fizkes - stock.adobe.com

Tool-Vergleich: Cisco Webex vs. Zoom vs. Microsoft Teams

Bevor man sich für eine Videokonferenzplattform entscheidet, sollte man sich mit den Details der Anwendungen beschäftigen. Cisco Webex, Zoom und Microsoft Teams im Vergleich.

Angesichts der geografisch verteilt arbeitenden Belegschaft vieler Unternehmen ist es kein Wunder, dass Unternehmen auf Unified-Communications- und Collaboration-Software setzen. Eine Technologie, welche die Kommunikation visuell unterstützt, ist die Videokonferenz.

Auch wenn alle Videokonferenz-Tools weitgehend ähnliche Aufgaben erfüllen, gibt es gewisse Unterschiede zwischen Produkten und Anbietern. In diesem Artikel untersuchen wir die Plattformen von Cisco, Microsoft und Zoom, zeigen die einzigartigen Merkmale der einzelnen Produkte und erläutern, wie sich die Produkte voneinander unterscheiden.

Bevor wir jedoch auf die Besonderheiten der einzelnen Produkte eingehen, wollen wir vier wichtige Aspekte bei der Auswahl einer Videokonferenzplattform untersuchen.

Wer verwendet die Videokonferenzsoftware? Cisco Webex und Zoom sind die bessere Wahl, wenn Benutzer mit anderen Benutzern außerhalb des Unternehmens in einem Webinar-Stil konferieren möchten. Beide Videokonferenz-Tools machen es dem Nutzer leicht, sich einzuloggen und an einem virtuellen Meeting teilzunehmen. Microsoft Teams ist hingegen in der Regel die bessere Wahl für Konferenzen, die zwischen Teilnehmern innerhalb des Unternehmens stattfinden. Die Plattform ist besser für Unternehmen geeignet, die Teams für Instant Messaging, File Sharing und andere Collaboration-Aufgaben verwenden.

Integration mit anderen Anwendungen und Komponenten. Cisco Webex lässt sich beispielsweise eng mit den Unified-Communications-Anwendungen von Cisco in eine Hybrid-Cloud-Architektur integrieren. Microsoft Teams verfügt über eine native Integration mit Office 365. Alle drei Anbieter stellen eine breite Palette von Anwendungsintegrationen von Drittanbietern bereit, die zusätzliche Funktionen und Fähigkeiten bieten. Bei der Entscheidung, welche Plattform für Ihr Unternehmen die richtige ist, ist es wichtig, zunächst zu bestimmen, welche Anwendungen Sie in die Videokonferenzsoftware integrieren möchten. Anschließend sollten Sie überprüfen, ob diese Anwendungen vollständig kompatibel sind.

Produktunterstützung. Jeder Anbieter behandelt den Support anders. Um Telefon-Support sowohl für Microsoft- als auch für Zoom-Videokonferenz-Tools zu erhalten, muss die Organisation eine teurere Lizenz erwerben. Andernfalls wird der Support über ein Online-Portal oder ein Text-Chat-Tool abgewickelt. Alle Webex-Lizenzen von Cisco hingegen bieten telefonischen Support – entweder während der Geschäftszeiten oder rund um die Uhr – je nach gewählter Lizenz. Wenn Ihr Unternehmen telefonischen Support rund um die Uhr benötigt, sollten Sie den richtigen Anbieter und das richtige Lizenzmodell wählen.

Preis- und Lizenzoptionen. Sowohl Microsoft als auch Zoom bieten Freemium-Versionen ihrer Produkte an – auch wenn sie in ihren Möglichkeiten eingeschränkt sind. Diese kostenlosen Testversionen ermöglichen es einem Unternehmen jedoch, allen Mitarbeitern auf kostengünstige Weise Lizenzen zuzuweisen. Cisco verfolgt bei der unternehmensweiten Lizenzbereitstellung einen anderen Ansatz. Für Unternehmen, die 100 oder mehr Webex-Lizenzen benötigen, bietet Cisco einen Collaboration Flex Plan an. Dieser ermöglicht es Unternehmen, voll funktionsfähige Lizenzen für alle Mitarbeiter bereitzustellen. Cisco stellt dann nur Lizenzen in Rechnung, die regelmäßig verwendet werden.

