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VoIP-Provider: Acht Anbieter für Cloud- und Hybrid-Systeme

Wir haben die Angebote von acht führenden VoIP-Anbietern, darunter Cisco und Microsoft, verglichen. Lesen Sie, wie sich deren Cloud-basierte und Hybrid-VoIP-Systeme unterscheiden.

Obwohl Cloud Computing sich in den letzten zehn Jahren in der Enterprise-IT weitgehend etabliert hat, spielten Public-Cloud-Services bei Voice over IP (VoIP) bisher eine eher untergeordnete Rolle. Dafür gibt es mehrere Gründe, etwa eine beschränkte Internetbandbreite oder langfristig laufende Verträge für das traditionelle Telefonnetz (Public Switched Telephone Network, PSTN). Doch mittlerweile holen Cloud-basierte Plattformen von VoIP-Anbietern auf.

Dank der wachsenden Popularität von Cloud-basiertem VoIP steigt auch die Zahl der VoIP-Provider mit ihren diversen Angeboten. Für Organisationen ist es deshalb wichtig, das VoIP-System auszuwählen, das den besten Gegenwert in Form von Funktionalität, Interoperabilität, Zuverlässigkeit und kontinuierlichem Support bietet. Die folgenden fünf Einsatzszenarien zeigen, warum ein Unternehmen eine bestimmte Cloud-VoIP-Plattform gegenüber einer anderen bevorzugt, und untersucht Angebote von diesen VoIP-Providern: 8x8, Alcatel-Lucent Enterprise (ALE International), Cisco, Fuze, Microsoft, Mitel, RingCentral und Unify.

Einsatzszenario 1: Ein neues Start-up mit mobilen Arbeitskräften

Bei der Organisation handelt es sich um ein Start-up-Unternehmen, bei dem zwischen fünf und 200 Beschäftigte arbeiten. Die Struktur ist, anders als bei anderen Start-ups, zudem hochgradig verteilt. Nur wenige Mitarbeiter arbeiten am Firmensitz. Der überwiegende Teil der Belegschaft erledigt die Aufgaben von unterwegs oder vom Home Office aus. Dieses Szenario ist wie gemacht für eine SaaS-VoIP-Plattform.

Für Nutzer, die eine einfache, schnörkellose Cloud-VoIP-Plattform mit unbegrenzten Anrufen in viele der gängigsten Länder suchen, bietet die X-Serie von 8x8 kostengünstige Servicepläne. Der Anbieter unterstützt außerdem eine breite Palette von Third-Party-Telefonen. Dazu zählen SIP-kompatible (Session Initiation Protocol) Softphones sowie bestimmte Tischtelefone von Cisco und Polycom.

Die VoIP-Plattform von Fuze enthält eine Desktop- und mobile App, die eine integrierte Funktionalität für Chats, Filesharing, Video Conferencing und VoIP-Anrufe bietet. Unternehmen, die eine mobile Plattform benötigen, die reibungslos mit verschiedenen Geräten arbeitet, sollten einen Blick auf Fuze riskieren.

Ciscos Plattform Webex Teams kombiniert ebenfalls Chat, Filesharing, Video Conferencing und Anrufe zu einer einzigen, einheitlichen Plattform für alle modernen Desktop- und mobilen Betriebssysteme. Webex Teams – ehemals unter dem Namen Cisco Spark bekannt – sorgt für die enge Integration von Ciscos Webex-Online-Meeting-Plattform.

Für Start-ups mit einer Lizenz für Microsoft Office 365 empfiehlt sich Microsoft Teams. Da Office 365 unter kleinen Firmen und Start-ups populär ist, dürften Nutzer über Office-365-Lizenzen verfügen. Um VoIP-Anrufe per PSTN mit Microsoft Teams zu ermöglichen, muss die Organisation lediglich ihre Teams-Lizenz upgraden. 2017 kündigte Microsoft die Plattform Skype for Business ab und drängte die User, zu Teams zu migrieren. Während der Übergang für einige reibungslos verlief, misstrauten andere der Telefonie-Roadmap von Teams.

