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Welche Faktoren beeinflussen die WebRTC-Performance?

Nur wenn Sie die Problemursachen kennen, können Sie für eine angemessene Qualität der Medien-Streams bei WebRTC sorgen. Es sind zwei Faktoren zu beachten.

Im ersten Teil dieser Antwort von „Fragen sie den Experten“ sprechen wir über die beiden Faktoren, die Einfluss auf die Performance von Web Real-Time Communications nehmen. Im zweiten Teil erklärt unser Experte Tsahi Levent-Levi, wie sich die Faktoren messen lassen, um gute Performance für WebRTC bereitstellen zu können.

In gewisser Weise lässt sich die Performance von WebRTC ähnlich messen, wie Sie das auch bei anderen VoIP-Protokollen (Voice over IP) durchführen würden. Das zugrunde liegende und von WebRTC genutzt Medienübertragungsprotokoll ist nämlich identisch zu anderen VoIP-relevanten Protokollen. WebRTC setzt für die Medienübertragung auf das STRP (Secure Real Time Transport-Protocol). Die meisten anderen VoIP Services verwenden ebenfalls STRP, um Medien verschlüsselt zu übertragen.

Wenn Sie die Performance von WebRTC messen, dann sollten Sie sich auf zwei Faktoren konzentrieren: Prozentsatz der erfolgreichen Sitzungsverbindungen und Qualität der Medien.

Erfolgreich verbundene WebRTC-Sitzungen

Der Prozentsatz der erfolgreichen Sitzungsverbindungen lässt sich auf zwei Faktoren zurückführen: Die angemessen funktionierende Signalgebung für die Anwendung und ICE (Interactive Connectivity Establishment) bei WebRTC.

WebRTC hat keine Meldetechnik implementiert, aber die Signalgebung hat Einfluss darauf, ob eine Sitzung zustande kommt. Überprüfen Sie die Konfiguration des Protokolls für die Signalgebung, das Sie für die WebRTC-Anwendungen gewählt haben. Sehen Sie nach, ob die Verbindungsfähigkeit in Ordnung ist.

WebRTC benutzt ICE-Vermittlung, um einen SRTP-Stream von einem Gerät zu einem anderen zu etablieren. Das können Browser, Anwendungen oder auch Medienserver sein. ICE findet die bestmögliche, verfügbare Option, um die Geräte zu verbinden. Dabei werden Faktoren wie der Standort, das Gerät selbst und das verfügbare Netzwerk mit einbezogen. Manchmal verbindet ICE die Geräte mithilfe des Traversal-Relay-NAT-Protokolls. Es ist aber auch eine Peer-to-Peer-Verbindung denkbar.

Sie werden messen wollen, wie oft Ausfälle auftreten. Das kann durch Signalisierungsprobleme bei der Verbindung, ICE-Ausfälle passieren. Vielleicht kann auch nur eine Seite empfangen.

Die Medienqualität und die WebRTC- Performance

Überprüfen Sie als Nächstes die Medienqualität. Auch sie hat Einfluss auf die Performance von WebRTC und hängt vom Netzwerk ab. Zu den wichtigsten Metriken bei der Qualität gehören Bitrate, Jitter, Latenz und Paketverluste. Diese Informationen können dem Real-Time Transport Control Protocol (RTCP) entnommen werden, das Teil der Funktionsweise von SRTP ist.

Als Faustregel gilt: Wenn Paketverlust, Jitter und Latenz höher sind, ist die Medienqualität geringer. Eine geringere Bitrate kann auch zu einer geringeren Medienqualität führen.

Sie können verschiedene Bewertungsverfahren einsetzen, um die Qualität zu messen. Der Mean Opinion Score (MOS) ist die häufigste Methode, möglicherweise aber ungenau. Manchmal werden Sie tiefer graben und den Medien-Stream selbst analysieren wollen, um die Qualität zu messen.

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Artikel wurde zuletzt im März 2019 aktualisiert

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