Über die Freemium-Angebote hinaus bieten Zoom und Cisco abgestufte monatliche oder jährliche Lizenzpläne an. Zu den Hauptunterschieden zwischen den Lizenzen gehören die Anzahl der gleichzeitigen Teilnehmer, die Online-Speichermöglichkeiten, die gebührenpflichtige und gebührenfreie Nummern und der Grad der Unterstützung, den der Kunde erhält. Microsoft Teams bietet eine einzelne kostenpflichtige Lizenz an, die Teil des gebündelten Office-365-Angebots ist. Organisationen können auch zusätzliche Teams-Funktionen separat erwerben. Zu diesen Funktionen gehören Audiokonferenzen, Telefonpläne und Lizenzen für Videokonferenzhardware.

Da wir nun die Unterscheidungsmerkmale von Videokonferenzplattformen erarbeitet haben, wollen wir uns die Videokonferenz-Tools im Detail ansehen, um die spezifischen Unterschiede aus der Perspektive der Architektur und Funktionen zu betrachten.

Cisco Webex

Cisco hat erst jüngst Collaboration-Funktionen zu seinem Angebot hinzugefügt. Die Benutzeroberfläche von Webex wurde 2018 umfangreich aktualisiert. Die Änderungen sollten dazu beitragen, die Art und Weise, wie Endanwender Meetings einrichten und an ihnen teilnehmen, vereinfachen.

Die Plattform bietet mehrere Möglichkeiten, sich über PC, Mac, Mobilgeräte, Room Kits, Smart Boards und persönliche Desktop-Konferenzgeräte zu verbinden. Webex Meetings wurde mittlerweile in eine neue Collaboration-Suite integriert, die zuvor als Cisco Spark bekannt war. Das nun als Webex Teams bekannte Toolset bietet Chats, eine Datei- und Bildschirmfreigabe, ein Whiteboard und Anrufe über das öffentliche Telefonnetz (PSTN).

Vergleich der drei Videokonferenz-Tools
Abbildung 1: Vergleich der drei Videokonferenz-Tools

Vom architektonischen Standpunkt aus betrachtet bietet Webex Meetings eine SaaS- sowie eine Hybrid-Cloud-Option mit der Bereitstellung eines lokalen Webex-Meeting-Servers innerhalb des Unternehmensnetzwerks. Dies ist für Unternehmen praktisch, die auf Ausfallsicherheit und Data Loss Prevention (DLP) angewiesen sind.

Was die erweiterten Funktionen betrifft, so setzt Cisco so genannte Cognitive Collaboration-Lösungen ein. Hier hat das Unternehmen einekünstliche Intelligenz entwickelt, um intelligente Teamarbeitsfunktionen zu ermöglichen. Spezifische Beispiele für diese Technologie bei Webex sind unter anderem:

  • Proaktives Beitreten: Mit dieser Funktion werden Benutzer, die einen mit Webex ausgestatteten Besprechungsraum betreten, sofort identifiziert und gefragt, ob sie automatisch an ihrer Besprechung teilnehmen möchten.
  • Gesichtserkennung: Webex kann die Namen und Titel aller Teilnehmer einer Besprechung identifizieren und anzeigen. Dies ist besonders nützlich, um Teilnehmer zu identifizieren, die sich ein Kamerasystem im Konferenzraum teilen.
  • People Insights: Diese Funktion stellt automatisch die relevanten Profil- und Benutzerinformationen der Besprechungsteilnehmer bereit.
  • Webex-Assistent: Diese KI-Funktion mit Sprachbefehlen ermöglicht es Benutzern, an Webex-Meetings teilzunehmen, in einen persönlichen Raum zu wechseln oder Anrufe mit Sprachbefehlen zu starten. Die Benutzer können mit kompatiblen Webex-Geräten und ihrer Stimme auch andere Funktionen ausführen, darunter Lautstärkeregelung, Mikrofonstummschaltung, Starten und Stoppen der Aufnahme sowie die Anzeige von Besprechungsraumpläne.

