Von Citrix über LTSP bis hin zu QVD: freie VDI-Lösungen im Überblick

VDI-Lösungen müssen nicht teuer sein. Wir geben Ihnen von Citrix über LTSP bis hin zu QVD einen Überblick über die wichtigsten freien VDI-Produkte.

VDI-Umgebungen (virtuelle Desktop-Infrastrukturen) sind berüchtigt für ihre hohen Kosten. Allerdings muss es nicht zwingend teuer werden. Es gibt freie und kostenlose Lösungen wie Linux Terminal Server Project und QVD Community Edition. Auch eine freie Version von Citrix XenDesktop ist erhältlich.

An großen Namen bei der Desktop-Virtualisierung kleben in der Regel teure Preiszettel. Für eine Implementierung ist das möglicherweise eine ziemliche Barriere, selbst wenn sich Ihre Umgebung für VDI eignen würde. Ein Einsatz von VDI muss aber nicht zwingend teuer sein.

Es gibt diverse freie und kostenlose VDI-Produkte. Jedes davon bringt eigene und einzigartige Funktionen, Leistungsfähigkeiten und Limitierungen mit sich. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie das jeweilige Produkt genau evaluieren und sich mit den vorhandenen Optionen auseinandersetzen.

Linux Terminal Server Project

Eine der bekannteren freien Lösungen für VDI-Umgebungen ist das Linux Terminal Server Project (LTSP). Es ist seit dem Jahre 1999 aktiv. Die Open-Source-Software funktioniert, indem es diversen Linux-Servern Thin-Client-Unterstützung spendiert. In der Tat ist die LTSP-Software in mindestens vier verschiedene Linux-Distributionen implementiert. Dazu gehören Debian GNU/Linux, Gentoo, openSUSE und Ubuntu. Sie können den entsprechenden Linux-Paketmanager verwenden, um die Software einzusetzen oder zu installieren.

Allerdings wird nicht jede Linux-Distribution offiziell unterstützt. Sie können sich aber den Quellcode von LTSP herunterladen. Somit hätten Sie die Möglichkeit, die Software selbst zu kompilieren und auf nicht unterstützten Linux-Distributionen einzusetzen. Die Organisation stellt auch Informationen zur Verfügung, wie man die Software mit Linux-Distributionen wie zum Beispiel Fedora, Red Hat Enterprise Linux (RHEL) und CentOS verwenden kann.

LTSP fokussiert sich zwar in erster Linie auf Linux, aber Sie sind nicht auf Linux als virtuelles Betriebssystem begrenzt. Die Software funktioniert also zum Beispiel auch mit Windows. LTSP wird unter einer GPLv2-Lizenz entwickelt und aus diesem Grund ist die Software komplett frei. Linux-Projekte nehmen allerdings gerne Spenden an, wenn Sie die Software nützlich finden und einsetzen.

QVD Community Edition

QVD Community Edition ist ein vollwertiges, freies VDI-Produkt. Die Software richtet sich in erster Linie an Test- und Entwicklungs-Umgebungen. Allerdings eignet sich die QVD Community Edition sehr gut für kleine oder mittelständische Unternehmen, die VDI einsetzen möchten.

Die Software funktioniert sowohl in Windows- als auch Linux-Umgebungen. Weiterhin unterstützt QVD Community Edition viele Funktionen, die Sie auch von hochwertigen, kommerziellen Produkten erwarten würden. Zum Beispiel können Sie damit automatisches Provisioning virtueller Desktops realisieren. 

Weiterhin gibt es die Möglichkeit für Fernzugriffe und Sie können Festplatten-Abbildern ein Verfallsdatum zuweisen. Es sollte aber erwähnt sein, dass in der QVD Community Edition einige Funktionen fehlen, die in der Bezahlversion vorhanden sind. Dazu gehören zum Beispiel die Unterstützung für X.509-Zertifikate und maßgeschneiderte Festplatten-Abbilder.

Citrix XenDesktop Express Edition

Citrix stellt für kleine Umgebungen ein VDI-Produkt zur Verfügung, das sich XenDesktop Express Edition nennt. Wollen Sie es verwenden, müssen Sie zunächst die Test- oder Trial-Version von XenDesktop herunterladen. Sobald die Probezeit abgelaufen ist, können Sie entweder einen Lizenzschlüssel eingeben oder die Software als Express Edition lizenzieren.

XenDesktop Express Edition ist der Retail- oder Normal-Version sehr ähnlich. Der größte Unterschied besteht darin, dass die Express Edition auf zehn virtuelle Desktops limitiert ist. Unnötig zu erwähnen, dass Sie mit dieser Beschränkung mit XenDesktop Express Edition kein großes Unternehmen bedienen können. Allerdings ist die Software eine großartige Möglichkeit für kleinere Abteilungen oder Firmen, die nur eine geringe Anzahl virtueller Desktops benötigen.

Andere freie VDI-Optionen

Es gibt natürlich noch einige weitere freie VDI-Produkte. Viele davon bringen allerdings signifikante Einschränkungen mit sich. Zum Beispiel bietet Liquidware Labs freie Virtualisierungs-Software für Desktops an, an die allerdings nicht jeder kommt. Wollen Sie 25 freie Lizenzen von ProfileUnity, FlexApp, Stratusphere UX Solutions und eine NFR-Lizenz für Flex-IO bekommen, müssen Sie IT-Consultant sein oder für ein Unternehmen arbeiten, das derzeit aktiv eine Windows-Migration oder ein Desktop-Virtualisierungs-Projekt vorantreibt.

Die Firma 2X Software stellt ebenfalls freie VDI-Software zur Verfügung. Allerdings sind hier die Einschränkungen zu groß. Laden Sie die Test-Version von 2X Remote Application Server herunter, unterstützt sie 50 gleichzeitige Anwender. Nachdem die Versuchszeit abgelaufen ist, können Sie die Software weiterhin mit der freien Lizenz betreiben. Allerdings dürfen dann nur noch drei Mitarbeiter gleichzeitig aktiv sein.

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Artikel wurde zuletzt im September 2014 aktualisiert

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