Einsatzszenario 2: Ersetzen von On-Premises-Plattformen, um den IT-Management-Overhead zu reduzieren

Dieses Szenario befasst sich mit einem mittelständischen Unternehmen, das aktuell eine On-Premises-VoIP-Plattform nutzt. Zwar versorgt das derzeitige System jedes Tischtelefon in der Firma mit einem Wählton, aber das Produkt lässt sich mittlerweile nur noch umständlich verwalten. Dazu zählen Managementaufgaben wie das Einspielen von Firmware-Updates und Sicherheits-Patches. Zudem muss sichergestellt werden, dass Stromversorgung und Klimatisierung im Serverraum, in dem die PBX-Anlage steht, ausreichend dimensioniert sind und dass die VoIP-Plattform korrekt gesichert wird.

Alteingesessene mittelständische Firmen bleiben in der Regel bei traditionellen, namhaften Anbietern von Enterprise-Infrastruktur. In vielen Fällen sind IT-Verantwortliche und Unternehmensleiter wahrscheinlich nicht allzu vertraut mit VoIP-Providern wie 8x8, Fuze, RingCentral und Unify. Da VoIP zu den betriebsrelevanten Komponenten zählen dürfte, ziehen diese Firmen häufig einen Anbieter vor, den sie kennen und dem sie vertrauen.

Zu diesen Anbietern zählen beispielsweise Cisco, Microsoft und Mitel. Oft ist es so, dass die Produktionsumgebung solcher Organisationen bereits Hardware oder Software von einem oder mehreren dieser VoIP-Provider umfasst. Denkbar ist auch, dass sie bereits eine On-Premises-VoIP-Plattform von einem der drei genannten Anbieter nutzen. Wenn das der Fall ist, lassen sich bei einer Migration zu einer SaaS-VoIP-Plattform desselben Anbieters die Tisch- und Konferenztelefone sowie die Video-Conferencing-Hardware potenziell weiterverwenden. Auf diese Weise kann ein Unternehmen beträchtliche Vorlaufkosten einsparen.

Einsatzszenario 3: Telefonieren wird zu einer sekundären Kommunikationsform

Für einige Branchen ist das Telefon nicht mehr die dominierende Kommunikationsart. Dazu zählen Technologie-Start-ups, Online-Firmen, Boutiquen und Restaurants, deren Zielgruppe aus jungen Kunden besteht. Stattdessen rücken andere Tools für Unified Communications wie Chat, Video Conferencing und Filesharing in den Mittelpunkt des Interesses. Darüber hinaus kann die Integration von fremden Business-Apps Organisationen helfen, ihre Prozesse zu optimieren. Populäre Integrationen sind etwa Apps für Customer Relationship Management (CRM), Digital Asset Management sowie Marketing und Produktivität.

Cisco Teams und Mitel MiCloud zeichnen sich durch ein breites Spektrum an Integrationen von Third-Party-Anwendungen aus. Beide Produkte bieten außerdem einfach zu nutzende API-Kits für Organisationen, die ihre eigenen Anwendungsintegrationen erstellen wollen. Unter den unterstützten Integrationen finden sich populäre Business-Apps wie Salesforce, Zendesk, G Suite und Dropbox.

Microsoft Teams ist eine weitere UC-Plattform, die Organisationen in Betracht ziehen sollten, wenn Sprachtelefonie zweitrangig ist. Wie zuvor erwähnt, ist Microsoft Teams kostenlos, wenn Nutzer eine Lizenz für Microsofts SaaS-basierte Office-365-Plattform besitzen. Wenn lediglich einige wenige User extern telefonieren müssen, kann Teams eine kostengünstige Option darstellen.

