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Wie lässt sich die WebRTC-Performance messen?

Wenn Sie WebRTC einsetzen, sollten Sie die Performance überprüfen. Dafür gibt es zwei Optionen. Sie können direkt im Netzwerk oder auf Endanwendergeräten messen.

Der zweite Teil dieser Expertenantwort bespricht die verschiedenen Möglichkeiten, die Performance von Web Real-Time Communications zu messen. Im ersten Teil erklärt unser Experte Tsahi Levent-Levi, welche Faktoren die WebRTC-Performance beeinflussen.

Die Performance-Qualität von WebRTC lässt sich aus dem Blickwinkel des Geräts oder des Servers messen. Normalerweise werden VoIP-Anwendungen (Voice over IP) auf der Serverseite gemessen.

Es werden Pakete der Typen Real-Time Transport Control Protocol und Real-Time Protocol von den Medienservern gesammelt. Die Bewertung der Qualität hängt von Bitrate, Jitter, Latenz und Paketverlust ab. Damit zeichnet sich ein relativ gutes Bild der gesamten Netzwerk-Performance und der individuellen Sitzungen ab.

Oftmals werden diese Metriken direkt via WebRTC-Statistiken auf dem Gerät gesammelt. In einigen Fällen laufen die Medien nicht durch einen Medienserver, sondern spielen sich Peer-to-Peer zwischen den Geräten ab. Sollte das der Fall sein, gibt es keinen Medienserver, von dem Sie die relevanten Daten sammeln können.

Zwei Methoden, um die Performance von WebRTC zu messen

Die WebRTC-Performance lässt sich auf zwei verschiedene Arten messen: Via Live-Anwendersitzungen oder durch voraussagbaren, synthetischen Traffic.

Messen Sie die Live-Anwendersitzungen, können Sie die von Ihren Anwendern wahrgenommene Qualität einstufen. Messen Sie die Metriken, die von den Geräten gesammelt werden, können Sie auf Optionen von Dritten wie zum Beispiel callstats.io zurückgreifen. Vielleicht entwickeln Sie auch ein Tool im eigenen Haus, das die Open-Source-Bibliothek RTC Stats benutzt. Wenn Sie Metriken von Medienservern sammeln wollen, dann können Sie dafür kommerzielle Tools wie zum Beispiel Homer einsetzen.

Es gib noch einen zweiten Ansatz, um die WebRTC-Performance evaluieren zu können. Dabei messen Sie den voraussagbaren, synthetischen Traffic. Bei dieser Methode setzen Sie Geräte an verschiedenen Standorten im Netzwerk ein und simulieren Traffic der Anwender. Dann können Sie die Qualität der Sitzung messen und einstufen, wo es im Netzwerk möglicherweise Probleme gibt. Die Idee dahinter ist, dass sich Änderungen beim Verhalten des Traffics beobachten lassen, die direkt mit der Infrastruktur in Verbindung stehen. Wollen Sie die WebRTC-Performance mithilfe von voraussagbarem, synthetischem Traffic messen, können Sie Tools von Drittanbietern wie testRTC verwenden.

Fazit

Ohne das Messen der Qualität verstehen Sie vielleicht die Probleme von Anwendern und Kunden nicht und können sie demnach auch nicht lösen. Die Messung sowohl von Live-Benutzersitzungen als auch von vorhersehbarem synthetischem Datenverkehr bietet Ihnen die beste Transparenz für Ihre Benutzer und Netzwerkinfrastruktur.

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Artikel wurde zuletzt im März 2019 aktualisiert

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