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Die essentiellen Schritte zur Migration von Private Clouds

Management-Unterstützung, Anwendungen evaluieren und Tools konfigurieren sind Elemente der Cloud-Auswahl. Die wichtigsten Schritten für die reibungslose Migration der Private Cloud.

Unternehmen können Private Clouds für eine bessere Steuerung der Ressourcen, Sicherheit und Business Continuity nutzen. Außerdem sind Private Clouds oft viel besser auf die Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten als Public Clouds.

Das von Anwendern am häufigsten genannte Hindernis bei der Einführung einer Private Cloud ist der Mangel an internem Fachwissen, so IDC-Analyst Sriram Subramanian. Das führt oft dazu, dass man zum Aufbau oder zum kompletten Hosting der Cloud einen externen Dienstleister einsetzt.

„Es ist unerlässlich, die interne Expertise entweder direkt oder über kompetente Partner aufzubauen“, sagt Subramanian.

Unabhängig davon, ob ein Unternehmen eine eigene lokale Cloud aufbauen wird oder sich für einen Service Provider entscheidet, gibt es Schritte für die Migration in die Cloud die vor dem Verlagern einer Workload in eine private Cloud durchgeführt werden müssen.

Die Unterstützung alle Beteiligten, vor allem auf der Entscheider-Ebene wie Führungskräfte und IT-Manager – das sogenannte Executive Buy-In – ist für jede Cloud-Migration unerlässlich. Vor jeder Art von Zielsetzung, Softwarekauf oder Betatest muss die Unternehmensleitung dem Wechsel in die Private Cloud zustimmen, um Self-Service-Fähigkeiten zu ermöglichen oder Vorteile für das Unternehmen zu schaffen. Die Idee für die Cloud sollte damit auch nicht einem Selbstzweck folgen, sondern sich an der Unternehmensstrategie ausrichten.

Festlegung der ersten Schritte zur Cloud-Migration

Systemadministratoren benötigen einen Plan, bevor sie Workloads verschieben können. Dazu müssen die Unternehmensziele geklärt und die Cloud-Strategie daraus abgeleitet sein (und nicht umgekehrt). Zu den gemeinsamen Zielen von Firma und IT gehören die Optimierung der Gesamtbetriebskosten, die Erhöhung der Skalierbarkeit und Agilität, die Verkürzung der Time-to-Market und die Dezentralisierung der IT, so Subramanian.

Es spricht auch viel für die Einführung eines as-a-Service-Modells. Das sollten die Administratoren jedoch im Rahmen des Planungsprozesses bewerten. Typischerweise, sagte Subramanian, ist eines der Hemmnisse für die Cloud interner Widerstand von Admins.

Diese sehen as-a-Service-Modelle oder die Installation von Self-Services oft als eine Einschränkung ihrer Kontrolle. Dabei können diese Modelle den Umgang mit dem IT-Budget eines Unternehmens grundlegend ändern. Gibt es zum Beispiel ein Chargeback-System (Rückbuchung nicht genutzter Ressourcen), könnte sich das auf Buchhaltungsverfahren und Budgetzuteilung auswirken.

Eine Checkliste für Cloud-Migrationen ist nützlich und sinnvoll.
Abbildung 1: Eine Checkliste für Cloud-Migrationen ist nützlich und sinnvoll.

In einem erfolgreichen Private Cloud-Setup spielen „IT-Administratoren weiterhin eine zentrale Rolle; sie sind weiterhin für die Laufzeit beziehungsweise den Betrieb der Infrastruktur zuständig“, sagt Subramanian: „Es ist auch hilfreich, andere Teile des Unternehmens davon zu überzeugen, dieses Modell der IT-Bereitstellung zu übernehmen“.

„Administratoren sollten auch die organisatorischen Ziele und den Kontext eines Wechsels auf eine Private Cloud nachvollziehen“, sagt Samir Datt, Managing Director bei Protiviti. Die Klärung der Ziele ist die Basis für den Konsens hinsichtlich des Erfolgs des Unternehmens und hilft, die Abteilungen so auszurichten, dass sie die Arbeitslast und Infrastruktur effektiv verwalten können und dass sie mit einem Cloud-Modell vorankommen.