Einsatzszenario 4: Mittelständler mit einem verteilten, globalen Branch-Office-Modell

Mittelständische Unternehmen, die Verwaltung und Wartung ihrer UC-Plattform vereinfachen wollen, sind häufig enttäuscht, wenn sie erfahren, dass einige der aktuellen SaaS-basierten VoIP-Plattformen bestimmte Schwächen aufweisen. Zum Beispiel werden einige Plattformen nicht in jeder geografischen Region unterstützt oder sind dort verfügbar, in der das Unternehmen ein Büro unterhält. Daher ist für einige momentan ein SaaS-Modell keine Option.

Für Organisationen ist es wichtig, das VoIP-System auszuwählen, das den besten Gegenwert in Form von Funktionalität, Interoperabilität, Zuverlässigkeit und kontinuierlichem Support bietet.

Für Firmen in dieser Situation, die zwar ihren Verwaltungs-Overhead reduzieren, sich aber nicht vollständig auf eine SaaS-VoIP-Plattform festlegen wollen, stehen einige Hybrid-Cloud-Alternativen zur Verfügung. Zwei populäre Möglichkeiten sind Business Edition 4000 von Cisco und OXO Connect von ALE. Beide Plattformen bieten On-Premises-Hardware, die in der Cloud konfiguriert, überwacht und verwaltet wird. Für global verteilte Nutzer, die von Branch Offices aus arbeiten, sind Hybrid-Cloud-Plattformen in bestimmten Situationen eine hervorragende Alternative sowohl zu On-Premises- als auch zu SaaS-Lösungen.

Einsatzszenario 5: Verteilt oder von zu Hause aus arbeitende Call Center Agents

In diesem Szenario geht es um Unternehmen mit mobilen Arbeitskräften. Ein Großteil dieser Remote-Arbeiter sind jedoch Call Center Agents. Es mag überraschen, aber immer mehr Firmen verzichten darauf, Call Center Agents und Contact Center Agents zentral in riesigen Großraumbüros zu konzentrieren. Stattdessen lassen sich Services für SaaS-VoIP- und Contact-Center-Plattformen über das Internet bereitstellen, so dass die Agents vom Zweigstellenbüro oder von zu Hause aus arbeiten können.

Produkte wie Contact Center von RingCentral bieten Omnichannel Customer Relations, Integration in CRM-Plattformen sowie detaillierte Analytik und Reporting. RingCentrals Contact Center ist ein Add-on-Service, der alle typischen Call-Center-Funktionen enthält und sich nahtlos in die Office-Plattform von RingCentral integriert. Dadurch können Office-Arbeiter und Call Center Agents die gleiche Cloud-basierte UC-Plattform nutzen.

Eine andere Option ist OpenScape Cloud Contact Center von Unify für ein- und ausgehende Contact-Center-Kommunikation. Zudem lässt sich OpenScape Cloud Contact Center mit einer geringen Vorlaufinvestition und minimalem Konfigurationsaufwand nahtlos in die zwei Systeme integrieren. Das ist ideal für Unternehmen, die bereits über ein traditionelles, internes Contact Center verfügen und es um von zu Hause aus arbeitende Agents ergänzen wollen.

Sowohl Fuze als auch 8x8 bieten Organisationen, die Wert auf Einfachheit legen, die meisten der Funktionen, die mittelständische und sogar große Unternehmen suchen, wenn es um die Kommunikation mit Mitarbeitern, Kunden oder B2B-Partnern geht. Dies umfasst CRM-Integration, Call Queuing und Echtzeit-Reporting.

Hinweis der Redaktion: Die TechTarget-Redakteure haben sich mittels intensiver Recherche über den VoIP-Markt in dieser Artikelreihe auf die zehn führenden Business-VoIP-Provider konzentriert, die On-Premises-, Cloud-basiertes und Hybrid-VoIP bieten und Unified-Communications-Funktionalität zu einem einzigen Kommunikationssystem kombinieren. Unsere Recherche enthält Daten von TechTarget-Studien und Berichten anderer renommierter Marktforschungsinstitute, unter anderem Gartner.

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Artikel wurde zuletzt im April 2019 aktualisiert

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