Andrey Kuzmin - Fotolia

Die Top 5 Bare-Metal-Hypervisoren im Vergleich

Hypervisoren wie VMware vSphere, Microsoft Hyper-V, Citrix Hypervisor, Red Hat Virtualization und Oracle VM Server für x86 bieten IT-Abteilungen unterschiedliche Mehrwerte.

Bare-Metal-Hypervisoren können in Bezug auf Funktionen, Leistung und Interoperabilität stark variieren. Wenn man einen Bare-Metal-Hypervisor hinzufügen oder ändern möchte, sollte man jedes Produkt vor der Auswahl sorgfältig prüfen.

Virtualisierung ist eine unverzichtbare Basistechnologie für jedes Unternehmen. Eine entscheidende Rolle nehmen dabei Hypervisoren ein. Sie sind die entscheidende Softwarekomponente, die die zugrunde liegenden Hardwareressourcen abstrahiert und diese Ressourcen den virtuellen Maschinen (VMs) zur Verfügung stellt.

Durch die Entkopplung von Anwendungen und Diensten von der physischen Hardware ermöglicht Virtualisierung eine schnellere Bereitstellung und einen besseren Schutz der Workloads und eine größere Flexibilität für die Unternehmens-IT.

Bare-Metal-Hypervisoren

Ein Bare-Metal- oder Typ-1-Hypervisor soll beim ersten Systemstart geladen und ausgeführt werden. Der Hypervisor wird dabei vor allen Anwendungen und sogar vor dem Betriebssystem geladen. Somit arbeiten Hypervisoren vom Typ 1 direkt auf der Bare-Metal-Hardware einer Maschine. Sobald das Bare-Metal-System geladen ist, kann das virtualisierte System VMs, die logisch vollständig voneinander isoliert sind, erstellen und laden.

Jede VM enthält ihr eigenes Betriebssystem – zum Beispiel Linux oder Windows Server. Häufig ist die erste VM, die geladen wird, ein System/Host-Management-Tool, wie zum Beispiel Microsoft System Center. Danach kann das Host-System zahlreiche VMs bis an die Grenzen seiner virtualisierten Prozessoren, Speicher und anderer Ressourcen betreiben.

Da Bare-Metal-Hypervisoren direkt auf der Hardware eines Systems arbeiten, werden diese Typ-1-Angebote oft als eigenständige Betriebssysteme bezeichnet. Sie können eine hervorragende Performance beim Management und bei der Ausführung vieler VMs gleichzeitig auf einem Computersystem erreichen. Infolgedessen werden Bare-Metal-Hypervisoren fast immer in Unternehmensrechenzentren auf Computern der Serverklasse eingesetzt.

Im Folgenden stellen wir die besten Hypervisoren für Unternehmen vor.

VMware vSphere

VMware gilt als Marktführer bei Hypervisor-Technologien und bündelt den ESXi-Hypervisor im vSphere-Produktpaket von VMware. VMware vSphere Version 6.7 ist in den Editionen Standard, Enterprise Plus und Platinum erhältlich. Sie bieten jeweils eine Vielzahl von Funktionen, zum Beispiel vMotion, vSphere Replication, Distributed Resource Scheduler und Distributed Power Management.

VMware vSphere adressiert allgemeine IT- und Geschäftsziele wie Business Continuity, Security, Software-defined Data-Center-/Hybrid-Cloud-Funktionen, Ressourcenpriorisierung und Performance-Steigerung. Admins können VMware vSphere über den separat erhältlichen vCenter Server verwalten, wird aber auch von vielen anderen gängigen Verwaltungs-Tools unterstützt.

Typ-1-Hypervisor
Abbildung 1: Typ-1-Hypervisor

VMware vSphere kann aufgrund seiner vielfältigen Editionen und jährlichen Support-Optionen kostspielig und komplex in der Lizenzierung sein. So beginnt zum Beispiel die Lizenzierung von VMware vSphere Standard Edition bei 995 US-Dollar pro Jahr und Lizenz, mit dem Produktions-Support kommen weitere 323 US-Dollar pro Jahr und Lizenz hinzu.

Im Vergleich dazu beginnt die vSphere Platinum-Lizenz bei 4.595 US-Dollar pro Jahr und Lizenz – mit einem Jahresabonnement für VMware AppDefense – und zusätzlichen 1.049 US-Dollar pro Jahr und Lizenz für Produktions-Support. Für kleine und mittlere Unternehmen stehen kostengünstigere Lizenzierungsalternativen zur Verfügung. Den Basis ESXi-Hypervisor und vSphere können Interessenten auch als kostenlose 60-tägige Testversion erhalten.

