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Converged Secondary Storage ändert (fast) alles

Converged Secondary Storage verändert zusehends Backup, Archivierung und Datenmanagement. Firmen sollten eine genau planen, um Ausgaben und Nebenwirkungen im Griff zu behalten.

Converged Secondary Storage hat die Art und Weise geändert, wie IT-Profis Backup, Archivierung und Datenmanagement durchführen. Die Technologie eliminiert die Notwendigkeit für ein Unternehmen, mehrere Produkte für Backup und Archivierung von Daten einzusetzen, was zu langfristigen Einsparungen bei Kosten und Zeit führen kann. Es bleiben jedoch Fragen, wie es um Hersteller-Lock-in, Anschaffungskosten dieser Plattformen und ihre Eignung für große Unternehmen bestellt ist. Dieser Artikel erklärt die Pros und Cons der Converged-Secondary-Speichertechnologie und wie Unternehmen sie kaufen, einrichten und managen können. Er beleuchtet auch, wie man den Erfolg oder Misserfolg einer Investition in Secondary Storage misst und warum sich die Technologie auf die IT-Mitarbeiter auswirkt.

Die Angebote von Herstellern weichen voneinander ab, da es keinen einzelnen Standard für die Installation der Technologie gibt. Bald nachdem Rubrik und Cohesity ihr Konzept von Secondary Storage – basierend zum Teil auf hyper-converged Primary Storage – vorgestellt hatten, änderten traditionelle Hersteller ihre Produkte, um die neue Technologie zu integrieren. Diese Plattformen kombinieren Prozesse, die gewöhnlich getrennt waren – zum Beispiel Backup und Recovery, Archivierung, Datenmanagement, Copy Data Management und Daten für DevOps. Die Software für diese Plattformen läuft in der Regel auf integrierten On-Premises-Appliances, verwaltet aber auch Daten, die in Public Clouds gespeichert sind.

Unmittelbare Bedenken: RoI, IT-Teams, Hersteller-Lock-in

Wenn ein Unternehmen konvergente sekundäre Speicherprodukte kauft, braucht es eine Methode, dieses Investment abzuschätzen oder zu messen. Dieser Return on Investment (RoI) ermittelt, welche On-Premises- oder Cloud-basierte Systeme für Datenschutz und -Management am besten den Unternehmensanforderungen an Backup, Archivierung und Compliance entsprechen. Unternehmen, die sich für hyper-converged Second Storage interessieren, können diese Expertenanalyse unter die Lupe nehmen und so den RoI für Investitionen in hyper-converged Data Protection ermitteln.

Eine ähnliche Überlegung betrifft die IT-Mitarbeiter. Weil Converged Secondary Storage den Ansatz für Data Protection und Management ändert, ist es möglich, dass diese Leute neue Fähigkeiten brauchen oder sogar in neue Jobs wechseln müssen.

Vor- und Nachteile konvergenten Sekundärspeichers
Abbildung 1: Vor- und Nachteile konvergenten Sekundärspeichers

Ein oft zitiertes Risiko, das Secondary Storage mit sich bringt, ist ein Hersteller-Lock-in, wenn man sich von einem Produkt abhängig macht. Vorgefertigte Produkte für Converged Secondary Storage sind nicht herstellerneutral, so dass Unternehmen eventuell nicht in der Lage sind, Komponenten von Fremdanbietern hinzuzufügen. Unternehmen müssen sich über dieses Dilemma bereits in einem frühen Evaluierungsstadium der Technologie Klarheit verschaffen.

Hyper-Convergence als Sprungbrett

Alle Firmen und Organisationen haben mit wachsenden Datenmengen zu tun. Traditionell haben Unternehmen einzelne Optionen wie Backup, Archivierung und Disaster Recovery (DR) bei nicht-kritischen Daten eingesetzt, was dazu führte, dass Produkte verschiedener Hersteller zur gleichen Zeit liefen und Kompatibilitätsprobleme verursachten. Im Vergleich entfernt Converged Storage oft die Notwendigkeit für getrennte Hardware, Architektur und Software, was in hybriden Cloud-Umgebungen, in denen Daten zwischen On-Premises- und Cloud-Systemen verkehren, zu mehr Effizienz führt.

