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WLAN-Design: 6 Best Practices für Firmennetzwerke

Die Planung von WLAN-Netzwerken muss nicht allzu kompliziert sein. Mit Site Surveys und einer Umgebungsbegehung lässt sich beurteilen, ob die Abdeckungsanforderungen erfüllt sind.

Metallregale, Weihnachtsbäume, moderne Fenster und Mikrowellengeräte haben auf den ersten Blick nicht viel miteinander gemeinsam. Aber Netzwerk- und WLAN-Fachleute erkennen sie vielleicht als Objekte, die Wi-Fi-Signale dämpfen und Wireless-Designs stören können.

Auch viele andere Faktoren können WLAN-Designs beeinträchtigen. Während einige Probleme sich kaum vermeiden lassen, können Sie andere mit der richtigen Planung und Best Practices in den Griff bekommen. Selbst eine einfache Umgebungsbegehung kann helfen, erklärt Terry Slattery, Principal Architect bei NetCraftsmen.

Er hat einige praktische Tipps, die Netzwerk- und WLAN-Teams befolgen sollten.

1. Legen Sie die geschäftlichen Anforderungen fest

Bevor IT-Teams mit einer WLAN-Installation oder einem -Upgrade beginnen, empfiehlt es sich, zunächst die geschäftlichen Anforderungen und Ziele zu bestimmen. Dies ist ein wichtiger Schritt, denn manche Ziele stehen im Widerspruch zueinander. Zum Beispiel könnte ein Unternehmen Wert auf eine große Umgebung legen, um viele Videoclients zu unterstützen, die alle auf der 2,4-GHz-Frequenz arbeiten. Diese beiden Anforderungen wären aufgrund der geringeren Bandbreite der Frequenz nicht miteinander vereinbar.

Eine gründliche Bewertung vor der Installation kann den IT-Teams helfen, Konflikte zu vermeiden und die Geschäftsanforderungen zu erfüllen.

„In der Branche ist es fast gängige Praxis, dass man nach der Hälfte eines Projekts feststellt, dass es eine neue Anforderung gibt, die vorher nicht bekannt war“, sagt Slattery. „Achten Sie auf solche Dinge.“

Befolgen Sie diese sechs Best Practices, um Ihre Anforderungen an das WLAN-Design zu erfüllen.
Abbildung 1: Befolgen Sie diese sechs Best Practices, um Ihre Anforderungen an das WLAN-Design zu erfüllen.

2. Führen Sie Site Surveys vor der Installation durch

Nachdem ein Team die geschäftlichen Anforderungen festgelegt und die zu unterstützenden Geräte ermittelt hat, ist es an der Zeit, eine Site Survey (auch Standortanalyse genannt) vor der Installation vorzunehmen. In diesem Prozess gilt es unter anderem, die Grundrisse zu berücksichtigen, die Wanddämpfung zu prüfen und die Ausbreitung der Funkfrequenzen zu messen. Im Wesentlichen lässt sich mit Site Surveys herausfinden, wo die besten Standorte für die Montage von Access Points (AP) sind, um eine optimale Abdeckung zu erreichen. Standortanalysen können auch Problembereiche bei bestehenden Designs aufzeigen.

Eine weitere Möglichkeit, WLAN-Probleme zu beurteilen, besteht darin, mit Mitarbeitern zu sprechen, die in der Nähe der Abdeckungsbereiche arbeiten. Sie werden höchstwahrscheinlich in der Lage sein, Stellen mit schlechtem Empfang, Signalausfällen und Signalverlusten präzise zu lokalisieren.

„Die Mitarbeiter wissen meist sehr genau, was funktioniert und was nicht, weil sie mit den Gegebenheiten zurechtkommen müssen“, erklärt Slattery.

3. Erkunden Sie die Umgebung

Eine der einfachsten Möglichkeiten, ein Gefühl für die Situation in den Versorgungsgebieten zu bekommen, ist eine Umgebungsbegehung.

„Ein überraschend großer Teil des WLAN-Managements lässt sich erledigen, indem man einfach herumläuft“, so Slattery. Teams können sehen, wie die Racks und Kabel organisiert sind, prüfen, ob die APs richtig beschriftet wurden, und kontrollieren, in welchem Zustand sich das Data Center befindet.