Microsoft Teams

Bis vor kurzem nutzten Microsoft-Kunden die Videokonferenzfunktionen von Skype for Business, die mit vielen Office 365-Lizenzen gebündelt waren. Das änderte sich Ende 2018, als Microsoft auf seine neue Collaboration-Plattform Teams umstieg. Microsoft hat die Plattform von Grund auf neu entwickelt und diese eng mit anderen Office-365-Anwendungen wie Exchange, Word, Excel, PowerPoint und OneNote integriert.

Teams bietet zusätzliche Vorteile, wenn es in Verbindung mit anderen Microsoft-Produkten verwendet wird. Dazu gehören die vereinfachte gemeinsame Nutzung von Inhalten und die Möglichkeit, KI zu nutzen, um Besprechungsdaten und -zeiten zu ermitteln, die für alle Teilnehmer funktionieren.

Was speziell die Videofunktionen betrifft, so unterstützt Microsoft mehrere Systeme von Erst- und Drittanbietern, Smart Boards, Telefone und Videogeräte für den persönlichen Gebrauch. Teams kann außerdem Webcams, Smartphone- und Tablet-Kameras an Geräten mit Windows und macOS sowie auf Mobilgeräten verwenden. Somit sind die Möglichkeiten für Videokonferenzhardware und -software reichlich vorhanden.

Das direkte Routing ist ein weiteres Merkmal von Teams, das für größere Unternehmen von Interesse sein kann. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um ein Bring-your-own-PSTN-Angebot, bei dem die Benutzer ihren eigenen Session Border Controller (SBC) direkt mit der Office-365-Cloud verbinden können. Dies ermöglicht es dem Unternehmen, sein aktuelles PSTN und die entsprechenden Telefonnummern in Teams zu integrieren, ohne sie zu Microsoft zu portieren. Das für Unternehmen von Vorteil, die ihren aktuellen PSTN-Betreiber und das firmeneigene Telefonsystem weiterhin nutzen und gleichzeitig in Teams integrieren möchten.

Zoom

Zoom ist eine Gaming-, Web- und Videokonferenz-Plattform, die erstmals 2011 veröffentlicht wurde. Während sich die meisten Unternehmen für das SaaS-Modell des Produkts entscheiden, gibt es eine Hybrid-Cloud-Option für Unternehmen, die die gesamte Sprach-, Video- und Datenfreigabe innerhalb ihres Unternehmensnetzwerks behalten möchten.

Zoom wird mit Collaboration-Tools geliefert, die Videokonferenzen, Webinare, Konferenzräume, VoIP, Team-Messaging und Dateifreigabe umfassen. Die meisten Unternehmen setzen Zoom jedoch als Webinar- und Videokonferenz-Tool für interne und externe Teilnehmer ein. Zoom kann bis zu 49 Video-Streams auf einem einzigen Bildschirm anzeigen. Das sind wesentlich mehr gleichzeitig angezeigte Streams als bei Cisco oder Microsoft.

Zoom verkauft eigene proprietäre Videohardware für Konferenzräume. Alternativ unterstützt das Unternehmen auch die meisten SIP und H.323 Audio- und Videoendpunkte. Sowohl Cisco- als auch Polycom-Videoendpunkte können für einen One-Touch-Start eingerichtet werden, um die Teilnahme an einer Videokonferenz zu vereinfachen. Dieser Grad an Flexibilität bezogen auf die Hardwareunterstützung kann für Unternehmen interessant sein, welche die Videokonferenzhardware, die sie derzeit besitzen, wiederverwenden möchten.

Zu den weiteren einzigartigen Merkmalen von Zoom gehört die Möglichkeit, Videoendpunkte als digitale Anzeigetafeln zu verwenden, wenn sie nicht in Gebrauch sind. Das Unternehmen vertreibt auch Displays zur Planung von Räumen, die außerhalb von Konferenzräumen angebracht werden können. Auf diesen können Mitarbeiter sehen, ob, wie lange und von wem ein Raum gebucht wurde. Benutzer können auch an einer virtuellen Konferenz teilnehmen, indem sie die Zoom-PC-, Mac- und Mobilgeräte-Anwendungen verwenden.

Erfahren Sie mehr über Unified Communications

ComputerWeekly.de

Close