Ein weiterer wichtiger Schritt bei der Migration der Cloud ist laut Datt das Sammeln von Daten, um eine geeignete Strategie für das Provisioining der Cloud-Services zu entwickeln. Während des Datenerfassungsprozesses sollten Administratoren nicht nur den System- und Anwendungsbestand dokumentieren, sondern auch Lizenzen, verfügbare Kompetenzen, Service-Level-Vereinbarungen und sogar Abschreibungstabellen für bestehende Investitionen erfassen.

Sammeln von unterstützenden Ressourcen

Datt warnt davor, dass Cloud-Migration nicht als Kostenreduzierung angesehen werden sollte. Es könnte sogar kurzfristig höhere Kosten im Zusammenhang mit einigen Schritten der Cloud-Migration geben, so Datt.

Obwohl Unternehmen höhere Anfangskosten für private Clouds haben, werden sie nicht wirklich den vollen Nutzen daraus ziehen, es sei denn, sie – und die Führungskräfte – übernehmen eine Denkweise, die die Cloud-Migration als Schritt zur Gründung eines digitalen Unternehmens betrachtet.

Wenn Unternehmen Dinge wie die Skalierung der Cloud-Infrastruktur, die Aktivierung von DevOps, die Nutzung der Infrastruktur als Code oder die Einführung von Containern in Betracht ziehen, können Administratoren „über die Lift-and-Shift-Mentalität hinausgehen“, sagt Mike Lombardo, Principal bei Maven Wave.

Die Public Cloud ist vielleicht eher dafür bekannt, der IT einen modernen Anstrich zu verleihen, aber die Private Cloud ist eben geeignet, moderne Funktionalitäten effizienter zu implementieren, so Lombardo.

Dann kommt es darauf an, die richtigen Tools zur Erstellung der Cloud auszuwählen. Es sei denn, es handelt sich um ein sehr kleines Unternehmen, die meisten Administratoren haben nicht die endgültige Wahl bei der Cloud-Auswahl – die Entscheidung liegt letztendlich bei den Führungskräften auf C-Level.

Administratoren können Entscheidungsträger jedoch zu den Besten führen. Beispielsweise können Administratoren technische Anforderungen bereitstellen und die Auswahl der Plattform basierend auf den Geschäftsanforderungen prüfen.

Lombardo weist darauf hin, dass Administratoren auch einen Plan für Cloud-Backups erstellen müssen. Es gibt viele mögliche Ansätze, aber ein guter Ausgangspunkt ist die Bewertung eines Recovery Time Objective und eines Recovery Point Objective und die Bestimmung, wie diese Backup-Workflows am besten durchgeführt werden können, wenn das Unternehmen in eine private Cloud übergeht.

Wie lange es tatsächlich dauert, eine Workload zu verschieben, hängt von ihre Art und vor allem von der Inhouse-Expertise des Anwenderunternehmens ab, so Subramanian. Die Admins können zusammengepackte Applikationen, bei denen die Algorithmen und die Daten dicht miteinander verknüpft sind, verschieben.

Gegebenenfalls werden kleinste Änderungen an der Konfiguration der App und der Daten vorgenommen. Applikationen, die hingegen völlig neu konfiguriert werden müssen – für einen Cloud-nativen Betrieb oder für verteilte Architekturen – lassen sich nicht so schnell migrieren. Dann muss die Software angepasst werden, damit sie über die Ressourcen der Cloud Bescheid weiß. Subramanian schlägt vor, zur Beschleunigung dieses Prozesses so häufig wie möglich Automatisierungstechniken einzusetzen.

Schließlich müssen Admins äußerst sorgfältig die verfügbaren Cloud-Technologien verfolgen. Nur dann können sie ihren Anwendern die passenden Tools bereitstellen – und die geeignete Cloud-Migration umsetzen. Dabei müssen sie hinter die Kulissen schauen und sich gegebenenfalls externe Expertise hinzu holen.

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