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PC as a Service und Device as a Service: der Unterschied

Device as a Service und PC as a Service sind vergleichsweise neu auf dem Markt. In der Folge verschwimmen die Begriffe und viele Angebote befinden sich noch im Wandel.

Die Verwaltung von Desktops und Geräten nimmt IT-Teams oft überproportional in Beschlag und lässt ihnen wenig Zeit für Innovationen oder strategisch relevante Projekte. Um die Belastung zu verringern, erwägen viele Entscheider PC-as-a-Service- oder Device-as-a-Service-Programme für die Beschaffung und Pflege ihrer IT-Landschaft.

Solche Services übernehmen sämtliche Aufgaben rund um die Arbeitsplatz-IT während der gesamten Lebensdauer und entlasten dadurch die IT-Abteilung. Dabei werden die Begriffe DaaS und PCaaS häufig synonym verwendet.

IT-Administratoren sollten sich mit den genauen Definitionen dieser Begriffe vertraut machen, um bei Kaufentscheidungen besser informiert zu sein.

Das ist der Unterschied zwischen PCaaS und DaaS

Viele betrachten PCaaS und DaaS als ein und dasselbe, während andere PCaaS als eine Untergruppe von DaaS sehen. Ursprünglich enthielten Angebote, die Endgeräte als Service bereitstellten, nur vollständige Desktops und Laptops – daher der Name PCaaS. Der Trend ging im Laufe der Zeit aber dazu, Geräte wie Tablets und Smartphones in das Angebot mit aufzunehmen, was den allgemeineren Begriff DaaS notwendig machte. Ein Device kann schließlich alles sein, über mobile und stationäre Endgeräte bis hin zur Peripherie.

Hinzu kommt, dass das Akronym DaaS außerdem für Desktop-as-a-Service stehen kann, eine Cloud-basierte Plattform, die virtuelle Desktops bereitstellt. Somit wäre die Verwirrung komplett. PCaaS und DaaS (Device as a Service) bieten demgegenüber abonnementbasiert physische Geräte und deren Support. Sie werden mit Betriebssystemen und Software geliefert – im Gegensatz zu den Images von Desktop-as-a-Service, die auf die Client-Systeme gestreamt werden.

Abbildung 1: PC as a Service bedeutet, dass Kunden verschiedene Geräte und die zugehörigen Support-Leistungen erhalten.
Abbildung 1: PC as a Service bedeutet, dass Kunden verschiedene Geräte und die zugehörigen Support-Leistungen erhalten.

Die genauen Dienste, die PCaaS- oder DaaS-Programme anbieten, variieren von einem Serviceanbieter zum anderen. Ihnen allen gemein ist aber, dass es darum geht, dem Kunden die Pflege der IT-Landschaft zu erleichtern. So verpacken PCaaS-Anbieter meist vollständig konfigurierte Desktops oder Laptops aus ihrem Gerätebestand zusammen mit Lifecycle-Services.

Sie installieren das Betriebssystem und andere Software auf dem Gerät und bieten fortlaufende Remote-Verwaltung, Helpdesk-Services und Recycling, wenn es Zeit ist, die Geräte auszumustern. Mit diesen Diensten stattet ein Unternehmen seine Mitarbeiter ganz einfach mit den erforderlichen PCs aus und minimieren gleichzeitig die Belastung der IT-Ressourcen.

Allerdings bietet nicht jeder PCaaS- und DaaS-Anbieter die gleichen Gerätearten oder verwalteten Dienste an, und auch die Bezeichnungen PCaaS oder DaaS werden nicht unbedingt einheitlich verwendet. Darin liegt das Problem bei dem Versuch, zwischen PCaaS und DaaS zu unterscheiden. Die Branche ist noch relativ jung, und die Definitionen entwickeln und verfestigen sich noch.

PCaaS- und DaaS-Anbieter und ihre Produktpaletten

Dell, HP, Lenovo und Microsoft sind derzeit die Vorreiter am PCaaS- und DaaS-Markt. Ihre jeweiligen Services tragen alle unterschiedliche Beschreibungen und weisen unterschiedliche Profile auf.

