Cloud-Nischenservices mit Hyperscaler-Angeboten vergleichen

Wer zwischen Nischen- und Hyperscale-Clouds wählen will, muss seine spezifischen Anforderungen berücksichtigen. Das sollten Sie über beide Versionen wissen und in Betracht ziehen.

Dieser Artikel ist Teil 1 der zweiteiligen Serie. Bitte klicken Sie hier, um konkrete Beispiele für Nischen- und Mehrzweck-Clouds zu lesen.

Beim Begriff „Public Cloud“ denken Anwender typischerweise an die großen sogenannten Hyperscaler Google, Microsoft und Amazon, die eine Vielzahl von Services anbieten. Dennoch gibt es eine andere Art von Public Cloud, die den Benutzern weniger bekannt ist – eine, die für viele Szenarios effektiver sein könnte.

Clouds, die nur einen Zweck oder Dienst erfüllen, auch bekannt als Spezial-Clouds, sind auf nur einen Service oder eine Reihe von eng miteinander verbundenen Services spezialisiert. Diese dienen als Alternative zu den großen Mehrzweck-Clouds wie AWS, Microsoft Azure und Google Cloud, die ganzheitlichere IT-Services anbieten.

Bei der Planung einer Cloud-Strategie können Sie sich für eine Mehrzweck-Cloud entscheiden, die alle Ihre Anforderungen weitgehend abdeckt, oder einen Nischen-Cloud-Service für spezielle Anforderungen finden – vielleicht entscheiden Sie sich sogar für eine Mischung aus beidem. Aber es liegt an den Entwicklern, Architekten, Administratoren und Geschäftsführern, herauszufinden, welche Option für ihre spezifischen Workloads die richtige ist.

Die meisten Nischen-Cloud-Anbieter offerieren ein angemessen hohes Maß an Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit, auch wenn sie nicht mit den Redundanzniveaus ihrer größeren Wettbewerber mithalten können.

Single- vs. Multi-Purpose Clouds: Ein Überblick

Es gibt keine einfache Formel für die Wahl zwischen einer Ein- oder Mehrzweck-Cloud – ein Unternehmen muss seine besonderen Bedürfnisse abwägen und die Details jedes Cloud-Modells berücksichtigen. Hier sind die vier wichtigsten Faktoren, die zu berücksichtigen sind:

1. Kosten

Da sie in so großem Umfang tätig sind, sind die großen Universalanbieter in der Regel in der Lage, wettbewerbsfähigere Preise für ihre Dienstleistungen anzubieten. Darüber hinaus minimieren IT-Teams durch die Konsolidierung von Cloud Services auf einer Plattform die Gebühren für das Zurückholen von Daten und dürften eine insgesamt niedrigere Cloud-Computing-Rechnung erreichen.

Die Hyperscale-Clouds sind jedoch nicht überall billiger. Für bestimmte Arten von Diensten, wie zum Beispiel Datenspeicherung, können Nischenanbieter tatsächlich weniger kosten, weil sie in der Lage sind, ihren Betrieb für einen bestimmten Zweck zu optimieren.

2. Features

Da sich die Spezialisten auf Nischen-Cloud-Services konzentrieren, bieten sie in der Regel robustere Funktionen und Optionen für ihre speziellen Anwendungsfälle. Beispielsweise werden Anbieter, die sich nur auf Datenanalysen spezialisiert haben – wie Talend Cloud und Informatica – wahrscheinlich eine größere Auswahl an Tools und Konfigurationsoptionen für diese Dienste anbieten.

Größere Public-Cloud-Anbieter werden ähnliche Datenanalysedienste wie Azure HDInsight oder Amazon Elasticsearch Service haben, aber das sind nur kleine Teile von viel größeren Portfolios, so dass sie möglicherweise nicht so viel Aufmerksamkeit erhalten, wie Sie es wünschen.

3. Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit

Mit Dutzenden von Rechenzentren auf der ganzen Welt bieten Public Clouds wie AWS, Azure und Google Cloud Platform eine hohe Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit – insbesondere wenn Sie Funktionen wie die Georeplikation nutzen, bei der Daten an mehreren Standorten gespeichert werden. Die schiere Größe dieser Clouds bedeutet, dass Ausfälle oder Datenverluste sehr selten sind und die meisten von ihnen einen hohen Anteil an der Betriebszeit (Uptime) haben.

Diese Hochverfügbarkeits-SLAs werden am häufigsten gefordert.
Abbildung 1: Diese Hochverfügbarkeits-SLAs werden am häufigsten gefordert.

Die meisten Nischen-Cloud-Anbieter offerieren ein angemessen hohes Maß an Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit, auch wenn sie nicht mit den Redundanzniveaus ihrer größeren Wettbewerber mithalten können. Für die meisten Unternehmen erfüllen diese Nischen-Cloud-Services ihre Anforderungen an die Betriebszeit ausreichend und erweisen sich als ebenso effektiv, um sie bei der Erreichung ihrer Geschäftsziele zu unterstützen.

Allerdings werden Workloads, die ein extrem hohes Maß an Verfügbarkeit erfordern, in der Regel in einer Allzweck-Cloud besser abschneiden. So würde zum Beispiel eine Finanzanwendung, die Transaktionen verarbeitet, kritische Störungen für die Benutzer verursachen, wenn es zu Ausfallzeiten kommt.

4. Langlebigkeit

Es ist unwahrscheinlich, dass die multifunktionalen Clouds der Hyperscaler in naher Zukunft aus dem Geschäft genommen werden. Sie werden auch wahrscheinlich nicht aufgekauft, was zu grundlegenden Veränderungen ihrer Dienstleistungen führen oder die Nutzer in ein Ökosystem zwingen kann, das sie sonst nicht wählen würden.

Dies ist bei Spezial-Clouds nicht der Fall, die aufgrund ihrer kleineren Größe und ihrer zielgerichteten Features anfälliger für Ausfälle oder Akquisitionen sind.

Das klassische Beispiel ist Nirvanix, eine Nischen-Cloud, die sich auf die Datenspeicherung konzentrierte und 2013 mit wenig Vorwarnung aus dem Geschäft ausstieg. Beispiele für Akquisitionen finden Sie mit Cloud9, die Amazon 2016 gekauft hat. Der Dienst ist immer noch verfügbar, aber er ist jetzt Teil des AWS-Ökosystems.

Oder denken Sie an CloudEndure, einen Cloud-Backup- und Recovery-Anbieter, der 2019 von AWS übernommen wurde. Er ist auch noch verfügbar, aber es ist unklar, wie gut seine Software in Zukunft andere Clouds als AWS unterstützen wird.

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