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12 wichtige Entwicklerwerkzeuge von AWS im Überblick

AWS bietet eine Vielzahl von Entwicklerwerkzeugen für die unterschiedlichsten Bedürfnisse. Da kann es schwer sein, den Überblick zu behalten. Wir stellen die 12 wichtigsten vor.

AWS dominiert den Cloud-Markt und bringt laufend neue Tools und Dienste heraus, um seine Reichweite zu vergrößern. Dazu gehörten in den letzten Jahren einige neue Werkzeuge zur Erweiterung des Angebots für Entwickler-Tools.

Im Vergleich zur Konkurrenz, wie GitLab oder Microsoft Azure, ist AWS für Entwickler nicht so reichhaltig und kohärent, wie es sein könnte. Doch die vorhandenen Werkzeuge sind solide. In vielen anderen Unternehmensbereichen gibt es gute Argumente für AWS und Unternehmen, die schon mit AWS arbeiten, sollten sich auch die verfügbaren Entwicklerwerkzeuge ansehen. Im Folgenden listen wir zwölf wichtige Tools von AWS auf und erklären, wofür sie sich eignen.

Überblick über die Entwicklerwerkzeuge

Amazon CodeGuru ist ein Tool für Cloud-Entwickler, das Vorschläge zur Verbesserung der Codequalität und zur Kostensenkung macht. Der Dienst setzt hierfür Machine Learning (maschinelles Lernen) ein und besteht aus zwei Hauptkomponenten – Amazon CodeGuru Reviewer und Amazon CodeGuru Profiler. Der Reviewer findet schwere Fehler und versteckte Bugs, während der Profiler hilft, die Leistung zu optimieren und Kosten zu senken, indem er die teuersten Codezeilen innerhalb der Anwendung aufdeckt.

Beide Funktionen sind separat erhältlich und bieten eine kostenlose 90-Tage-Testversion in unterstützten AWS-Regionen. Nach der Testperiode werden die Preise nach der Anzahl der analysierten Codezeilen oder der Dauer der Analyse aufgeschlüsselt.

AWS Cloud9, die Cloud-basierte integrierte Entwicklungsumgebung (IDE) von AWS, ermöglicht es Entwicklern, Code in jedem unterstützten Internetbrowser zu schreiben, auszuführen und zu debuggen. Sie unterstützt mehr als 40 Programmiersprachen, zum Beispiel JavaScript, Python und C++. Zu den Cloud9-Features gehört das Visualisieren von Syntax, Übersichten für bestimmte Dateien und Funktionen für das automatische Vervollständigen von Code. Cloud9 verursacht keine eigenen Kosten, es fallen dennoch Standardgebühren für die verbrauchten Rechen- und Speicherressourcen an.

AWS CodeCommit ist ein verwalteter Quellcodekontrolldienst, der Teams dabei hilft, am selben Code zusammenzuarbeiten. Dieses Cloud-Entwickler-Tool hostet private Git-Repositories und skaliert die zugrunde liegende Infrastruktur. CodeCommit funktioniert mit allen Git-Befehlen oder Tools, die Entwickler implementiert haben. Ein kostenloses CodeCommit-Konto ist für bis zu fünf Nutzer verfügbar und enthält 50 GB Speicher sowie 10.000 Git-Anforderungen im Monat. Jeder zusätzliche Benutzer kostet einen US-Dollar im Monat; für zusätzlichen Speicher fallen 6 Cent pro GB pro Monat an und 0,1 Cent pro Git-Anfrage.

AWS CodeStar bietet eine Benutzeroberfläche und Vorlagen, die Entwickler beim Entwickeln, Bauen und Bereitstellen von Anwendungen unterstützen. Mit CodeStar können IT-Teams alle Softwareentwicklungsaufgaben – wie das Einrichten von Berechtigungen oder einer Toolchain für die kontinuierliche Bereitstellung (Continuous Deployment) – von einem zentralen Ort aus verwalten. Jedes Projekt innerhalb CodeStar verfügt über ein eigenes Dashboard mit integrierten Funktionen zum Fehler-Monitoring. Ähnlich wie bei Cloud9 fallen für diesen Service über die von AWS bereitgestellten Ressourcen hinaus keine zusätzlichen Kosten an.

AWS CodeArtifact, das verwaltete Artefakt-Repository von AWS, ermöglicht es Entwicklern, Softwarepakete auf sichere Weise zu speichern, zu veröffentlichen und gemeinsam zu nutzen. Dieser Dienst lässt sich mit Maven, Gradle, npm, YARN und anderen Paketmanagern und Build-Tools integrieren. CodeArtifact kostet selbst nichts; es fallen jedoch Gebühren für Speicher, Anfragen und Datentransfers an.

