Dieser Artikel ist Teil unseres Guides: SAP HANA: Die In-Memory-Lösung von SAP verstehen und nutzen

Die Wahl eines Cloud-Anbieters für SAP HANA richtig angehen

Die Wahl eines HANA Cloud-Anbieters kann mühsam sein. Hier einige Tipps, worauf man bei der Suche nach einem geeigneten Cloud Provider achten muss.

Wenn Sie einen SAP HANA Cloud Provider auswählen müssen, sollten Sie sicherstellen, dass die zuständigen Entscheidungsträger auch verstehen, was SAP HANA ist. Und was noch wichtiger ist: Sie sollten verstehen, wie HANA die neue Landschaft von SAP-Anwendungen und -Datenbanken durchdringt.

SAP HANA ist eine In-Memory-Datenbank, die als Basis für mehrere der neuesten SAP-Anwendungen verwendet wird, zum Beispiel SAP S/4HANA Finance (früher bekannt als Simple Finance) und der ERP-Suite SAP S/4HANA. So weit, so gut. Die Dinge erscheinen allerdings komplizierter, wenn es um die Wahl des richtigen Bereitstellungsmodells geht. Denn ein Unternehmen kann S/4HANA in der Cloud, On-Premise im eigenen Rechenzentrum und in einem Hybrid-Szenario betreiben.

Inzwischen gibt es sogar noch mehr HANA-in-the-Cloud-Optionen. Eine der wichtigsten ist die SAP HANA Cloud Platform (HCP). Dieses HANA Cloud-Angebot ist ein PaaS-Angebot (Platform as a Service), mit dem Unternehmen ihre SAP-Anwendungen erweitern, anpassen und neue Applikationen bauen können. Es wird auch von SAP-Geschäftspartnern verwendet, die damit branchenspezifische Add-on-Software bereitstellen.

Im Gegensatz dazu ist HANA Enterprise Cloud (HEC) eine Private Cloud, die als Managed-Service angeboten wird. Sie wurde zur einfacheren Bereitstellung von HANA-basierter SAP-Software entwickelt. Doch das Ganze wird noch komplizierter, da einige dieser HANA Cloud-Elemente von Drittanbietern geliefert werden können.

„Die überwiegende Mehrheit der SAP-HANA-Implementierungen dient heute der Unterstützung von SAP-Software, wie SAP Business Warehouse, SAP Business Suite und natürlich S4/HANA“, sagt Adam Ronthal, Research Director für Informations-Management bei Gartner. „Es gibt zwar eine geringfügige Verwendung von HANA als Allzweck-Datenbank-Management-System. Allerdings nutzen die meisten Anwender HANA Cloud-Lösungen, weil bestimmte SAP-Software in der Cloud ausgeführt werden soll. Das bedeutet, dass sie als erstes mit SAP sprechen.“

Obgleich es natürlich erscheint, zuerst „mit SAP zu sprechen“, ist SAP allerdings nicht immer die beste Option, sagte Ronthal. Gartner empfiehlt potenziellen Nutzern der HANA Cloud sich zuerst die zur Verfügung stehenden, kompletten Dienstleistungen von Cloud-Anbietern anzusehen, da Benutzer, die eine breitere Palette von Services nutzen, damit mehr an Wert bekommen.

„Wir empfehlen, einen Cloud-Auswahlprozess nicht darauf zu beschränken, dass die in Betracht kommenden Lösungen die unmittelbaren Bedürfnisse erfüllen. Genauso wichtig ist es, das Potenzial für die Zukunft zu betrachten“, fügt der Analyst hinzu.

HANA Cloud-Details sind schwer zu finden

Während es HANA bereits seit rund fünf Jahren gibt, sind Details zu den HANA Cloud-Angeboten überraschend schwer zu finden. „Die Menge an Informationen, die SAP rund um seine Cloud-Angebote herausgibt, scheint sich von Jahr zu Jahr zu verändern. Als ich vor zwei Jahren die SAP-Website besuchte, konnte ich einen Konfigurator nutzen, der mir dann die Preise für die Editionen ausspukte, die ich haben wollte“, bemerkt Ronthal.

„Jetzt kann ich nichts dergleichen mehr finden. Das ist wahrscheinlich daher so, weil SAP das direkte Gespräch zu seinen Kunden sucht, um sicherzustellen, dass sie kundenspezifisch bestmöglich beraten werden und die Lösung vorgeschlagen wird, die für den Kunden am besten funktioniert.“

Und das hat direkt mit der Herausforderung zu tun, einen HANA Cloud-Anbieter zu finden und auszuwählen.

