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So gestalten Sie eine resiliente Lieferkette für Rechenzentren
Mit wachsender Abhängigkeit von digitalen Technologien müssen CIOs robuste Strategien für Rechenzentrums‑Lieferketten entwickeln, Anbieter bewerten und Energieunsicherheiten einplanen.
In der heutigen Technologielandschaft sehen sich CIOs bei der Verwaltung von IT-Lieferketten mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Steigende Energiepreise, Halbleiterengpässe und geopolitische Unsicherheiten bergen Risiken, die Rechenzentren und die gesamte IT-Infrastruktur destabilisieren können. Da die Abhängigkeit von digitalen Tools zunimmt, gewinnt ein effektives Lieferkettenmanagement (Supply Chain Management, SCM) an Bedeutung.
Aus Sicht der IT-Lieferkette besteht die Sorge, dass traditionelle IT-Lieferungen, darunter Halbleiter, Hardware, Netzwerke, Dienstleistungen, Software und Energie, unvorhersehbar werden könnten. Diese Instabilität könnte Rechenzentrumsprojekte stören und zu unerwarteten Budgetüberschreitungen führen. Infolgedessen wird den IT-Lieferketten von Unternehmen und der Frage, wie man sie widerstandsfähig hält, mehr Aufmerksamkeit geschenkt.
Dieser Artikel beleuchtet wichtige Strategien für CIOs und Rechenzentrumsmanager zur Risikominderung und Verbesserung der Widerstandsfähigkeit der Lieferkette und betont, wie wichtig es ist, Lieferkettenfaktoren in die strategische Planung einzubeziehen, um diese Komplexitäten effektiv zu bewältigen.
1. Die Lieferkette in den strategischen IT-Plan einbeziehen
CIOs haben die IT-Lieferkette in ihren strategischen Plänen oft übersehen. Allein die durch künstliche Intelligenz (KI) getriebene Nachfrage nach Energie und Halbleitern könnte dies jedoch ändern.
Jetzt ist es an der Zeit, dass CIOs erörtern, wie sich die Verfügbarkeit von IT-Produkten und -Dienstleistungen verändern könnte. Dazu gehört auch, das Management und den Vorstand darüber zu informieren, warum die Lieferkette Teil der strategischen Risikomanagementpläne der IT und des Unternehmens sein sollte.
Durch die Sensibilisierung für Risiken in der IT-Lieferkette erreichen CIOs zwei Ziele:
- Sie machen wichtige Entscheidungsträger im Unternehmen auf potenzielle IT-Störungen aufmerksam, die sich auf das Geschäft auswirken könnten.
- Sie sensibilisieren die Entscheidungsträger im Unternehmen dafür, dass es zu Budgetauswirkungen und Projektverzögerungen kommen könnte, wenn unvorhergesehene Engpässe in der Lieferkette zu Preissteigerungen und zum Stillstand von Projekten führen.
2. Bewerten Sie den Zustand der IT-Lieferkette
Die Bewertung der Lieferkette ähnelt der Entwicklung eines Business-Continuity-Plans. In beiden Fällen ist es wichtig, die geschäftskritischen IT-Anbieter, Produkte und Dienstleistungen zu identifizieren, auf die die IT einfach nicht verzichten kann.
Prüfen Sie vor Vertragsabschluss die Zuverlässigkeit eines Anbieters. Sichten Sie die Bestellungshistorie und die bisherige Leistung des Anbieters.
Bewerten Sie die Sicherheit und Compliance eines Anbieters anhand von Umfragen. Senden Sie Umfragen an jeden geschäftskritischen Anbieter und bitten Sie diesen, seinen aktuellen Sicherheits- und Compliance-Bericht sowie seine SCM-Praktiken vorzulegen. Ziel der Umfrage ist es, sicherzustellen, dass jeder geschäftskritische Anbieter über die neuesten Sicherheits- und Compliance-Methoden verfügt und seine eigene Lieferkette verwalten kann, sodass er weiterhin zeitnah Produkte und Dienstleistungen bereitstellen kann.
