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Unified Communications: Die führenden Produkte im Überblick

Der Markt für Unified Communications wächst äußerst dynamisch. In dieser Übersicht stellen wir die führenden Anbieter und ihre Lösungen vor, um Sie beim Kauf zu unterstützen.

Der Enterprise-Markt für Unified Communications (UC) entwickelt sich permanent weiter. Ganz gleich, ob diese Entwicklungsprozesse architektonische Fortschritte unter Nutzung der Cloud umfassen oder neue Kommunikations- und Collaboration-Funktionen: Es ist wichtig, die Optionen für Ihr Unternehmen zu kennen und zu verstehen, welche UC-Plattformen sich am besten eignen.

Diese Zusammenfassung soll Ihnen einen kurzen Überblick über die führenden Produkte und Anbieter auf dem UC-Markt vermitteln.

Alcatel-Lucent Enterprise (ALE) OmniPCX

Zu den Unified-Communications-Produkten von Alcatel-Lucent gehört unter anderem der OmniPCX Enterprise Communication Server für große Unternehmen. ALE International ist zudem einer der wenigen Anbieter, der ein echtes End-to-End-Produkt für Unified Communications im Portfolio hat.

Wer darauf Wert legt, das fortlaufende Management und den Support für seine Unified-Communications-Plattform zu vereinfachen, sollte End-to-End-Optionen in Erwägung ziehen.

Die OmniPCX-Plattform ist hochskalierbar, wobei Nutzer sie zur Unterstützung mehrerer geografischer Standorte anpassen können. Die Verwaltung erfolgt über eine zentralisierte Managementschnittstelle. Es handelt sich außerdem um eine modulare Plattform, die es Unternehmen ermöglicht, die Komponenten auszuwählen, die sie für Ihre UC-Anforderungen benötigen.

Dazu zählen laut ALE SIP-Endpunkte (Session Initiation Protocol), etwa IP-Telefone, Video-Conferencing- und Softphone-Anwendungen, sowie Media Gateways für die Anbindung der UC-Plattform an externe Entitäten und Drittanbieter-Dienste.

UC-Services lassen sich mit dedizierten Hardware-Appliances oder als virtuelle Maschinen bereitstellen. Jeder UC-Server kann bis zu 15.000 Nebenstellen unterstützen. Das Unternehmen kann bei Bedarf mehrere Server in Clustern zusammenfassen und so über 1 Million Nebenstellen unterstützen.

Darüber hinaus bietet die OmniPCX-Plattform einzigartige Mobility-Funktionen, zum Beispiel die Anwendung OpenTouch Conversation und native Off-site Mobility für mehrere Kommunikationskanäle – optimal für Mitarbeiter, die ständig unterwegs sind.

Avaya Aura

Eine weitere UC-Plattform für den Enterprise-Bereich mit End-to-End-Funktionalität von einem einzelnen Anbieter ist Aura von Avaya. Avaya ist ein bekannter Name bei Enterprise-Voice- und -UC-Lösungen. Die Aura-Plattform enthält mehrere Kommunikationskomponenten, so dass sie sich für Unternehmen jeder Größe eignet. Avaya ist ein skalierbares und modulares Produkt. Es integriert Voice-, Video-, Chat-, File-Sharing- und Mobility-Services sowie viele weitere Dienste.

Der Avaya Aura Communication Manager (PDF) ist die Kernkomponente der übergeordneten UC-Plattform. Sie bildet die Basis für die Bereitstellung von Voice-, Video-, Messaging-, Mobility- und anderen UC-Services in Echtzeit.

Der Communication Manager ist zuständig für die Registrierung und Verwaltung aller SIP-Endpunkte, das Call Routing, das Call Queuing, die Priorisierung von Sprach- und Videoanrufen sowie vieles andere mehr. Avaya Aura bietet zudem integrierte Conferencing- und Contact-Center-Plattformen. Das ist eine gute Option für Organisationen mit Call Centern und anspruchsvollen Conferencing-Anforderungen.

Andere Aura-Komponenten umfassen:

  • einen Session-Manager für die Verwaltung von VoIP-Routing (Voice over IP), SIP-Trunking sowie Benutzer- und Gruppenprofilen,
  • einen Session Border Controller (SBC) für die Terminierung von externen SIP-Trunks,
  • einen Präsenzserver, um Standort und Status von Mitarbeitern zu identifizieren und
  • die serverbasierte Lösung Application Enablement Services, die erweiterte APIs und Webservices für Drittanbieter-Integrationen ermöglicht.