Hyper-Convergence bezieht sich auf eine Architektur oder Software, die Virtualisierungs-, Computing- und Storage-Ressourcen in einem einzigen System integriert. Converged Secondary Storage baut auf diesem Konzept in einer unterschiedlichen Art und Weise auf, indem nicht-primärer Storage-Einsatz wie zum Beispiel Daten-Backup, DR und Archivierung kombiniert werden. Secondary Storage und primärer Storage unterscheiden sich neben anderen Faktoren in Geschwindigkeit, Verfügbarkeit und Dauerhaftigkeit. Zum Beispiel ist der Zugang zu primärem Storage schneller als zu sekundärem, während die Performance von Secondary Storage niedriger ist.

Die Hersteller haben Geräte für Secondary Storage erst seit ein paar Jahren verkauft, aber in dieser kurzen Zeit haben sich die Features der Systeme verbessert – zum Beispiel ist die Integration mit den Enterprise Suites anderer Hersteller leichter geworden –, und sie sind nun besser vorbereitet für die Cloud. Diese Geräte sind eventuell wichtige Elemente einer Data-Protection-Plattform, so dass Unternehmen sie neben anderen Faktoren genau auf Geschwindigkeit und Skalierbarkeit hin bewerten müssen. IT-Verantwortliche sollten auch prüfen, ob ein Secondary-Storage-System in der Lage ist, Daten schnell wieder herzustellen und nicht durch die gleichzeitige Ausführung anderer Dienste verlangsamt wird.

Vor- und Nachteile von Converged Secondary Storage

Verbesserte Effizienz und einfachere Wiederherstellung von Daten sind zwei wesentliche Vorteile von Secondary-Storage-Geräten, und das besonders, weil die Datenvolumen weiter anwachsen und die Backup-Fenster kürzer werden. Backup-Appliances erlauben auch leichte Skalierung des Datenschutzes, indem einfach weitere Nodes hinzugefügt werden können.

Das Hinzufügen von Nodes kann jedoch auch manchmal unnötigerweise die Kosten erhöhen. Zum Beispiel haben die neuen Nodes eventuell auch zusätzliche Netzwerkressourcen, die das Unternehmen nicht benötigt, aber nichtsdestotrotz bezahlen muss.

Andere Bedenken bezüglich Converged Secondary Storage umfassen die Kosten und die Durchführung des Transports für die Technologie. Während Hersteller und einige Industriebeobachter mit den langfristigen Kostenersparnissen werben, sind die Anfangskosten eventuell höher. Nimmt man diese Sorgen ernst, sollten sich Unternehmen ernsthaft fragen, ob sie nicht lieber weniger ausgeben und ein herkömmliches Gerät für Secondary Storage einsetzen wollen, solange es die geforderten Anforderungen erfüllt.

Einrichten und managen von Secondary Converged Storage

Ist die Entscheidung einmal gefallen, Secondary Converged Storage zu kaufen, haben sich Recovery und Analytics als nützliche erste Schritte erwiesen, mit dem neuen System fortzufahren.

Die heutigen Backup-Technologien sind reif zur Verschmelzung mit DR, so wie auch die Grenzen zwischen primärem und sekundärem Storage verschwimmen. Systemadministratoren müssen zum Beispiel überlegen, wie sie am besten Backup-Technologien, DR und Data Mining in einem aufeinander abgestimmten Ansatz vereinen.

Secondary Storage zu nutzen, kann die Performance kritischer Anwendungen verbessern, aber die Entscheidung, welche Daten ihrer Bedeutung nach sekundär sind, ist nicht einfach. Ein guter Startpunkt besteht in der Überprüfung normaler File Services und von Analytics. Data Analytics kann zum Beispiel Informationen als Quelle hernehmen, die in niedrigeren Tiers gespeichert sind. Durch den Einsatz von sekundärem Storage erhalten Unternehmen die Möglichkeit, in ihren Daten versteckte Erkenntnisse aufzudecken.

