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Automatisierte Netze: Was uns Star Wars lehrt

Von den Droiden R2-D2 und BB-8 lässt sich eine Menge über Netzwerk-Automatisierung lernen, meint Joe Marsella, CTO für EMEA bei Ciena.

Mit dem kürzlich erschienenen Trailer zu Star Wars VIII: Die letzten Jedi ist das Star Wars-Franchising wieder allgegenwärtig.

Ein guter Zeitpunkt also, um einen Vergleich zwischen Netzwerkautomatisierung und Star-Wars-Robotern anzustellen. Denn die Entwicklung der Droiden von R2-D2 bis zu BB-8 im siebten Teil der Saga, Das Erwachen der Macht, spiegelt den Wandel von traditionellen zu programmierbaren Netzen trefflich wider.

In einer Verfolgungsszene am Anfang von Das Erwachen der Macht kippt ein Raumschiff. Passagiere und Ladung fliegen umher. BB-8 aber stellt sich schnell auf diese unerwartete Situation ein und stabilisiert sich, indem er Haken in den Rumpf des Raumschiffs feuert. Es verhindert, dass er herumgeschleudert und beschädigt wird. Der nicht so agile R2-D2 hätte sich wahrscheinlich ein paar Beulen eingefangen, wäre er an Bord gewesen.

Flexibilität bei Weltraum-Manövern oder in Datennetzen

Zwar findet bei Netzbetreibern nicht ganz so viel Action statt, die Situation aber ist häufig ähnlich, wenn Netze mit unerwarteten Situationen konfrontiert werden. Die Ursache dafür liegt größtenteils im veränderten Videokonsum aufgrund neuer Sehgewohnheiten.

Inhalte werden heute von den unterschiedlichsten Geräten abgerufen, unabhängig davon, wo sich der Benutzer befindet. Traditionellen Netzen geht es dabei oft wie R2-D2. Sie können nicht schnell genug reagieren. Automatisierte Netze sind flexibler, denn sie nutzen fortschrittliche Softwaretechnologien zur Anpassung an plötzliche Nachfragespitzen und unerwartete Probleme. Ähnlich wie BB-8 können sie fast augenblicklich auf jede Situation reagieren. Diese hohe Flexibilität ist ein wichtiger Vorteil für Netzwerke und eine Fähigkeit, die auch Netzbetreiber für ihr tägliches Geschäft benötigen.

Die Funktionen erwachen

BB-8 mag wie ein orangefarbener Fußball aussehen, aber unter seiner Metallaußenhaut verbirgt sich eine Vielzahl unterschiedlichster Werkzeuge. Sie stellen dem kleinen Roboter jederzeit die nötigen Ressourcen zur Verfügung, um mit jeder Situation fertig zu werden. Das gleiche trifft auf softwareunterstützte Netze zu.

Die Netzwerkautomatisierung sollte von außen gesehen glatt wirken, aber unter der Oberfläche sollten viele unterschiedliche Werkzeuge verfügbar sein. Automatisierte Netze können unterschiedlichste Ressourcen bereitstellen, mit denen Betreiber schnell und effektiv auf alle auftretenden Herausforderungen reagieren können. Dazu zählen die zugrundeliegenden Applikationen wie Network Functions Virtualization (NFV), Orchestrierung, Netzwerk-Management-Systeme (NMS), Software-Defined Networking (SDN) und Rechenzentrumssteuerungen.

Mithilfe dieser Funktionen können Kabel-Provider die Nachfrage von Endkunden nach höherer Bandbreite, UHD-Video, flexiblen Services und Apps für soziale Netze befriedigen. Diese werden als eine Reihe von einfachen, nützlichen Services bereitgestellt, auf die Provider schnell zugreifen können. Außerdem müssen sie sich dadurch nicht um die Einrichtung einer Vielzahl unterschiedlicher Netzwerkattribute kümmern.

Intelligente Netzwerke mit der Macht der Jedi

Wir lernten BB-8 zum ersten Mal beim Durchqueren der sandigen Dünen von Jakku kennen, wo der kugelförmige Droide das Gelände genauso leicht durchqueren konnte wie die Felsenwüste von Tatooine. R2-D2 benötigt dagegen Propulsionsantriebe und andere ineffiziente Transportmittel, um sich bewegen zu können. Auch würde R2-D2 viel mehr Zeit benötigen, um diese Herausforderungen zu bewältigen und den Rest der Gruppe einzuholen.

Verlässliche Leistung für Lichtschwert oder Netzwerk

Herkömmliche Kabelnetzwerke unterscheiden sich nicht sehr von R2-D2. Ihre Leistung ist unter spezifischen Bedingungen hervorragend. Aber wenn sie nicht ihre normale Betriebsumgebung vorfinden, haben sie Schwierigkeiten zu bestehen.

„BB-8 ist der Trendsetter für die Droiden der Zukunft. Diese werden flexibler, autonomer und beweglicher sein. Das gleiche gilt für künftige Netzwerke.”

Joe Marsella, Ciena

Skalierbarkeit und Automatisierung sind in solchen Situationen die Trumpfkarten der automatisierten Netze. Programmierbare Netzwerke lassen sich viel einfacher an Änderungen anpassen. Sie ermöglichen es Anwendern, Ressourcen hinzuzufügen und neue Services bereitzustellen. So können sie auf Kundenanforderungen schnell reagieren. In den meisten herkömmlichen Umgebungen dauert die Bereitstellung neuer Services nach wie vor zwei Monate oder länger.

Die Entwicklung und Implementierung der Dienste bleibt ein komplexer manueller Prozess. Die Anforderung: das Management unterschiedlicher Hersteller- und Domain-spezifischer Elemente anzupassen und diese Änderungen in das Operations Support System (OSS) zu integrieren. Bei programmierbaren Netzen dagegen profitieren Betreiber von einer viel größeren Unabhängigkeit und Flexibilität des Gesamtsystems.

Ebenso wie R2-D2 sind die älteren Technologien mit Sicherheit nicht redundant. R2-D2 ist äußerst beliebt und hat viele herausragende Qualitäten. Genauso wie herkömmliche Provider-Netzwerke ist er weit davon entfernt, außer Betrieb genommen zu werden. Aber BB-8 ist der Trendsetter für die Droiden der Zukunft. Diese werden flexibler, autonomer und beweglicher sein. Das gleiche gilt für künftige Netzwerke.

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