Microsoft Hyper-V

Microsoft nimmt mit dem Hyper-V-Hypervisor ebenfalls einen großen Teil des Enterprise-Marktes ein. Der Hypervisor ist mit Windows Server 2008 und höher erhältlich sowie mit den Pro- und Enterprise-Ausgaben von Windows 8, Windows 8.1 und Windows 10.

Mit der Veröffentlichung von Windows Server 2019 wird Hyper-V weiterhin umfassend gepflegt. Der Hypervisor unterstützt verschiedene Windows- und Linux-Gastbetriebssysteme. Dazu gehören auf Windows-Seite auch ältere System wie Windows XP Service Pack 3, Windows Vista, Windows 7 und höher. Außerdem funktioniert Hyper-V auch mit neueren Versionen von SUSE Linux Enterprise Server (SLES), Red Hat Enterprise Linux (RHEL), CentOS, Ubuntu, Debian und Oracle Linux.

Mit jeder neueren Version von Windows Server verfügt Hyper-V über neue Features und Funktionen. Windows Server 2012 und R2 wurden zum Beispiel um folgende Funktionen erweitert: erweiterbare virtuelle Hyper-V-Switche, Netzwerk-Virtualisierung, Mandantenfähigkeit, Storage-Ressourcen-Pools, ausgelagerte Datenübertragungen, Hyper-V-Replika, Cloud-Backup, gemeinsame virtuelle Festplatten, Storage Quality of Service, erweiterten Session Mode und automatische VM-Aktivierung.

Windows Server 2016 fügte verschachtelte Virtualisierung, diskrete Gerätezuordnung, Windows-Container, abgeschirmte VMs und erweiterte Überwachung hinzu. Windows Server 2019 brachte Linux-Kompatibilität für abgeschirmte VMs, VM-verschlüsselte Netzwerke, dynamisches VM-Multiqueue, persistente Speicherunterstützung und Verbesserungen bei Storage Spaces Direct und Failover Clustering.

Hyper-V arbeitet eng mit den aktuellen Windows-Versionen zusammen und ist oft der bevorzugte Hypervisor für Unternehmen, die Windows einsetzen. Hyper-V kann auch auf fast jeder aktuellen Windows-Plattform aktiviert und verwendet werden – mit Ausnahme von Windows-Home-Lizenzen.

Die Lizenzierung und Kosten für Hyper-V sind relativ komplex. Da Hyper-V derzeit eine kostenlose Komponente von Windows und Windows Server ist, gibt es in der Regel keine separate Lizenzierung für die Nutzung von Hyper-V: Die Kosten sind die Betriebssystemlizenz, nicht der Hypervisor. Die aktuellen Basiskosten für Windows Server 2019 liegen je nach Version – Essentials, Standard oder Datacenter – zwischen 500 und über 6.000 US-Dollar pro Lizenz.

Zusätzliche Kosten können für die Integration von Windows und Hyper-V mit anderen Plattformen wie Microsoft System Center anfallen. Um die beste Lizenzvereinbarung für Ihr Unternehmen zu finden setzen Sie sich am besten mit den Experten von Microsoft in Verbindung.

Citrix Hypervisor

Citrix trat in den Hypervisor-Markt mit einem Open Source XenServer-Projekt ein. Citrix Hypervisor 7.6 – früher XenServer – ist weiterhin verfügbar und erregt am Hypervisor-Markt als 64-Bit-Plattform der Enterprise-Klasse Aufmerksamkeit.

Der Hypervisor unterstützt Anwendungen wie virtuelle Desktop-Infrastrukturen und Serverkonsolidierungen. Verfügbar ist der Citrix Hypervisor in den Versionen Express, Standard und Premium. Er verfügt über unzählige Management-, Netzwerk-, Resilienz-, Storage-, Grafik- und Sicherheitsfunktionen, die auf Unternehmensumgebungen fokussiert sind.

Obwohl der Citrix Hypervisor als Open-Source-Projekt begann, entstehen beim Unternehmenseinsatz Kosten. Zwar können Sie den Citrix Hypervisor mit bis zu 12 CPU-Sockets kostenlos herunterladen und bis zu 90 Tage lang testen. Wenn Sie den Citrix Hypervisor jedoch in einer produktiven Umgebung einsetzen möchten, müssen Sie für die Standard oder Enterprise Hypervisor Edition eine Lizenz erwerben.