3. Achten Sie auf Schwachstellen
Es ist unvermeidlich, dass es Schwachstellen in der IT-Lieferkette gibt. Dazu gehören geschäftskritische Anbieter, die als alleinige Quelle für IT-Ausrüstung dienen und bei einer Übernahme oder Geschäftsaufgabe keine Ausweichlösung bieten.
Anbieterumfragen können aufzeigen, dass diese von Alleinlieferanten abhängig sind, die auf lange Sicht fragwürdig sind, oder dass den Anbietern angemessene SCM-Praktiken oder aktuelle Sicherheits- und Compliance-Maßnahmen fehlen.
Es ist zudem entscheidend zu prüfen, ob geschäftskritische Anbieter in der Vergangenheit Ausfälle oder Produkt- und Dienstleistungsfehler verzeichnet haben, die die IT regelmäßig gefährdet hat. Wenn ein Anbieter ein hohes Risiko darstellt, ist es am besten, sich nach einem anderen Provider umzusehen.
4. Halten Sie einen Notfallplan für Lieferanten bereit
Es ist ratsam, einen Notfallplan, also quasi ein Backup, für den Fall zu haben, dass ein Lieferant oder dessen Produkte und Dienstleistungen ausfallen. Anzeichen für Lieferantenrisiken sind unter anderem:
- Ein Lieferant, der sich über Jahre hinweg als zuverlässig erwiesen hat, aber plötzlich von einem neuen Unternehmen übernommen wird, das nicht das gleiche Maß an Zuverlässigkeit bietet.
- Lieferanten, bei denen die Gefahr der Zahlungsunfähigkeit besteht und die wahrscheinlich aus dem Geschäft aussteigen werden.
- Anbieter, die Schwierigkeiten haben, Produkte pünktlich zu liefern.
Um solche Situationen abzumildern, bemühen sich viele IT-Abteilungen um Diversifizierung, indem sie für jedes Produkt oder jede Dienstleistung mehrere Anbieter einsetzen. Ein gängiges Beispiel hierfür ist die Lastverteilung des Internetverkehrs auf mehrere Internetdienstanbieter (ISPs) mit der Option, den Datenverkehr umzuleiten, falls bei einem ISP ein Ausfall auftritt.
In anderen Fällen unterhalten Unternehmen sowohl lokale als auch Cloud-Versionen ihrer kritischen Systeme – ERP ist ein gutes Beispiel dafür. Auf diese Weise kann bei Bedarf ein Failover von einem System auf das andere durchgeführt werden. Diese Vorgehensweisen schaffen eine widerstandsfähige IT-Lieferkette und halten den Geschäftsbetrieb aufrecht.
5. Überprüfen Sie Ihre Generatoren und erwägen Sie den Einsatz eines Microgrid
Der landesweit steigende Energiebedarf könnte zu Stromausfällen führen. In der Vergangenheit hat die Unternehmens-IT die Nachhaltigkeit von Rechenzentren und IT-Systemen durch Notstromversorgung mit Generatoren und Failover in die Cloud sichergestellt.
Es gibt zudem eine neue Microgrid-Strategie (auch: Mikro-Grid oder Inselnetz), die bei größeren Unternehmen allmählich an Bedeutung gewinnen wird. Ein Microgrid ist ein Netzwerk aus miteinander verbundenen Lasten und dezentralen Energiequellen innerhalb definierter elektrischer Grenzen, das als eine Einheit funktioniert. Es kann sowohl an das größere Netz angeschlossen als auch im Inselbetrieb, einschließlich netzunabhängiger Anwendungen, betrieben werden.
Durch den Einsatz eines Microgrid können Unternehmen ihren Energiebedarf autarker decken und unabhängig vom regionalen oder nationalen Stromnetz arbeiten. Dieser alternative Energieansatz wird an Bedeutung gewinnen, da die Belastung des Stromnetzes durch den Bedarf an KI-Workloads zunimmt.
Dieser Artikel ist im Original in englischer Sprache auf SearchDataCenter.com erschienen.