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Die Skalierbarkeit von Cloud-Storage effektiv planen

Daten in der Cloud zu speichern hat Vorteile. Trotzdem sollten Unternehmen nicht blauäugig ans Werk gehen, sondern eine Strategie für ihre Speicherskalierung entwickeln.

Der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens, wie eine Fusion, eine Übernahme oder selbst nur die Einführung eines neuen Produkts, ziehen oft tiefgreifende Änderungen für die IT-Infrastruktur eines Unternehmens nach sich. Meistens steigen die Bedürfnisse nach zusätzlichem freiem Speicher rapide an und das hat Konsequenzen für eine bislang gut optimierte Datenspeicherinfrastruktur.

Die Fähigkeit zur Skalierung der Speicherressourcen, die den geänderten Geschäftsanforderungen gerecht werden kann, ist dann von entscheidender Bedeutung. Bei der Planung zusätzlicher Speicherressourcen im Unternehmen und in der Cloud sollte der Skalierfähigkeit von Cloud Storage ein besonderes Augenmerk geschenkt werden.

Unterschiede bei den Anforderungen an die Skalierbarkeit

Unternehmen, die rasch am Markt operieren, brauchen eine IT-Abteilung, die fähige ist Speicherkapazitäten schnell zu erhöhen, damit die Geschäftsprozesse dynamisch umgesetzt werden können.

Die meisten geschäftlichen Prozesse, wie eine Fusion oder eine Produktfreigabe, haben lange Vorlaufzeiten. Diese Zeitspannen sollte man auf Geschäftsebene nicht ungenutzt verstreichen lassen und die IT-Abteilung bei absehbaren Änderungen des Speicherbedarfs zeitnah informieren und vertraut machen.

Umgekehrt sollte es für IT-Abteilungen genauso selbstverständlich sein, Änderungen in der Geschäftspolitik des Cloud-Speicher-Anbieters wahrzunehmen und insbesondere die daraus resultierenden Wirkungen auf die eigenen Planungsprozesse mit der Skalierbarkeit des Cloud-Speichers zu überprüfen, damit die eigene Abteilung auch weiterhin unvorhergesehene Speicherbedürfnisse erfüllen kann.

In Rechenzentren, in denen Primärspeicher lokal vor Ort installiert ist, haben Speicheradministratoren meistens ausreichend Zeit, die spezifischen Anforderungen mit den betroffenen Geschäftsbereichsleitern zu besprechen. Zusätzliche Ressourcen wie mehr Speicherkapazität und höhere Bandbreiten für das Speichernetzwerk (SAN) lassen sich dann in die regulären Bestellprozesse integrieren und bewältigen.

Es gibt jedoch Gegebenheiten, die ohne Vorwarnung passieren. Dazu gehört beispielsweise eine plötzliche, feindliche Übernahme durch ein anderes Unternehmen, der Erwerb eines neuen Produkts oder ein zusätzliches Serviceangebot als Reaktion auf den Konkurrenten.

In jedem dieser Fälle können Administratoren nicht langfristig planen, um die IT-Infrastrukturressourcen an die Veränderungen anzupassen, so dass schnelle Reaktionen auf die gestiegenen Kapazitätsbedürfnisse gefordert sind.

Vorteile und Grenzen der Skalierbarkeit von Cloud-Speicher

Cloud-basierter Speicher ist dann eine wichtige Option, da er fast sofort verfügbar ist und an die neuen Anforderungen des Kunden angepasst werden kann. Sie macht die Integration neuer Hard- und Software-Komponenten oder im schlimmsten Fall einer Erweiterung des Rechenzentrums überflüssig. Außerdem wird der Bedarf an zusätzlicher Netzwerkbandbreite minimiert. Administratoren können den Cloud-Speicher so konfigurieren, dass er eine ähnliche Leistung wie ein lokales Speicher-Array erbringt, ohne den operativen und kapitalintensiven Aufwand, der beim Erwerb der Ressourcen erforderlich wäre.

Eine schwierige Entscheidung für Administratoren ist, ob sie die Cloud in einer hybriden Konfiguration oder als primäre Speicherplattform nutzen wollen. Für viele Unternehmen ist es schwer vorstellbar, dass der direkte Zugriff auf lokale Speichersysteme über Nacht verschwindet. Hier ist eine hybride Konfiguration die bessere Wahl, bei der Cloud-Speicher das normale Geschäftswachstum absichert und auch in Notfällen wie Disaster Recovery (DR) oder für eine schnelle Skalierung einsetzbar ist.

