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Zuverlässigere und flexiblere Netzwerke dank SD-WAN

Herkömmliche WANs mit MPLS-Links sind für heutige Anforderungen nicht mehr flexibel und agil genug, meint Oliver Burgstaller von Riverbed.

In der modernen Arbeitswelt müssen Angestellte eines Unternehmens von den verschiedensten Orten aus auf alle wichtigen Daten zugreifen können. Das gilt in der Zweigstelle, im Home-Office, bei Kundenterminen, am Flughafen oder im Restaurant ‑ Mitarbeiter wollen jederzeit und überall die Möglichkeit haben, in die für sie relevanten Informationen Einsicht zu nehmen.

Von Unternehmen wird zudem erwartet, dass sie Anwendungen bereitstellen, die problemlos funktionieren, wenn ihre Angestellten diese benötigen. Um allen Erwartungen und Bedürfnissen an einen optimalen Arbeitsablauf gerecht zu werden, verlegen viele Unternehmen Geschäftsprozesse oder Anwendungen in die verschiedenen Zweigstellen oder in die Cloud. Fast immer vergessen sie dabei, dass dieser prinzipiell sinnvolle Schritt die Arbeit der IT-Abteilung stark verkompliziert.

Immer höhere Anforderungen an die IT

Wie eine Studie (900 Teilnehmer in acht Ländern, darunter auch Deutschland) von Riverbed zeigte, halten 98 Prozent der Führungskräfte die Leistung von Unternehmensanwendungen für einen maßgeblichen Faktor, um Geschäftsziele zu erreichen. Sie erwarten deshalb von der eigenen IT-Abteilung, dass sie für eine Anwendungs-Performance sorgt, die jederzeit eine optimale Produktivität gewährleistet.

Die IT erhält aber mehr und mehr Aufträge, die immer schwieriger sind und gleichzeitig schneller ausgeführt werden müssen. So soll das IT-Team zum Beispiel eine völlig neue Anwendung innerhalb nur eines Tages umsetzen, obwohl diese das Traffic-Profil von Grund auf verändert. Oder es wird von ihm verlangt, dass es für eine weit entfernte Zweigstelle alle notwendigen Anwendungen und Daten bereitstellt, während zur gleichen Zeit alle geschäftskritischen Anwendungen fehlerfrei funktionieren sollen.

Oft gelingt es der IT-Abteilung nicht, diesen Anforderungen gerecht zu werden:

  • 89 Prozent der Unternehmen fühlen sich regelmäßig in ihrer Produktivität eingeschränkt, weil ihre Anwendungs-Performance schlecht ist.
  • 58 Prozent der Befragten berichteten sogar, dass sie diese Probleme wöchentlich haben und als Folge mit Umsatzverlusten, unzufriedenen Kunden und einem damit verbundenen Reputationsverlust zu kämpfen haben.

Doch die Schuld für Ausfälle oder schlechte Anwendungs-Performance liegt nicht bei der IT-Abteilung. Denn während sie versucht, mit den komplexen und schnellen Geschäftsprozessen in ihrem Unternehmen Schritt zu halten, erweist sich die mangelhafte oder veraltete WAN-Technologie oft als Hemmschuh.

Problemfeld WAN

Das Wide Area Network (WAN) verbindet die verschiedenen Standorte eines Unternehmens. Es ist der Schlüssel zu einem modernen, vernetzten Unternehmen. Aber das WAN kann sich sehr schnell zur Schwachstelle in der IT-Infrastruktur wandeln, wenn es eine Anpassung an die sich ständig wandelnden Geschäftsanforderungen behindert, weil es unflexibel oder zu komplex ist.

WAN ist nicht gleich WAN. Herkömmliche WANs, die auf MPLS-Links basieren, stammen aus der Zeit um die Jahrtausendwende. Damals vollzogen sich Veränderungen in der IT-Landschaft noch wesentlich langsamer, heute hingegen müssen diese meist innerhalb eines Tages oder sogar weniger Stunden umgesetzt werden. WANs dieses Typs sind folglich nicht für die Arbeitsweise moderner Unternehmen geeignet; zumal sie oft viel Geld kosten.

Um die Kosten von MPLS-basierten Netzwerken zu reduzieren, setzen viele Unternehmen auf preiswerte Internetlinks. So entsteht ein sogenanntes hybrides WAN. In vielen Fällen gehen mit der Kostenersparnis jedoch Einbußen an Sicherheit, Zuverlässigkeit und Kontrollmöglichkeiten einher. Außerdem kann der zunehmende Einsatz von Verschlüsselungs- und Cloud-Technologien die Transparenz des Netzwerks verringern – IT-Teams können dann oft nicht mehr zweifelsfrei erkennen, wo und wann ein Problem auftritt.

Flexibles Netzwerk dank SD-WAN

Eine hervorragende Lösung bietet das Software-Defined WAN (SD-WAN), denn es lässt sich über eine nutzerfreundliche Kommandozentrale steuern und macht das Monitoring und Management des Traffics von einer einzigen Anwendung aus möglich. Mit Hilfe eines SD-WANs kann die IT spontane Netzwerkanpassungen viel leichter und schneller vornehmen und somit den Anforderungen eines modernen Unternehmens besser gerecht werden.

„SD-WAN verschafft IT-Abteilungen die besten Voraussetzungen, um den Geschäftserfolg ihres Unternehmens entscheidend zu unterstützen.“

Oliver Burgstaller, Riverbed

Die SD-WAN-Technologie basiert auf Software-defined Networking (SDN), welches das WAN des Unternehmens von der Hardware entkoppelt. Somit können alle Prozesse über eine Steuerungskonsole kontrolliert werden, was eine gezieltere, flexiblere und schnellere Arbeitsweise zur Folge hat. Mit SD-WAN müssen Administratoren nicht mehr intensive CLI-basierte Code-Änderungen am Router vornehmen, sondern können mit nur wenigen Klicks allen Standorten, Nutzern und sogar Anwendungen neue Netzwerk-Services und -Richtlinien zuteilen. Ein anwendungszentriertes SD-WAN kann mehr als nur die Anwendungen eines Unternehmensnetzwerks identifizieren. Es erkennt euch ihre Bedeutung für die einzelnen Geschäftsprozesse, kategorisiert sie entsprechend und weist ihnen automatisch Richtlinien für die Netzwerkservices zu. Die Handhabung der Netzwerke erfolgt somit erstmals zentralisiert, wird aber gleichzeitig auch agiler, effizienter und intuitiver.

IT-Abteilungen können mit SD-WAN den steigenden Anforderungen der modernen Geschäftswelt besser gerecht werden. Sie können etwa den Voice-Traffic unkompliziert und schnell über die qualitativ hochwertigsten Netzwerkpfade leiten, eine Trennung des Traffics von Arbeitnehmern, Kunden und Partnern vornehmen oder den privaten Internet-Traffic über die sicherste Firewall lenken. Es wird möglich, geschäftsrelevante Entscheidungen in hohem Tempo und komplikationsfrei umzusetzen.

Dank der SDN-Technologie sind Netzwerke flexibler und agiler als jemals zuvor. SD-WAN verschafft IT-Abteilungen die besten Voraussetzungen, um den Geschäftserfolg ihres Unternehmens entscheidend zu unterstützen.

Über den Autor:
Oliver Burgstaller ist seit Januar 2016 als Director Advanced Business Solutions bei Riverbed Technology tätig, wo er zuvor die Position als Portfolio Solutions Architect innehatte.

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