Cisco Unified Communications Manager

Cisco engagiert sich sehr stark im Bereich der Enterprise-Infrastruktur. Das Unternehmen bietet etwa eine komplette UC-Plattform als End-to-End-Lösung unter dem Namen Cisco Unified Communications Manager, kurz CUCM.

Der CUCM ist in mehreren unterschiedlichen Größen verfügbar. Diese unterstützen sowohl mittlere Unternehmen mit bis zu wenigen Hundert Anwendern als auch große Konzerne mit bis zu 100.000 Nutzern. Obwohl SIP-Telefone von Drittanbietern hinsichtlich Tischtelefon-Konnektivität eine Möglichkeit darstellen, entscheiden sich die meisten für ein IP-Telefon. Cisco bietet hierfür etliche Produktlinien an, von denen einige über eingebaute Video-Conferencing-Funktionen verfügen.

Der Cisco Unified CallManager bildet die Grundlage für die übergeordnete CUCM-Plattform. Der CallManager liefert eine grundlegende Funktionalität, zum Beispiel IP-Telefonregistrierung, Anrufsteuerung, Call Routing und Session-Management. Andere Funktionen erfordern zusätzliche Plattformserver, etwa für Voice Messaging, Instant Messaging und Enterprise Video Conferencing. Cisco bietet auch eine enge Integration in sein populäres Produkt Webex für Online Meetings. Die Services lassen sich in einer Hybrid- oder vollständigen Public-Cloud-Architektur bereitstellen.

Mit seinen Softphone- und Instant-Messaging-Anwendungen kann der CUCM mobile Arbeitskräfte unterstützen. Außerdem ist der Communications Manager in der Lage, mit der Plattform Cisco Expressway die Konnektivität zur UC-Plattform abzusichern. Mit Cisco Expressway können Nutzer ohne ein VPN direkt von ihrem Softphone aus Telefon- und Videoanrufe tätigen.

Microsoft Teams

Microsoft Teams zählt heute zu den bekannteren Cloud-basierten Enterprise-UC-Plattformen auf dem Markt. Teams ist vollständig in Microsofts SaaS-Lösung Microsoft 365 (ehemals Microsoft Office 365) integriert. Ein Abonnement für Microsoft 365 umfasst daher in den meisten Business-Tarifen auch eine Teams-Lizenz. Für Unternehmen, die Unified Communications benötigen, stellt dies somit eine äußerst kostengünstige Option dar.

Mitte 2018 entschied sich Microsoft, seine UC-Plattform Skype for Business durch Teams zu ersetzen, das komplett neu entwickelt wurde. Die Funktionalität von Teams umfasst Team-Chat, File Sharing, Video Conferencing und VoIP-Anrufe mit PSTN-Zugriff (Public Switched Telephone Network).

Zu beachten ist allerdings, dass die Anruffunktionen in Teams etwas eingeschränkt sind. Wenn Nutzer in hohem Maße auf Sprachkommunikation und komplexe Call-Routing-Szenarien angewiesen sind, dürfte dies daher nicht die beste Option sein.

Ein wesentlicher Vorteil von Teams besteht darin, dass es nativ mit vielen der anderen Microsoft-365-Anwendungen zusammenarbeitet, wie Outlook, OneDrive, Excel, PowerPoint, SharePoint und OneNote. Wenn die Benutzerbasis sehr intensiv Microsoft-365-Apps nutzt, sollte das Unternehmen dementsprechend Teams auf jeden Fall berücksichtigen.

Mitel MiVoice

Nach der erfolgreichen Übernahme von ShoreTel hat Mitel Networks Corp. sich zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten auf dem Enterprise-Markt für Unified Communications gemausert. Im Fokus stehen kleine und große Unternehmen. Die MiVoice-Plattform steht in verschiedenen Varianten zur Verfügung, die überwiegend von der Unternehmensgröße und der Zahl der Nutzer abhängen.

Das komplett SIP-basierte Produkt ermöglicht den Einsatz von Mitel-eigenen Telefonen oder diversen SIP-Telefonen von Drittanbietern. Am unteren Ende des Spektrums steht die On-Premises Appliance MiVoice Connect für kleinere Betriebe oder Zweigstellenbüros. Für deutlich größere Unternehmen sieht Mitel sein Flaggschiff MiVoice MX-ONE vor. Diese Plattform kann mehrere Standorte und geografische Regionen umfassen und bis zu 130.000 Nutzer einbinden.