Unter der Voraussetzung, dass die Cloud-Speicherressourcen sicher und nur für autorisierte Benutzer zugänglich sind, können sie ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategien für Geschäftskontinuität, technische Notfallwiederherstellung (DR) und Cybersicherheit sein. Sollten die primären IT-Ressourcen durch System-Havarien gestört oder beschädigt werden, können Cloud-basierte Ressourcen - die für die Notfallwiederherstellung konfiguriert sind - Anwendungen, Images virtueller Maschinen, Dateien und Datenbanken schnell wiederherstellen.

Jede neue Technologiewelle (KI, VR, Augmented Reality) lässt Datenmengen exponentiell wachsen, so dass Unternehmen die grundlegende Speicherinfrastruktur besitzen sollten, um mit dieser Entwicklung Schritt halten zu können. Es zeichnet sich ab, dass die Cloud generell ein unverzichtbarer Bestandteil einer umfassenden Speicherstrategie darstellen wird. Nicht vergessen sollte man an dieser Stelle, dass es beim Cloud-Speicher nicht nur um eine konfigurierbare Fähigkeit zu mehr Speicher und Bandbreite geht, sondern auch, dass in vielen Rechenzentren keine zusätzliche Stellfläche, Stromversorgung und Kühlung verfügbar ist. Mit der Cloud bekommen Administratoren die Fähigkeit Speicher mit minimaler Unterbrechung des IT-Betriebs einrichten und abschalten zu können.

Planung der Skalierbarkeit von Cloud-Speicher

Die Verfügbarkeit von Cloud-Speicher und dessen Skalierbarkeit sind ein Schlüsselkriterium bei der Planung von Speicherressourcen. Die folgenden Punkte enthalten wichtige Überlegungen zur dynamischen Kapazitätserweiterung und helfen bei der Entscheidung, ob externe skalierbare Speicherressourcen für eine Organisation geeignet sind.

  1. Analysieren Sie den aktuellen, früheren und voraussichtlichen Speicherbedarf anhand von Trendanalysen; es gibt spezielle Programme, die für diese Trendanalysen gut geeignet sind.
  2. Besprechen Sie sich mit den Leitern der Geschäftsbereiche, ob hier Entwicklungen in Gang sind, die Auswirkungen auf zusätzlichen Speicher nach sich ziehen könnten.
  3. Nutzen Sie Storage-as-a-Service (STaaS) von Cloud- oder Managed-Service-Anbietern, da diese auf die rasche Bereitstellung von zusätzlichen Speicherressourcen vorbereitet sind.
  4. Achten Sie auf „Storage on Demand“-Services von Cloud-Anbietern, die wie STaaS-Konkurrenten Speicherbandbreite bei Bedarf und mit minimalen Anlauf- und Bereitstellungszeiten verfügbar machen können.
  5. Legen Sie fest, welche Rolle Cloud-Speicher für das Unternehmen spielen soll, beispielsweise Speicherressourcen auf Abruf, schnelle und flexible Bereitstellung von Anwendungen und Disaster Recovery.
  6. Verwenden Sie skalierbare Server, die die IT-Abteilung schnell umkonfigurieren kann, um geschäftskritische, hoch datenintensive Aktivitäten zu bewältigen.
  7. Ziehen Sie skalierbare Speichersoftware in Betracht, die ein heterogenes Speicherumfeld wie softwaredefinierter Speicher (SDS), SAN-Fabrics, Speichergeräte plus Cloud-Speicher managen kann und auch skalierbaren Speicherplatz für anspruchsvolle Workloads provisionieren, sowie KI für eine bessere Speicheranalyse und -planung nutzen kann.
  8. Sprechen Sie mit Anbietern von Cloud-Speicher, um deren Fähigkeiten mit ihren Benutzeranforderungen zu korrelieren. Die großen Cloud-Anbieter bieten hoch skalierbare Ressourcen und eine Vielzahl von Preisoptionen.
  9. Wenn möglich, sollten Sie die An- und Einbindung an die Speicherkapazitäten eines Cloud-Anbieters testen, bevor Sie einen Vertrag abschließen.

Die IT-Abteilung sollte die Anforderungen an die Skalierbarkeit von Cloud-Speicher regelmäßig überprüfen, damit das Unternehmen auch unvorhergesehene Anforderungen erfüllen kann.

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