Der Hypervisor wird typischerweise pro Socket lizenziert. Die Kosten reichen von 763 US-Dollar pro Socket für die Standard Edition bis zu 1.525 US-Dollar pro Socket für die Enterprise Edition – zusammen mit 22 Prozent der Kosten für die jährliche Wartung und den Support.

Red Hat Virtualization

Red Hat Virtualization (RHV) 4.3 ist eine offene Plattform, die auf Red Hat Enterprise Linux (RHEL) und einer Kernel-basierten virtuellen Maschine (KVM) basiert. Damit lassen sich sowohl Linux- als auch Microsoft-Windows-Workloads virtualisieren. Auch RHV bietet vielfältige Features: Ein zentralisiertes Management – wie zum Beispiel Informations-Dashboards – Sicherheitsfunktionen mit Secure Virtualization und Security-Enhanced Linux-Technologien, Hochverfügbarkeit, Automatisierung und Orchestrierung sowie Support für Anwendungen, einschließlich Windows Server 2008, 2008 R2, 2012 (32- und 64-Bit) und 2016; Windows 7 und 10 (32- und 64-Bit); und SLES 10, 11 und 12.

RHV ist eine beliebte Wahl in Linux-orientierten Unternehmen, die eine Red-Hat-Infrastruktur verwenden. Interessenten können RHV 60 Tage lang kostenlos testen. Sie bekommen dabei auch Zugriff auf das Kundenportal von Red Hat, die Wissensdatenbank und die Dokumentation. Die Testversion ist jedoch nicht für produktive Umgebungen vorgesehen.

RHV wird nicht über eine herkömmliche Lizenz, sondern über ein Abonnement abgerechnet. Ein Abonnement umfasst Workstations und Server-Virtualisierung ebenso wie Red Hat Virtualization Manager, Red Hat Virtualization Host, alle Produktfunktionen und den Produktsupport.

Normale (Geschäftszeiten) Support-Abonnements kosten 999 US-Dollar pro Jahr für jedes verwaltete Hypervisor-Socket-Paar. Premium (24/7/365) Support-Abonnements schlagen mit 1.499 US-Dollar pro Jahr für jedes verwaltete Hypervisor-Socket-Paar zu Buche.

Oracle VM Server für x86

Die Oracle VM Server-Plattform – sie basierte ursprünglich auf Open Source Xen – eignet sich für Rechenzentren und Cloud-Anwender. Der Hypervisor bietet Performance und Skalierbarkeit für 384 physische CPUs und sechs TB Arbeitsspeicher – wobei jede Gast-VM bis zu 256 vCPUs verarbeitet. Außerdem unterstützt er eine breite Vielfalt an Gastbetriebssystemen, einschließlich Oracle Linux, Oracle Solaris, RHEL, SLES, CentOS und Microsoft Windows.

Hohe Sicherheit wird durch Oracle Unbreakable Enterprise Kernel Release 4 gewährleistet. Weitere Funktionen sind sichere Live-VM-Migration, Storage Live-VM-Migration, HA, schnelles Bereitstellen und Klonen, integriertes Management und Diagnose. Ebenfalls verfügbar ist Oracle VM Server für Sparc-Prozessoren.

Oracle verspricht ein Null-Lizenzkosten-Produkt, das kostenlos heruntergeladen und verteilt werden kann. Wenn man sich jedoch für den Einsatz der Plattform in der Produktion entscheidet, sollte man einen Support-Plan hinzufügen. Oracle VM Premier Limited Support kann zwischen 599 und 2.995 US-Dollar kosten, für Oracle VM Premier Support muss man zwischen 1.199 und 5.995 US-Dollar ausgeben. Die tatsächlichen Kosten sind abhängig von der Laufzeit pro System.

Nächste Schritte

Embedded-Hypervisoren im Überblick

Hypervisoren in hyperkonvergenten Infrastrukturen.

Hyper-V, vSphere, KVM oder Xen: Hypervisor-Vergleich für TCO und Funktionsumfang.

Erfahren Sie mehr über Server- und Desktop-Virtualisierung

- GOOGLE-ANZEIGEN

ComputerWeekly.de

Close