Organisationen können die größeren MiVoice-Plattformen mithilfe proprietärer Appliance-Hardware direkt von Mitel auf herkömmliche Weise installieren. Alternativ dazu lassen sich das UC-OS und die UC-Services auf x86-basierten Bare-Metal-Standardservern oder als virtuelle Maschine installieren – entweder On-Premises oder in einer Private-Cloud beziehungsweise Public-IaaS-Cloud. Für mehrere Serverumgebungen ist die Kombination von Appliance-, Bare-Metal- und virtuellen Server-Deployments möglich. Infolgedessen ergibt sich eine Vielzahl von Optionen für die physische Bereitstellung.

Die MiVoice-Plattform bietet Features wie Enterprise-VoIP mit allen typischen Unternehmensfunktionen. Dazu zählen Voicemail, Hunt-Gruppen (Anrufe zu einer bestimmten Nummer werden allen Mitgliedern der Gruppe zugeordnet) und erweitertes Call Routing, Video Conferencing, Team-Chat und File Sharing, ein umfassendes Add-on für Contact Center sowie nahtlose Mobility-Funktionen durch Unterstützung von mobilen Mitel-Apps.

Mitel MiCloud

Mitel hat die Cloud-basierte UC-Plattform des 2017 übernommenen ShoreTel umbenannt. Außerdem hat der Anbieter einiges an Zeit und Geld investiert, um das Produkt zu verbessern. So kann es besser mit anderen UC-Cloud-Plattformen, zum Beispiel Microsoft Teams, mithalten. MiCloud ist stark auf den KMU-Markt ausgerichtet. Doch selbst große Unternehmen können bei Bedarf MiCloud einsetzen, denn es gibt keine Einschränkung hinsichtlich der Anzahl der Abonnements, die Firmen kaufen können.

Die Plattform beinhaltet verschiedene Funktionen, wie MiCloud Connect CX, eine Customer-Experience-Plattform. Mit ihr lässt sich ein einheitlicher und einfach zu handhabender Kommunikations-Omnichannel für Geschäftskunden erstellen. Außerdem an Bord ist das MiCloud Contact Center, eine umfangreiche, Cloud-gehostete Call-Center-Plattform für Unternehmen, die darauf angewiesen sind. MiCloud Connect Integrations schließlich enthält eine Reihe von fertigen Funktionen für die Third-Party-Interoperabilität. Diese ermöglichen es den Nutzern, Informationen beizusteuern und zu teilen.

Wer einen Blick auf die MiCloud-Angebote wirft, stellt fest, dass es zwei unterschiedliche Architekturoptionen gibt:

Die erste Option ist MiCloud Connect. Hierbei handelt es sich um Mitels komplett Cloud-verwaltete UC-Plattform. Sie umfasst Sprach-, Video-, Messaging-, Anwesenheits-, File-Sharing- und sogar Contact-Center-Services. Die Lösung richtet sich vor allem an KMUs, die eine optimierte UC-Plattform suchen, für deren Verwaltung auch ein kleineres internes IT-Team ausreicht. Die andere Zielgruppe sind Unternehmen mit vielen mobilen Usern.

Da MiCloud Connect vollständig in der Public Cloud läuft, können Nutzer sich von überall aus zu jeder beliebigen Zeit verbinden, ohne dass dazu eine Rückverbindung zu einem Firmennetzwerk notwendig ist.

Die zweite Architekturoption ist MiCloud Flex. Dieses Produkt ist für große Unternehmen konzipiert, die umfangreichere Funktionen und Anpassungsmöglichkeiten benötigen, die das komplett Cloud-basierte MiCloud Connect nicht bieten kann. Das gilt insbesondere für Firmen, die eine komplexe Contact-Center-Funktionalität brauchen. MiCloud Flex ist eine Hybrid-Cloud-Plattform, die einige Services in Mitels Public Cloud bereitstellt, andere wiederum lokal im Firmen-LAN.

NEC Univerge 3C

Univerge 3C ist die Unified-Communications-Plattform von NEC. Die Zielgruppe bilden kleine und große Unternehmen. Univerge 3C ist eine einzelne Softwareanwendung für den Enterprise-Bereich. Sie bietet VoIP, Voicemail, Unified Messaging, Team-Chat, File Sharing, Video Conferencing und vieles mehr.

