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IBM erweitert z17 und LinuxOne um neue Formfaktoren
IBM erweitert seine Mainframe-Serie z17 und LinuxOne 5 um Single-Frame- und Rackmount-Modelle. Neu sind unter anderem Telum 2, Spyre AI und ein Linux One Express für neue Kunden.
IBM erweitert seine Mainframe- und LinuxOne-Plattformen um neue Formfaktoren und kleinere Einstiegsmodelle. Im Mittelpunkt stehen ein IBM z17 Single Frame und eine z17 Rackmount-Variante sowie LinuxOne Rockhopper und LinuxOne Express. Die Systeme sollen laut Hersteller dieselben zentralen Plattformfähigkeiten wie die größeren Varianten bieten, aber in flexibleren physischen und betrieblichen Konfigurationen einsetzbar sein.
Mit dem z17 Single Frame führt IBM eine kompaktere Variante des im Vorjahr vorgestellten Systems ein. Es unterstützt bis zu 16 Telum 2 Prozessoren mit insgesamt bis zu 82 Cores und bis zu 18 Terabyte Hauptspeicher pro System. Im I/O-Bereich sitzt eine Spyre AI Accelerator Card, die für generative und agentische KI-Workloads vorgesehen ist.
Der Anbieter betont außerdem die neue Rackmount-Option für die z-Serie. Dabei werden Mainframe-Komponenten in ein kundeneigenes Rack integriert, etwa in einem Rechenzentrum oder Colocation-Umfeld. Das soll die Platzausnutzung verbessern und die Kombination mit weiterer Infrastruktur wie Switches, Storage oder Kabelmanagement erleichtern. Laut Herstellerangaben können in diesem Bereich auch SAN-Switches für FICON- und Fibre-Channel-Anbindung untergebracht werden.
Neben dem Rackmount-Ansatz bleibt das Single-Frame-System als vorkonfigurierte Variante verfügbar. IBM verspricht, dass dies eine schneller zu installierende Option sei, weil das Gerät im Wesentlichen nur noch aufgestellt und mit Strom und I/O verbunden werden muss. Das Unternehmen verweist darauf, dass Kunden je nach Umgebung entweder auf die höhere Integrationsdichte des Rackmount-Ansatzes oder auf die einfachere Inbetriebnahme des Single Frames setzen können.
Für die z-Serie wurden mehrere technische Kennzahlen für das neue System veröffentlicht. Dazu gehört die Möglichkeit, 100 Prozent der in den Anwendungsbereich fallenden Transaktionen für Fraud-Detection-Szenarien zu scoren, wenn Telum 2 mit dem On-Chip-AI-Beschleuniger genutzt wird. Zudem nennt IBM bis zu 150.000 In-Transaction-Inference-Operations pro Sekunde für AML-Szenarien sowie bis zu 12,5 Milliarden verschlüsselte Transaktionsanfragen pro Tag.
Auch die Verfügbarkeit spielt in der Ankündigung eine Rolle. Der Anbieter verspricht 99,999 Prozent Verfügbarkeit und gibt dies mit einer Ausfallzeit von 315 Millisekunden pro Jahr an.
Für LinuxOne kündigt IBM die nächste Generation von LinuxOne 5 mit den Modellen Rockhopper und Express an. LinuxOne bleibt auf derselben Kernplattform wie das z-System, ist aber auf Linux-Workloads optimiert. Das Unternehmen nennt als Zielgruppe für das neue Produkt Kunden, die moderne Open-Source-, Hybrid-Cloud- und KI-Anwendungen auf einer Plattform mit hoher Resilienz und Sicherheit betreiben wollen.
Rockhopper und Express werden ebenso als Single-Frame- und Rackmount-Optionen angeboten. Besonders LinuxOne Express soll den Einstieg erleichtern und ist laut IBM für neue Kunden konzipiert, die klein anfangen und später skalieren wollen.
LinuxOne soll mehrere typische Workloads und Betriebsmodelle adressieren. Dazu gehören OpenShift Virtualization, KVM, z/VM, klassische Linux-Anwendungen sowie der Einsatz bekannter Werkzeuge wie Terraform und Ansible. Ziel ist es, Modernisierung ohne grundlegende Umstellung der bestehenden Linux-Toolchains zu ermöglichen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Verlagerung von KI-Inferenz näher an die Transaktionsdaten. Dadurch sollen Latenzen reduziert und Sicherheits- sowie Kostennachteile von Datenbewegungen zwischen Plattformen vermieden werden. In Kombination mit Confidential Computing und souveränen Infrastrukturszenarien soll die Plattform damit für regulierte Umgebungen und datenintensive Workloads interessant sein.
Als Zielbranchen für die neuen z- und LinuxOne-Varianten fokussiert das Unternehmen vor allem regulierte Sektoren wie Finanzdienstleistungen, Versicherungen und Gesundheitswesen. Gleichzeitig adressiert das Unternehmen auch kleinere Installationen, regionale Workloads und neue Linux-Kunden im sogenannten First-In-Enterprise-Segment. Als Beispiel nennt IBM zudem Digital Asset Haven, eine im Vorjahr angekündigte Plattform für digitale Assets auf Linux.
Technisch interessant ist auch die Modularisierung der Plattform. IBM führt aus, dass Kunden im Rackmount-Szenario eigene 19-Zoll-Racks nutzen können, auch von Drittanbietern. Für zusätzliche Geräte gelten normale Rack- und Gewichtsregeln; eigene PDUs für Fremdgeräte sind erforderlich, weil IBM die Stromversorgung dieser Geräte nicht über die z- oder LinuxOne-PDUs zulässt.
Big Blue zeigt mit den neuen Produkten, dass es die bestehende z17- und LinuxOne-Architektur nicht neu erfindet, sondern in kleinere und flexiblere Gehäuse- und Installationsformen überführt. Die eigentlichen technischen Neuerungen liegen damit in den Formfaktoren, in der Einbindung von Telum 2 und Spyre AI sowie in der Ausweitung auf neue Zielgruppen und Einsatzorte. Die Neuinvestitionen in die Mainframe-Architektur verdeutlichen, dass diese bewährte Technologie noch lange nicht am Ende der Roadmap ist.