„Wir beobachten diesen anhaltenden Kampf mit Kunden, die die vorgefertigte, ready-to-go-Cloud wollen. Gleichzeitig können sie aber ihre Kontrolle über die Verfügbarkeit oder ihre eigenen Upgrades nicht wirklich aufgeben – und das passt einfach nicht mit einer Public-Cloud-Lösung zusammen“, sagt Liz Herbert, Principal Analyst bei Forrester Research.

Daher empfiehlt Herbert, dass Organisationen sich vor der Auswahl eines HANA Cloud-Anbieters darauf einigen sollten, was ihnen wichtig ist: „Jeder muss verstehen, dass es bei einer Cloud-Lösung ein Kontinuum zwischen Geschwindigkeit und Elastizität versus Kontrolle gibt.“

Gründe für einen einzelnen HANA Cloud-Anbieter

Während Gartner empfiehlt, dass HANA Cloud-Kunden bei Providern genau hinsehen und prüfen sollten, dass sie nicht nur einzelne Applikationen anbieten, sondern auch mögliche künftige Bedürfnisse erfüllen können, legt Forrester Wert auf andere Schwerpunkte: Dazu zählen etwa Einsparungen durch ein vereinfachtes Management der Provider-Lösungen.

„Ein Teil der versteckten Kosten liegt in dem Aufwand, mehrere Anbieter verwalten zu müssen“, sagt Herbert. „Wenn Sie bei einem einzigen Anbieter („One-Stop-Shop“) kaufen, können Ihre Verhandlungsmacht und Ihre Kaufkraft stark sein. Wenn Sie beispielsweise ein großer SAP-Kunde sind, haben Sie einfach mehr Einfluss und können direkt an die Quelle gehen.“

Darüber hinaus gibt es etwas, was Forrester die „Multi-Vendor-Steuer“ nennt. „Wenn Sie Ihre SAP-Abonnements getrennt von Ihrem Cloud-Anbieter verwalten müssen, entstehen einige Kosten für die Verwaltung beider Anbieter – insbesondere im Personalbereich“, erklärt Herbert.

Achten Sie auf Zertifizierungen

Bei einer neuen Technologie wie HANA ist es wichtig, auf einen zertifizierten Anbieter zu setzen, der Ihre Wahlmöglichkeiten einschränken kann, sagt Ronthal. „Es scheint heute immer noch nicht eine sehr breite Auswahl an zertifizierten HANA Partnern für die Public Cloud zu geben.“

Damit stellt sich die Frage, wo Sie zertifizierte Cloud-Anbieter finden. Das ist tatsächlich nicht gerade einfach, aber hier sind ein paar Ressourcen und Tipps:

Drittanbieter können HANA als Managed Service anbieten, als gehosteten Dienst, als Managed Cloud as a Service und als Private Cloud.

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Welche SAP-HANA-Option ist besser: Enterprise Cloud oder On-Premise-Version?

SAP empfiehlt, dass Drittanbieter für HANA zertifizierte Hardware verwenden sollten. Während ein Drittanbieter also nicht ausdrücklich zertifiziert sein muss, HANA über die Cloud zu liefern, sollte er zumindest HANA auf zertifizierter Hardware laufen haben.

Das hauseigene SAP-Produkt HCP bietet HANA auch als Infrastructure as a Service (IaaS) und Database as a Service (DBaaS) an. Auf ähnliche Weise können Benutzer HANA as a Database in der AWS-Cloud laufen lassen.

Zertifizierte Service Provider findet man im Outsourcing Operations Partner Guide von SAP. Der Guide umfasst etwa 300 Einträge und ermöglicht es Benutzern, Partner über Services wie Hosting, SAP HANA, Infrastructure oder Cloud herauszufiltern, zusätzlich zu einer Filterung nach bestimmten Ländern.

Bei Verwendung einer Self-Service Public Cloud für einen IaaS-Einsatz besteht die Gefahr, dass der Anbieter nicht-zertifizierte Hardware verwendet. Aber es kann ein SAP Technology Partner mit Zertifizierungen für SAP HANA One sein (eine HANA Private-Cloud-Option, die auf AWS ausgeführt wird), die HANA Bring Your Own Licence (BYOL, um HANA-Lizenzen zwischen On-Premise-Umgebung und Cloud zu transferieren) oder das ERP-Angebot für kleine Unternehmen, SAP Business One.

Anfang 2016 war der einzige HANA Cloud-Provider mit einer BYOL-Option AWS. SAP sagt aber, dass es im Laufe des Jahres mehrere Anbieter mit einer BYOL-Option geben wird. Die neuen Partner-Optionen werden auf der SAP-Website Find Certified IaaS Platforms aufgelistet.

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