AWS CodeDeploy automatisiert Code-Bereitstellungen auf jeder Instanz und jedem Server, sei es On-Premises oder auf Amazon EC2-Instanzen. Entwickler können CodeDeploy verwenden, um aktualisierte Funktionen freizugeben, Ausfallzeiten während der Bereitstellung zu vermeiden und Anwendungen während des Update-Prozesses zu verwalten. AWS erhebt eine Gebühr von 0,02 Dollar pro lokaler Instanzaktualisierung, es fallen jedoch keine zusätzlichen Gebühren für die Bereitstellung in EC2 (Amazon EC2 Container Service) an.

AWS Command Line Interface (AWS CLI) ist ein Open-Source-Tool, das speziell für die Interaktion mit und Steuerung von anderen AWS-Diensten über die Befehlszeile (Command Line Interface, CLI) entwickelt wurde. AWS CLI erfordert eine minimale Konfiguration und verfügt über dieselbe Funktionalität wie die AWS Managementkonsole. Sie ist kompatibel mit Windows, MacOS und Linux und wird mit dem Linux AMI (Amazon Machine Image) vorinstalliert geliefert.

AWS X-Ray analysiert und debuggt verteilte Anwendungen in der Produktion. Mit diesem Cloud-Entwicklerwerkzeug können Benutzer ein besseres Verständnis für die Leistung ihrer Anwendungen und der zugrunde liegenden Dienste gewinnen.

Auf diese Weise können IT-Teams Probleme mit der Performance während des Produktionsprozesses erkennen und beheben. X-Ray kann eine Reihe verschiedener Anwendungstypen analysieren, einschließlich dreistufiger und komplexer Microservice-Anwendungen. Was die Preisgestaltung anbelangt, so deckt die kostenlose Stufe die ersten 100.000 aufgezeichneten Traces und die ersten 1 Million Traces ab, die monatlich empfangen oder gescannt werden. Nachdem diese Schwellenwerte erreicht sind, variieren die Preise für aufgezeichnete, abgerufene und gescannte Traces je nach AWS-Region.

Im Vergleich zur Konkurrenz, wie GitLab oder Microsoft Azure, ist AWS für Entwickler nicht so reichhaltig und kohärent, wie es sein könnte. Doch die vorhandenen Werkzeuge sind solide.

AWS Cloud Development Kit (CDK) ist ein Open Source Framework für die Softwareentwicklung. Es definiert Cloud-Infrastruktur als Code (IAC) durch Programmiersprachen und AWS CloudFormation-Bereitstellung. Durch CDK können Entwickler mit ihren Cloud-Anwendungen interagieren. Das erlaubt ihnen, die definierten Stacks in ihren Anwendungen aufzulisten, die Stacks zu CloudFormation-Vorlagen zu verschieben und sie in jeder öffentlichen AWS-Region bereitzustellen. Wie bei vielen anderen Entwicklerdiensten von AWS fallen für dieses Tool über die bereitgestellten Ressourcen hinaus keine zusätzlichen Kosten an.

AWS CodeBuild ist ein Dienst für kontinuierliche Integration (Continuous Integration). Er sammelt den Quellcode, führt Tests durch und erstellt Pakete für die Bereitstellung. Mit CodeBuild müssen sich Entwickler und Administratoren nicht um die Bereitstellung, Verwaltung und Skalierung von Build-Servern kümmern. Nutzer erhalten 100 Build-Minuten der niedrigsten Stufe kostenlos. Danach werden Preise in einem Pay-as-you-go-Preismodell aufgeschlüsselt. In Deutschland ist CodeBuild nur für Linux-Builds verfügbar.

AWS CodePipeline ermöglicht es Anwendern, den Softwarebereitstellungsprozess zu modellieren, zu visualisieren und zu automatisieren. Ein Entwickler kann ein Modell für den gesamten Freigabeprozess erstellen und dann die Anwendung demgemäß bauen, testen und in einem Workflow bereitstellen, sobald eine Änderung am Code vorgenommen wurde.

Es ist auch möglich, in jeder Phase des Freigabeprozesses kundenspezifische oder Partner-Tools in CodePipeline zu integrieren. Die Preise für dieses Tool werden nach aktiven Pipelines pro Monat aufgeschlüsselt. Alle Pipelines sind jedoch in den ersten 30 Tagen kostenlos, um das Experimentieren innerhalb der Entwicklerteams zu fördern.

AWS Device Farm ist ein Cloud-Entwickler-Tool, das dabei helfen soll, die Qualität der Anwendungen zu verbessern, die Zeit bis zur Markteinführung zu verkürzen und die allgemeine Kundenzufriedenheit durch Tests mit echten Mobilgeräten zu erhöhen.

In Device Farm laden Entwickler eine Anwendung oder Testskripte hoch, um sie mit echten Android- und iOS-Diensten zu prüfen. Innerhalb dieses Tools können Entwickler auch Kundenprobleme debuggen oder reproduzieren. Für Device Farm sind drei Preismodelle verfügbar: Pay as you go, das bei 0,17 Cent pro Geräteminute beginnt, Unbegrenztes Testen, das ab 250 Dollar pro Monat verfügbar ist und Private Geräte, das dedizierte Testgeräte für das jeweilige Konto garantiert und 200 Dollar pro Monat kostet.

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