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Die Stärken und Schwächen von IBM PowerVM

PowerVM ist ein Virtualisierungsprodukt von IBM. Es bietet viele hilfreiche Funktionen. Dem stehen jedoch einige Nachteile, vor allem bei der Kompatibilität, gegenüber.

PowerVM von IBM bietet eine skalierbare Virtualisierungsumgebung, die es IT-Administratoren ermöglicht, Workloads zu konsolidieren und Serverressourcen besser auszulasten. Gleichzeitig verspricht die Virtualisierungslösung einen reduzierten Verwaltungsaufwand und geringere Gesamtkosten. PowerVM hat jedoch auch einige Nachteile, zum Beispiel Kompatibilitätsprobleme und mangelnder Support.

IBM PowerVM ist ein Virtualisierungsprodukt der Unternehmensklasse, das von IBM entwickelt wurde, um AIX-, IBM-i- und Linux-Anwendungen auf IBM Power Systems auszuführen. PowerVM von IMB ermöglicht es Administratoren, Kosten zu senken und die Systemsicherheit und Flexibilität zu erhöhen.

Leider funktioniert PowerVM jedoch nur auf der zugehörigen Hardware von IBM, so dass Administratoren sich vorher genau überlegen müssen, ob sie diesen Vendor Lock-in für vertretbar halten.

Einführung in IBM PowerVM

PowerVM ist eine Kombination aus Hardware-, Firmware- und Softwarekomponenten, die als Grundlage für die Virtualisierung von CPU-, Speicher- und Netzwerkressourcen fungieren. Das Herzstück von PowerVM ist der Power-Hypervisor, der in die Firmware von Power Systems integriert ist.

Der Power-Hypervisor verwendet Funktionen im Power-Prozessor, um eine Abstraktionsschicht zwischen physischen Hardwareressourcen und LPARs (Logische Partition) bereitzustellen. Die Partitionen sind in sich geschlossene Betriebsumgebungen, ähnlich wie virtuelle Maschinen (VMs), die von anderen Hypervisoren unterstützt werden. Der Power-Hypervisor erzwingt auch die Partitionsintegrität, steuert das Verteilen von Workloads auf Prozessoren und überwacht den Serviceprozess.

LPARs bilden die Struktur zum Erstellen unabhängiger Serversysteme, die virtuelle Workloads ausführen. Ein Power-Systems-Server kann bis zu 1.000 LPARs unterstützen, auf denen jeweils das Betriebssystem AIX, IBM i oder Linux läuft.

Administratoren weisen jeder LPAR Prozessor-, Speicher- und E/A-Geräteressourcen (Eingabe/Ausgabe, Input/Output, I/O) zu und können Ressourcen dafür dynamisch neu konfigurieren. PowerVM unterstützt auch eine Funktion namens Virtual I/O Server (VIOS), mit der es möglich ist, physische Speicher- und Netzwerkressourcen über mehrere LPARs hinweg gemeinsam zu nutzen.

Abbildung 1: Wichtige Funktionen von PowerVM im Überblick
Abbildung 1: Wichtige Funktionen von PowerVM im Überblick

Darüber hinaus unterstützt PowerVM die Micro-Partitioning-Technologie, mit der sich Prozessoren auch nur teilweise an LPARs zuweisen lassen. Auf diese Weise können Administratoren die Verarbeitungskapazität einer oder mehrerer physischer CPUs auf eine oder mehrere LPARs verteilen, was zu einer verbesserten Ressourcennutzung führt.

Ein weiteres wichtiges Merkmal ist Active Memory Sharing, eine fortschrittliche Speichervirtualisierungstechnologie, die es mehreren LPARs ermöglicht, sich einen gemeinsamen Pool von physischen Speicherressourcen zu teilen. Das steigert die Flexibilität von PowerVM.

Zu PowerVM bekommen Anwender eine Reihe von Management-Tools dazu, wie die Hardware Management Console (HMC), eine virtuelle Appliance für das Konfigurieren und Steuern mehrerer PowerVM-Systeme über dieselbe Konsole. Ein weiteres Tool ist der Integrated Virtualization Manager, eine Erweiterung von VIOS für die Verwaltung lokaler PowerVM-Systeme.

Admins können auch die NovaLink-Software-Schnittstelle auf PowerVM-Servern installieren, um skalierbares Cloud-Management und Workload-Implementierungen durchzuführen. Darüber hinaus können sie das PowerVP-Leistungsüberwachungs-Tool verwenden, um auf Echtzeitinformationen über virtualisierte Workloads zuzugreifen.

