Assistenten bei der Erstellung eines (Storage)-Clusters.

Verwaltung und Upgrade-Pfad

Windows Admin Center bündelt die Verwaltung aktueller Storage-Funktionen. Klassische MMC-Konsolen reichen für Storage Replica und Storage Spaces Direct nicht aus und bilden neuere Konfigurationsoptionen nur unvollständig ab. Für Storage-Spaces-Direct-Cluster unterstützt Microsoft Rolling-Upgrades, bei denen einzelne Knoten nacheinander aktualisieren, ohne den Clusterbetrieb zu unterbrechen. Nach dem Update lässt sich der Funktionsstand des Storage-Pools gezielt anheben, um neue Funktionen freizuschalten.

Abbildung 4: Das Windows Admin Center ermöglicht auch die Verwaltung von Storage Spaces Direct.
Abbildung 4: Das Windows Admin Center ermöglicht auch die Verwaltung von Storage Spaces Direct.

Microsoft erweitert Windows Server 2025 damit zu einer durchgängig nutzbaren Storage-Plattform für Block- und Dateidienste. Das System übernimmt die Rolle eines lokalen Storage-Servers, eines zentralen File-Servers, eines iSCSI-Targets, eines softwaredefinierten Clusters oder eines Replikationsknotens. Alle Varianten basieren auf demselben Storage-Stack. Unterschiede ergeben sich ausschließlich aus der Architektur und der Konfiguration, was Betrieb, Planung und spätere Erweiterungen vereinfacht. Sinnvoll einsetzen lassen sich diese Funktionen vor allem mit mehreren Knoten, die zu einem Cluster zusammengefasst werden.

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