Das IT-Team sollte darauf achten, wo und wie die APs angebracht sind. Einige der Faktoren, die es zu überprüfen gilt:

  • APs für die Deckenmontage, die an Wänden installiert sind.
  • Falsch ausgerichtete Richt- oder Patch-Antennen
  • LED-Anzeigen an APs
  • AP-Ausbreitungsmuster
  • Interferenzen, wenn zwei APs versuchen, dieselbe Frequenz zu nutzen.

In diesem Zusammenhang können die IT-Teams auch Umgebungsfaktoren wie Metallregale, Weihnachtsbäume, Mikrowellengeräte und ungünstige AP-Standorte berücksichtigen. Es ist ebenfalls wichtig, den physischen Zugang zu den IT-Bereichen ordnungsgemäß zu sichern, damit niemand einfach hereinspazieren und auf das Netzwerk zugreifen kann.

4. Behalten Sie AP-Upgrades im Auge

Eine weitere Best Practice besteht darin, die Hardwareversionen und Software-Updates der verschiedenen drahtlosen Geräte zu kontrollieren. Überwachen Sie deren Alter, beachten Sie Meldungen über Sicherheitslücken. Vergessen Sie nicht das Patchen, das eine wichtige Sicherheitsmaßnahme ist, um Ransomware-Angriffe zu verhindern.

In einigen Fällen kann für IT-Teams ein Upgrade der Geräte kostengünstiger sein als eine Umgestaltung des WLAN-Netzwerks. Neuere APs verfügen über erweiterte Fähigkeiten und bieten mehr Reichweite, bessere Funktionen und Kontrolle.

Wenn sich IT-Teams für ein Upgrade ihrer Geräte entscheiden, sollten sie die Upgrades zusammenfassen, damit die APs dann besser zusammenarbeiten können.

„Wenn Sie AP-Upgrades vornehmen, sollten Sie diese nicht kleckerweise über das gesamte Netzwerk verteilen“, erklärt Slattery. „Wählen Sie stattdessen einen Bereich aus und rüsten Sie dort alle APs auf, damit in einem bestimmten Abschnitt der gleiche AP-Typ und das gleiche AP-Modell zum Einsatz kommen.“

5. Suchen Sie nach nützlichen Management-Tools

Viele IT-Teams verfügen über Netzwerkmanagement-Tools, die sie nie nutzen. Die Produkte werden oft mit Tools geliefert, aber die IT-Mitarbeiter nehmen sich nicht die Zeit, um zu verstehen, wie sie funktionieren. Slattery nennt diese ungenutzten Tools Shelfware, weil sie „im Regal verstauben“. Er rät Netzwerk- und WLAN-Profis, nach Tools zu suchen, die sie regelmäßig verwenden werden und die den Anforderungen des Unternehmens entsprechen.

Ein überraschend großer Teil des WLAN-Managements lässt sich erledigen, indem man einfach herumläuft.

Per Event Reporting, wie Syslog- und SNMP-Traps (Simple Network Management Protocol), können die Geräte auftretende Probleme an das Netzwerkmanagementsystem melden. Die IT-Abteilung kann dann diese Ereignisse überwachen und die Probleme beheben.

Digital Experience Monitoring (DEM) ist eine weitere Option, die Endpoint Monitoring, Real User Monitoring und Synthetic Transaction Monitoring vereint. Mit dieser Kombination kann DEM die Application Experience eines Endpunkts überwachen und Probleme bei Clients, Anwendungen und im Netzwerk erkennen.

6. Führen Sie Site Surveys nach der Installation durch

Zu guter Letzt sollte die IT-Abteilung eine Standortanalyse nach der Installation durchführen, um festzustellen, ob sich die erwartete Abdeckung erreichen lässt. Manche IT-Teams verzichten auf diesen Schritt, um zusätzliche Ausgaben zu vermeiden, aber Slattery betont, wie wichtig er ist.

„Betrachten Sie es als eine Art Kostenfalle“, sagt er. „Sie werden entweder Geld für eine Site Survey ausgeben oder für Neudesigns und Änderungen Ihres WLAN-Netzwerks, wenn es nicht wie erwartet funktioniert.“

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