Darüber hinaus können Unternehmen mehr Nutzen aus bezahlbarem Flash Storage mit Online-Secondary-Data-Speicherarchitekturen ziehen, indem den Business Usern deutlich mehr Daten zur Verfügung stehen. Diese können zum Beispiel die Setup-Möglichkeiten nutzen, ihre eigenen Analysedaten zu finden und ein Backup von ihnen zu machen.

Überblick über Hersteller von Converged Secondary Storage

Converged Secondary Storage hat das Einkaufsverhalten von Unternehmen geändert, da sie die Idee akzeptieren, dass Backup und Archivierung von sekundären Daten mit einem System statt mit vielen verschiedenen Produkten durchgeführt werden können.

Traditionell haben Unternehmen einzelne Optionen wie Backup, Archivierung und DR bei nicht-kritischen Daten eingesetzt, was dazu führte, dass Produkte verschiedener Hersteller zur gleichen Zeit liefen und Kompatibilitäts-Probleme verursachten.

Wie schon erwähnt entwickelten Rubrik und Cohesity die Technologie von Converged Secondary Storage und sind auf diesem Feld führend geblieben. Die DataPlatform-Software von Cohesity ist das Kernprodukt für Backup, Archivierung, Replikation und DR – mit weiteren Optionen für Cloud und virtuelle Umgebungen. Ende 2017 brachte der Hersteller sein Orion-Update für DataPlatform heraus, das Features wie zum Beispiel mehr Support für Hypervisor und Network Attached Storage hinzufügte. Cohesity verkauft auch getrennte Software für Backup und Recovery für Unternehmen, die nicht das ganze System wollen.

Rubrik verfügt über seine Cloud Data Management Platform, die Backup, Recovery, Archivierung, DR, Analytics und Features für Data Lifecycle Management bietet. Die Rubrik-Plattform kann in Google Cloud, AWS und Microsoft Azure laufen.

Asigra verkauft die Appliance Asigra TrueNAS Backup, die seine Software Cloud Backup Evolved mit der Storage-Hardware TrueNAS von iXsystem verbindet. Cloud Backup Evolved schützt auch vor Ransomware, die nach einer ursprünglichen Infektion noch im Ruhezustand verbleibt, so dass die Appliances für mehr als nur Backup benutzt werden können.

Recovery Manager Central ist eine Software von Hewlett Packard Enterprise (HPE), die Backup und eine einfache Integration von Anwendungsdaten quer über HPE 3PAR Arrays, Hyper Converged 250 Systeme und StoreVirtual Storage Appliances zur Verfügung stellt. HPE verkauft auch ein Plug-in für Recovery Manager Central, das eine Integration mit VMware vSphere, SAP HANA, Microsoft Exchange und Oracle Database herstellt. Ferner arbeiten HPE und Cohesity zusammen, so dass Kunden bestimmte HPE-Server bestellen können, die mit Cohesity-Produkten bestückt sind.

Igneous Systems, ein Start-up auf diesem Feld, bietet drei As-a-Service-Lösungen an: Igneous DataProtect, Igneous DataDiscover und Igneous DataFlow. Mit ihnen sind Kunden in der Lage, Backup-, Recover-, Find- und Index-Operationen für unstrukturierte Daten durchzuführen.

Zu weiteren namhaften Unternehmen auf diesem Feld gehören:

  • Sieht seine Produkte als Data as a Service, einschließlich seiner DR- und Backup-Angebote in der Public, Private und Hybrid Cloud.
  • Ist zu einer subskriptionsbasierten, moderneren Positionierung als Data Protection übergegangen.
  • Die Storage-Produkte zielen auf die Märkte von Unterhaltung, Medien, medizinischer Forschung und anderer Unternehmen, die mit massenhaften Beträgen an unstrukturierten Daten zu tun haben.
  • Bietet Multi Cloud Data Management und Search-Produkte an.
  • Brachte letztes Jahr eine einzige converged Plattform für primären, sekundären und Backup-Storage heraus.

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Artikel wurde zuletzt im März 2019 aktualisiert

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