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VMworld Europe 2018: VMware im Zeichen der hybriden Cloud

Zur europäischen Version der VMworld stellt VMware einige Produkte vor, die nicht bereits zur US-Hausmesse präsentiert wurden, z.B. Kubernetes-Support und VMware Cloud on AWS.

Virtualisierungsspezialist VMware lud auch in diesem Jahr wieder zur europäischen Version seiner Hausmesse: VMworld Europe 2018. Oftmals bestanden aber die News zum Großteil aus den bereits zur amerikanischen VMworld gezeigten Lösungen. In diesem Jahr zeigt der Hersteller neben den bereits im August vorgestellten Lösungen ein paar zusätzliche Neuheiten. Dazu zählen Cloud Foundation in der Version 3.5, zusätzliche Erweiterungen der VMware Cloud in AWS für Kunden und Partner sowie ein neues europäisches Rechenzentrum. Größten Fokus legt VMware in diesem Jahr auf die hybride Cloud und erweitert sein Produktportfolio entsprechend.

Die Neuheiten im Kurzüberblick

VMware hat zum Jahresende seine VMware Cloud on AWS um einige Funktionen erweitert. So können Anwender nun Disaster Recovery as a Service (DRaaS) nutzen. Hier lassen sich bis zu 1.000 virtuelle Maschinen in der Cloud absichern, auch über Dell-Appliances, die im lokalen Rechenzentrum betrieben werden. Der Anwender muss erst zahlen, wenn er die VMs in der Cloud im Falle eines Notfalls in Betrieb nehmen muss. Darüber hinaus gibt es jetzt das VMware Site Recovery mit VMware Cloud on AWS for VxRail. Hiermit lassen sich automatisierte Failbacks und Failover einrichten, die bi-direktionale Migrationen, schnelle Wiederherstellungen oder Ein-Klick-Initiierungen ermöglichen sollen. Darüber hinaus bietet diese Funktion unterbrechungsfreie Tests für absehbare RTOs sowie einfaches Reporting.

VMware Cloud on AWS bietet nun mit seiner HCX-Konnektivität optimierte Cloud-Migrationen.  Für Nutzer mit großen Mobility- und Desktop-Umgebungen offeriert die Lösung schnelle Deployments, indem Support fürHorizon Virtual Desktop Suite integriert wurde. Administratoren können beispielsweise hunderte Windows-Desktops aus der Cloud heraus bereit stellen, und dies in allen Ländern, in denen VMware-Rechenzentren vorhanden sind. In dem Zusammenhang gab VMware zudem die Verfügbarkeit eines weiteren europäischen Rechenzentrums in Irland an.

Die Basis für VMware Cloud stellt die Cloud Foundation, die VMware mit Cloud Foundation 3.5 in einer neuen Version präsentiert. Diese Version bietet vSphere 6.7U1 (Bill of Materials), NSX-Integration für Workload Domains, Support für Composable Infrastructure sowie Kubernetes-Support. Für die Containertechnologie Kubernetes kann der Anwender aus vorgefertigten Designs wählen und diese dann ausrollen. Das Kubernetes-Management erfolgt über VMware PKS. In Version 3.0 der Cloud Foundation hatte der Hersteller bereits Stretched Cluster vorgestellt, der einen Cluster-Mix aus lokalem und Cloud-Storage ermöglicht, der sich natürlich mit den neuen Funktionen verbinden lässt.

Bei den Neuerungen hat VMware auch an seine Partner gedacht. Die VMware Cloud Provider Partners erhalten mit der Cloud Foundation 3.5 so genannte „Validated Designs“. Das sind Blueprints, die bei der Architektur und der Konfiguration individueller Clouds helfen sollen. Die Vorlagen beschreiben detailliert, wie die Konfiguration und der Aufbau der Cloud erfolgen muss, um diese mit bestimmten Cloud-Services dann wiederum Kunden zur Verfügung stellen zu können. Derzeit verfügt das Programm über weltweit 22 Partner. Dabei können Endkunden letztlich die entsprechenden Services nicht nur bei großen Anbietern, sondern auch bei kleineren Providern finden.

Darüber hinaus gab VMware bekannt, seine Partnerschaft mit IBM weiter auszubauen und auf Produkte wie vSphere, vSAN und NSX innerhalb dieser Zusammenarbeit zu fokussieren.

Was es sonst noch zu berichten gab

Zusätzlich zu den oben beschriebenen News gab es natürlich auch die Neuerungen zu hören und sehen, die bereits im August auf der VMworld 2018 lanciert wurden. Einiges davon ist Zukunftsmusik, anderes bereits verfügbar. Diese hier ebenso im Kurzüberblick.

RDS auf VMware: Hier soll der RDS-Service des Amazon Web Service auf VMware in einem privaten Rechenzentrum laufen und Entwicklern damit eine vertraute RDS-Funktionalität bieten, die auf VMware in einem privaten Rechenzentrum oder am Edge verfügbar ist.

Projekt Dimension: Das ist eine VMware-Technologie, die VMware Cloud auf das Rechenzentrum, externe Niederlassungen und den Edge ausdehnen wird. Projekt Dimension wird VMware Cloud Foundation in einem hyperkonvergenten Formfaktor mit VMware Cloud Managed Service kombinieren, um eine SDDC-Infrastruktur als End-to-End-Service bereitzustellen, der von VMware betrieben wird. Projekt Dimension soll die Komplexität und die Kosten des Betriebs vereinfachen und integrierte Sicherheit und Isolierung offerieren, so dass sich die Kunden auf die Innovation und Differenzierung ihrer Geschäfte konzentrieren können.

Projekt Magna: Das Projekt Magna soll ein autonomes Rechenzentrum auf Basis von maschinellem Lernen ermöglichen. Es konzentriert sich auf die Anwendung von Reinforcement Learning (verstärkte Lernprozesse) in einer Rechenzentrumsumgebung, um mehr Leistung und Effizienz zu erzielen. Projekt Magna soll das Anwendungsverhalten soweit erlernen und verstehen, dass es das Netzwerk modellieren, testen und dann neu konfigurieren kann, um es zu optimieren und die Leistung zu verbessern. Projekt Magna setzt auf Algorithmen der künstlichen Intelligenz, um die Punkte über riesige Datensätze hinweg zu verbinden und tiefe Einblicke in Anwendungen und den Anwendungscode über die Software- und Hardware-Infrastruktur bis hin zur Public Cloud und dem Edge zu gewinnen.

Virtualisierung auf 64-Bit-ARM für Edge: Hierbei zeigt der Hersteller ein ESXi auf 64-Bit-ARM, das auf einem Windpark am Edge läuft. VMware sieht die Möglichkeit, mit ausgewählten Embedded-OEMs zusammenzuarbeiten, um Optionen für ein fokussiertes, ARM-fähiges Angebot zu sondieren.

Projekt Concord: VMware stellt eine hochskalierbare, energieeffiziente dezentrale Trust-Infrastruktur für digitalen Konsens und intelligente Vertragsabwicklung vor. Projekt Concord kann verwendet werden, um verteilte Vertrauensinfrastrukturen, einschließlich Blockchain, zu betreiben. VMware will Unternehmen dabei unterstützen, die Blockchain-Technologie auf effiziente Weise zu nutzen, um ihre Geschäftsziele zu erreichen. Projekt Concord ist ab sofort als Open-Source-Projekt verfügbar.

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