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Wann lohnt sich die Automatisierung von Cloud-Infrastruktur?

Manuelle Prozesse sind zeitaufwendig und fehleranfällig. Entlasten Sie Ihre IT-Teams und sorgen Sie für eine fehlerfreie Umgebung, indem Sie diese Cloud-Prozesse automatisieren.

Mit der Cloud kann ein Unternehmen die Vorteile vieler Dienste nutzen, die vor Ort nur schwer oder gar nicht zu replizieren sind. Allerdings haben Cloud-Umgebungen viele variable Komponenten und die Verwaltung kann ausnehmend komplex werden.

Manuelle Aufgaben und Prozesse, wie Skalierung, Bereitstellung und Konfiguration, wiederholen sich in der Regel. Außerdem sind alle manuellen Arbeitsschritte anfällig für menschliche Fehler. Eine kleine Unachtsamkeit kann eine Schwachstelle offenlegen, durch die ein Hacker eindringen kann. Mit einer Automatisierung der Cloud-Infrastruktur erledigen Sie diese Aufgaben konsistent und zuverlässig, während Ihre IT-Teams für andere Projekte mehr Zeit bekommen.

Die Automatisierung der Cloud-Infrastruktur ist entscheidend für das Aufrechterhalten einer sicheren und reaktionsschnellen Umgebung. Lesen Sie in diesem Artikel, welche Bereiche am meisten von der Automatisierung profitieren.

Cloud-Sicherheit

Cloud-Sicherheit ist ein umfangreiches und komplexes Thema. IT-Teams müssen diverse Bereiche abdecken, um den Schutz ihrer Daten zu gewährleisten. Sobald ein Gerät oder ein Prozess mit dem Internet verbunden ist, vergrößert sich die Angriffsfläche erheblich. Darüber hinaus ist das manuelle Konfigurieren von Sicherheitsoptionen anfällig für menschliche Fehler. Automatisierung ist der beste Weg, dieses Risiko zu minimieren. Sie sollten in Erwägung ziehen, die nachfolgend aufgelisteten, wichtigen Sicherheitsfunktionen der Cloud-Automatisierung in Ihren IT-Workflow zu integrieren.

Authentifizierung und Autorisierung. Verwenden Sie Cloud-Verzeichnisdienste wie AWS Identity & Access Management und Microsoft Azure Active Directory, um Benutzer zu verwalten. Ordentliche Zugriffskontrollen und ein gut gepflegtes Benutzerverzeichnis sind entscheidend für das Aufrechterhalten einer sicheren Umgebung. Auf dieser Grundlage können Sie Onboarding, Offboarding und Audits der Benutzerzugriffe automatisieren.

Endpunkt-Sicherheit. BYOD-Programme (Bring your own Device) machen Endpunktsicherheit zunehmend zur Herausforderung für IT-Teams. Cloud-Service-Provider bieten in der Regel ein gewisses Maß an Endpunktverwaltung an – diese umfasst üblicherweise die automatisierte Installation und Deinstallation von Anwendungen. Erwägen Sie den Einsatz von Tools zum Erkennen von Bedrohungen, zum Beispiel Azure Defender oder Amazon GuardDuty, um Ihre Umgebung zu überwachen und Aufgaben wie Warnungen und Reaktionen auf Bedrohungen zu automatisieren.

Netzwerk und Infrastruktur. Ein ordentlich konfiguriertes Netzwerk kann Eindringlinge ausbremsen. Verwenden Sie zum Beispiel in Azure die Netzwerksicherheitsgruppen, um gezielt Adressbereiche zu definieren, die sich mit Ressourcensammlungen verbinden können. Bei einer großen Infrastruktur hilft die Automatisierung der Netzwerkbereitstellung und Konnektivität dabei, die Sicherheit und Funktionalität aufrechtzuerhalten.

Abbildung 1: Gängige Aufgaben für Cloud-Automatisierung im Überblick.
Abbildung 1: Gängige Aufgaben für Cloud-Automatisierung im Überblick.

Cloud-Storage und Datenverwaltung

Unternehmen mit einer Vielzahl von Daten benötigen solide Richtlinien und Verfahren für die Datenverwaltung in der Cloud. Bei großen Mengen an eingehenden Daten ist die Automatisierung von zentraler Bedeutung für Cloud-Speicher und Backups.

Speicher. Viele Unternehmen speichern Datensätze in Objektspeicherdiensten, wie Amazon S3, Google Cloud Storage oder Azure Blob Storage. Daten in solchen Speicherdiensten haben sich jedoch als anfällig für Gefährdungen erwiesen, wenn IT-Teams sie nicht korrekt absichern. Verwenden Sie die APIs dieser Dienste, um auf einfache Weise die ordnungsgemäße Sicherheit eines Speicherdienstes oder der darin enthaltenen Daten zu überprüfen.

Backup. Unternehmen benötigen ordentliche Backups – von den Daten wie auch von der Infrastruktur. Systeme in der Cloud laufen in der Regel auf virtuellen Maschinen (VMs), und Cloud-Plattformen verfügen über automatische Backup- und Wiederherstellungssysteme. Mit der richtigen Netzwerksegmentierung und -einrichtung ist es möglich, periodisch ein Backup wiederherzustellen und zu überprüfen, ob die Wiederherstellungsprozeduren auch tatsächlich funktionieren.

Logging. Das intensive Überwachen und Prüfen von Cloud-Infrastruktur und -Anwendungen führt zu großen Mengen an Protokolldaten. Verwenden Sie Tools wie AWS Centralized Logging, Azure Monitor oder Google Cloud Logging, um Vorfälle und Anomalien zu aggregieren und automatisierte Berichte darüber zu erstellen. Mit passenden Werkzeugen zum Identifizieren von Protokollinformationen können Sie viele der Schritte automatisieren, die als Reaktion auf Vorfälle und für das Beheben von Problemen erforderlich sind. Das erhöht die Produktivität des Systemadministrators und sorgt dafür, dass Fehlkonfigurationen und Bedrohungen deutlich schneller erkannt werden.

Infrastruktur- und Entwicklungsverwaltung

Den größten Nutzen ziehen Administratoren jedoch wahrscheinlich daraus, die Cloud-Infrastruktur selbst zu automatisieren. Das spart Zeit, vermeidet fehlerhafte Konfigurationen und bietet zuverlässige Wiederholbarkeit.

Infrastructure as Code. Stellen Sie mit Tools wie Puppet, Chef, Ansible und Terraform automatisch einzelne Ressourcen oder die gesamte Infrastruktur von Grund auf bereit. Diese Tools können im Ernstfall auch Ressourcen aus Backups wiederherstellen. Mit Infrastructure as Code können Sie nahezu jeden Aspekt Ihrer Umgebung in der Cloud automatisieren.

Container. Die Cloud bietet einfache und leistungsstarke Containerumgebungen. Verwenden Sie verwaltete Kubernetes-Dienste wie die Google Kubernetes Engine, den Azure Kubernetes Service oder den Amazon Elastic Kubernetes Service, um den Großteil der Komplexität der Wartung von Entwicklungsumgebungen an den Cloud-Anbieter auszulagern. Entwickler können die Containerbereitstellung automatisieren, um schnell Umgebungen aufzusetzen, ohne sich über deren Konfigurationen Gedanken machen zu müssen.

DevOps. Containerumgebungen können in DevOps-Prozesse integriert und On-Demand oder per Skript bereitgestellt werden. Azure DevOps nutzt beispielsweise YAML-Integrationsskripte, um neue Git-Repositories zu automatisieren, die sich schließlich in Entwicklungspipelines integrieren lassen.

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