Dell

Das von Dell angebotene PCaaS-Programm umfasst Laptops, Desktops und Workstations von Dell aus erster Hand. Dell bietet zwei Servicemodelle an: PCaaS for Business und PCaaS for Enterprise. Dell gibt seinen Kunden die Möglichkeit, die Hardware, die Software und den Umfang der Dienstleistungen auf ihre Bedürfnisse abzustimmen. Das Programm bietet eine End-to-End-Suite von Lifecycle-Managementfunktionen, die die Bereitstellung, den Support, die Verwaltung und die Wiederherstellung von Vermögenswerten umfassen, wobei der Schwerpunkt auf der Benutzerfreundlichkeit liegt, so Dell.

HP

Unternehmen erhalten mit dem DaaS-Angebot von HP kommerzielle PCs und Workstations sowie HP Chromebook Enterprise-Geräte. Das Programm umfasst drei Support-Pläne – Standard, Enhanced und Premium – die mit jeder weiteren Stufe mehr Support-Optionen und Management-Funktionen bieten. Alle drei Pläne beinhalten ein proaktives Asset-Management für Hardware und Software, für das Kunden je nach Abo entweder von HP TechPulse oder HP Service-Experten Unterstützung bekommen.

Lenovo

Das DaaS-Programm von Lenovo ist speziell auf Lenovo-Notebooks und -Desktops ausgerichtet. Kunden können aus vorkonfigurierten Paketen wählen oder individuelle Angebote anfordern. Lenovo kümmert sich um Gerätesupport, Schutz, Einrichtung und Bereitstellung. Der Anbieter verwaltet sowohl die Hardware als auch die Software, einschließlich der Entsorgung der Geräte und der Aktualisierung der Hardware. Lenovo bietet außerdem eine flexible Skalierung während der Vertragslaufzeit, Premier-Support für Kunden sowie fachkundige Diagnose und Problembehebung.

Microsoft

Das Managed-Desktop-Angebot von Microsoft umfasste zunächst ausschließlich Surface-Geräte, doch dann fügte Microsoft Unterstützung für zugelassene PCs von Dell und HP hinzu. Das Programm bietet Kunden-Support und Inventarisierungsdienste sowie Firmware- und Treiber-Updates. Die Geräte sind mit der aktuellsten Version von Windows vorkonfiguriert, aber Microsoft stellt Apps und andere Konfigurationen über die Cloud bereit. Darüber hinaus bietet Microsoft Managed Desktop Microsoft 365 Enterprise an, das Windows 10 Enterprise und die Office 365 Enterprise Suite von Produktivitätsanwendungen umfasst.

Was lernen wir aus der Unklarheit rund um PCaaS und DaaS?

Von diesen vier Produkten ist Dell der einzige Anbieter, der sein Programm als PCaaS bezeichnet, was passend ist, da es nur Dell-PCs anbietet. Lenovo und HP bezeichnen ihre Programme ebenfalls als DaaS, verieten ihren Kunden jedoch auch Notebooks, Desktops und Workstations. Alle diese Services könnten demnach genauso gut PCaaS oder DaaS heißen.

Im Gegensatz dazu beteiligt sich Microsoft nicht einmal an der DaaS- oder PCaaS-Debatte, sondern nennt das Konzept Managed Desktop – während externe gerne DaaS dazu sagen. Es unterscheidet sich vor allem von der Konkurrenz, indem es Geräte von Drittanbietern umfasst sowie Microsoft 365 Enterprise. Da Microsoft in erster Linie ein Softwareunternehmen ist, überrascht es nicht, dass es seinen Schwerpunkt auf die Bereitstellung und Wartung von Software legt.

All dies zeigt, dass es keine klaren Grenzen auf dem Markt gibt, und Interessenten immer genau nachfragen müssen, was sie erwartet. Sie sollten jedes Programm danach beurteilen, was es bietet und wie es für ihre Anwendungsfälle von Nutzen sein wird.

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