Im Gegensatz zu den meisten anderen UC-Produkten in dieser Übersicht läuft die Univerge-3C-Plattform auf Windows Server. Alle übrigen Produkte laufen entweder in der Cloud oder unter Linux-basierten Betriebssystemen. Deshalb dürfte für Organisationen, die ausschließlich Windows Server als Betriebssystem in ihrem Data Center einsetzen, dieses Produkt von besonderem Interesse sein.

Ein weiterer Aspekt, den es bei Univerge 3C auf Windows Server zu berücksichtigen gilt, ist die komplette Integration in Microsoft Exchange und Active Directory. Somit ist die Kompatibilität, Funktionsfähigkeit und eine gesteigerte Produktivität gewährleistet.

NEC kann Univerge 3C als Hardware-Appliance bereitstellen – oder einfach als Software, die Unternehmen kaufen und dann auf x86-Bare-Metal-Hardware oder in einer virtuellen Maschine installieren. Dieses Produkt lässt sich sowohl in Hyper-V- als auch VMware-Hypervisoren nutzen. Nach Angaben des Herstellers unterstützt jeder physische oder virtuelle Server bis zu 1.500 Geräte, wobei insgesamt 20 Server im Netzwerk bereitgestellt werden können. Bei maximaler Kapazität lassen sich somit bis zu 30.000 Geräte unterstützen, so dass sich die Lösung auch für große, globale Unternehmen eignet.

Univerge 3C bietet ebenfalls etliche Funktionen für Desktop- und mobile Anwendungen. So unterstützt der UC-Client eine breite Palette von Geräten, zum Beispiel Smartphones, PCs und Tablets. NEC bietet geräteübergreifend stets die gleiche Benutzeroberfläche, was für eine einheitliche User Experience sorgt.

Die UC-Client-Anwendung umfasst Funktionen wie VoIP, Team-Chat, Video Conferencing, Echtzeitanwesenheit und mehrere Microsoft-Outlook-Integrationen.

Unify OpenScape Voice

Die On-Premises-UC-Plattform von Atos Unify – die OpenScape-Suite – bietet ein breites Spektrum an Optionen für die Enterprise-Kommunikation. Zu den wichtigsten Komponenten gehören:

  • OpenScape Voice
  • Media Server
  • Unified Communications
  • Mobility und Video
  • Xpressions für Messaging
  • Contact Center
  • Session Border Controller für das SIP Trunking Routing.

OpenScape ist SIP-kompatibel. Somit können Unternehmen die meisten SIP-fähigen Telefone aus dem Enterprise-Bereich verwenden. OpenScape Voice zeichnet sich durch anpassbare Redundanz- und Skalierungsoptionen aus. Darüber hinaus unterstützt das Produkt laut Herstellerangaben bis zu 100.000 Nutzer bei einer Bereitstellung für mehrere Standorte.

Unter Bereitstellungsaspekten wird OpenScape Voice Kunden als Linux-basierte virtuelle Maschine zur Verfügung gestellt, die in einer Hypervisor-Umgebung installiert werden muss. Unify bietet weder Appliances noch unterstützt der Anbieter Bare-Metal-Installationen.

Per OpenScape UC können Mitarbeiter sich untereinander oder mit Kunden über einen Desktop-Client, Web-Client, mobilen Client oder ein Sprachportal verbinden. Erweiterte UC-Anwendungen, zum Beispiel Unifys mobiler Client, lassen sich innerhalb von OpenScape UC betreiben, um umfangreichere Mobility-Funktionen zur Verfügung zu stellen. Mit dem mobilen Client können Nutzer Videoanrufe tätigen, auf Anwesenheitsservices und Konferenzanrufe zugreifen, ihr bevorzugtes Gerät festlegen und vieles mehr.

Wie viele andere Unified-Communications-Plattformen für den Enterprise-Bereich bietet Unifys Produkt OpenScape Voice auch Contact-Center-Funktionen für Unternehmen, die eine Call-Center-Funktionalität benötigen. Das OpenScape Contact Center ist für mittlere bis große Kontakt-Center gedacht. Die Komponente unterstützt bis zu 7.500 aktive Agenten in einem Multiserver-Bereitstellungsmodell oder bis zu 1.500 aktive Agenten auf einem einzigen Server.

Hinweis der Redaktion: Die TechTarget-Redaktion hats ich mittels intensiver Recherche über den UC-Markt auf die Anbieter mit dem größten Marktanteil sowie auf jene mit traditioneller und erweiterter Funktionalität konzentriert. Unsere Recherche enthält Daten von TechTarget-Studien und Berichten von anderen renommierten Marktforschungsinstituten, unter anderem Gartner und Forrester Research.

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