Mit PowerVM können Administratoren außerdem Remote-Neustarts auf LPARs durchführen, LPAR-Operationen aussetzen und wieder aufnehmen und aktive oder inaktive LPARs von einem System auf ein anderes migrieren. Zusätzlich enthält PowerVM virtuelle Netzwerkadapter und PCIe-Erweiterungen (Peripheral Component Interconnect Express), die es mehreren LPARs ermöglichen, PCIe-Geräte gemeinsam zu nutzen.

Mit PowerVM richtet sich IBM speziell an Unternehmen, die bereits in Power Systems investiert haben oder planen, diese in naher Zukunft zu erwerben, um ihre virtuellen Workloads auszuführen. Admins, die bereits Power Systems betreiben, können eine von drei Editionen aktivieren: PowerVM Standard; PowerVM Enterprise; oder die IBM PowerVM, Linux Edition. Die meisten Power-Server unterstützen alle PowerVM-Funktionen; Kunden sollten sich jedoch direkt an IBM wenden, welche Funktionen ihr Server beherrscht.

Die Vor- und Nachteile von PowerVM

PowerVM bietet Power-Server-Admins eine Reihe von Vorteilen, wie zum Beispiel die nahtlose Integration in die Power-Systems-Plattform, die eine hochsichere Umgebung zum Schutz durch Integrität und Isolierung der Workloads bietet. So enthält der Power-Prozessor beispielsweise PowerVM-spezifische Funktionen wie Secure Boot, das digitale Signaturen verwendet, um hardwaregeschützte Überprüfungen von Firmware-Komponenten durchzuführen.

Darüber hinaus wird PowerVM mit PowerSC geliefert, einem Komponentenpaket, das Trusted Boot, Trusted Firewall und Trusted Logging umfasst. Außerdem stellt der Power-Hypervisor sicher, dass LPARs, die versuchen, auf Ressourcen zuzugreifen, über die entsprechenden Berechtigungen verfügen.

PowerVM bietet auch eine Reihe von Funktionen, die die Flexibilität erhöhen, wie zum Beispiel Live Partition Mobility. Administratoren können damit LPARs zwischen Servern verschieben, um Ressourcen besser auszulasten und den Lastausgleich zu unterstützen. Ein weiterer Vorteil ist die dadurch mögliche Wartung ohne Ausfallzeiten. PowerVM bietet bedarfsgerechte, dynamische Zuweisung von Ressourcen. Das erleichtert es, auf sich ändernde Geschäftsanforderungen und Workloads mit schwankendem Bedarf zu reagieren.

PowerVM ist auf den Betrieb auf Power Systems ausgelegt und läuft auch nur auf diesen. Das bedeutet, dass Administratoren mit Servern verschiedener Hersteller unterschiedliche Hypervisoren kaufen und verwalten müssen.

Um die Flexibilität noch weiter zu erhöhen, bietet IBM Capacity on Demand for Power Systems and PowerVM an, ein Angebot, das verbrauchsabhängige Preise auf der Grundlage der Prozessor- und Speichernutzung errechnet. Mit PowerVM ist es auch möglich, Workloads auf weniger Servern zu konsolidieren, was den Verwaltungsaufwand verringert und eine bessere Auslastung von Hardwareressourcen bewirkt. Das wiederum senkt die Kosten.

PowerVM ist jedoch auf den Betrieb auf Power Systems ausgelegt und läuft dementsprechend nur auf diesen. Das bedeutet zwar eine optimale Integration, aber auch, dass Administratoren mit Servern verschiedener Hersteller unterschiedliche Hypervisoren für ihre virtuellen Server kaufen und verwalten müssen – oder sie tauschen die Geräte komplett aus und arbeiten nur noch mit Power Systems, was sich preislich nicht lohnt. Außerdem funktioniert Power Systems nicht mit Windows, so dass Windows-Admins gezwungen sind, sich mit mehreren Hypervisoren und der damit verbundenen Lizenzierung auseinanderzusetzen.

Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass PowerVM nicht so weit verbreitet ist wie andere Hypervisoren. Das führt dazu, dass in den Communities nur wenig Erfahrungsaustausch stattfindet. Darüber hinaus haben einige Admins festgestellt, dass PowerVM etwas schwierig zu implementieren und ein Großteil der Dokumentation veraltet ist. Das wirft die Frage auf, wie viel Aufmerksamkeit IBM PowerVM eigentlich zuwendet und in der Zukunft zuwenden wird.

Trotz dieser Herausforderungen könnten Admins, die mit den dargestellten Bedingungen zurechtkommen, einige Vorteile realisieren. PowerVM ist direkt in die Plattform von Power Systems integriert und bietet daher deren integrierte Vorteile bei der Sicherheit. Das macht PowerVM für Unternehmen zu einer überlegenswerten Option.

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