Hardware-Vergleich für VDI-Umgebungen: Thin, Thick und Zero Clients

Bei virtuellen Desktop-Infrastrukturen (VDI) gibt es die Wahl zwischen Thin, Thick und Zero Clients. Was sind die Vor- und Nachteile?

Wenn wir über virtuelle Desktop-Infrastrukturen (Virtual Desktop Infrastructure, VDI) sprechen, haben Systemadministratoren die Qual der Wahl zwischen Thin, Thick oder Zero Clients. In diesem Beitrag gehen wir auf die größten Herausforderungen ein, denen sich VDI-Administratoren stellen müssen.

Entscheiden Sie sich für den Einsatz von VDI, müssen Sie zunächst evaluieren, auf welcher Hardware Ihre virtuellen Desktops laufen sollen.

Es gibt viele Möglichkeiten, virtuelle Desktops zu hosten: Thin Clients, Zero Clients und Smart Clients, sowie Tablets und mobile Geräte. Thin Clients und andere technisch wenig anspruchsvollen Endgeräte sind von einer Netzwerk-Verbindung zu einem zentralen Server abhängig.

 Dieser erledigt das eigentliche Computing und die eigene Hardware übernimmt nur sehr wenig Rechenleistung. Hiervon unterscheiden sich Thick Clients, die im Grunde genommen herkömmliche PCs sind. Sie verarbeiten alle Computing-Aufgaben direkt auf dem Desktop-Rechner.

Erst wenn Sie die Vorteile, Herausforderungen und die involvierten Kosten der unterschiedlichen VDI-Optionen kennen, können Sie auch die richtigen Entscheidungen zwischen Thin, Thick und Zero Clients treffen.

Thick Clients

Es ist durchaus möglich, Thick Clients für die Desktop-Virtualisierung einzusetzen. Viele Unternehmen verzichten aber darauf, weil man dadurch natürlich keine Hardware-Kosten einspart und man zusätzlich auf allen Computern lokal Software installieren muss. 

Verwenden Sie herkömmliche PCs für die Verbindung zu virtuellen Desktops, gehen also viele Vorteile von VDI verloren. Wir sprechen hier unter anderen vom geringeren Stromverbrauch, dem zentralen Management und der erhöhten Sicherheit.

Wie sich Thick von Thin Clients unterscheiden
Da ein Thick Client im Prinzip ein herkömmlicher PC ist, auf dem Thin Client Software läuft, sind die Kosten dafür höher als beim Einsatz reiner Thin Clients. 

Hinzu kommt noch, dass Thick Clients Festplatten und Media-Ports beinhalten. Aus diesem Grund sind sie weniger sicher als Thin Clients. Letztere sind in der Regel auch bei der Wartung weniger aufwendig. Gibt es allerdings bei Thin Clients Probleme mit der Hardware, müssen Sie oft das komplette Gerät austauschen.

Thin Clients

Wenn Sie auf Thin Client Hardware setzen, werden die virtuellen Desktops im Data Center gehostet. Der Thin Client ist im Prinzip lediglich ein Terminal für den Backend-Server. Thin Clients lassen sich in der Regel sehr einfach installieren und dadurch wird der Zugriff auf die Anwendungen deutlich einfacher. Weiterhin winkt verbesserte Sicherheit und Sie benötigen weniger Hardware-Ressourcen. Systemadministratoren können möglicherweise sogar ausgemusterte PCs umwandeln.

Was Thin-Client-Geräte mit sich bringen sollten
Thin Clients sollten klein und einfach ausgestattet sein. Je mehr fortschrittliche Funktionen die Geräte haben, desto teurer wird es. 

Bei der Wahl von Thin-Client-Geräten überlegen Sie sich einfach, ob Sie Leistungsmerkmale wie zum Beispiel 3D-Grafik, Video-Konferenz- und Multi-Bildschirm-Unterstützung brauchen. Außerdem sollten Sie ein Auge auf Ihr verwendetes RDP (Remote Display Protocol) werfen und berücksichtigen, wie viel von der Bildschirmdarstellung auf dem Backend-Server verarbeitet werden kann.

Thin Clients sollten aber nicht nur günstig und unkompliziert sein, sondern auch die Möglichkeit zum zentralen Management bieten. Vielleicht wollen Sie zum Beispiel automatische Policy-Richtlinien für eine bestimmte Gruppe an Thin Clients mit ähnlicher Ausstattung ausrollen. 

Das ist natürlich einfacher als manuelles Management. Weiterhin soll die VDI-Hardware so einfach gestrickt sein, dass auch nicht so technisch versierte IT-Mitarbeiter diese in Außenstellen einfach installieren können.

Zero Clients

Zero Clients werden im Zusammenhang mit VDI immer beliebter. Sie sind noch einfacher ausgestattet und somit günstiger als Thin Clients. Diese Client-Geräte müssen Sie überhaupt nicht konfigurieren und darauf lässt sich auch nichts speichern. Zu den Anbietern von Zero-Client-Hardware gehören Dell Wyse, Fujitsu, Hewlett-Packard und Pano Logic.

Vor- und Nachteile von Zero Clients
Was sind also die Vorteile von dieser Art VDI-Hardware? Zunächst einmal sind Zero Clients noch kostengünstiger als Thick oder Thin Clients. Weiterhin verbrauchen sie weniger Strom. Außerdem ist die Lizenzierung möglicherweise unkomplizierter.

Allerdings gibt es auch einen Haken: Die Anbieter vermarkten Zero Clients oftmals so, als würden diese komplett ohne Management oder Wartung auskommen. Das stimmt so allerdings nicht immer: Einige Produkte benötigen Software, Arbeitsspeicher oder andere Ressourcen. Hinzu kommt noch, dass Zero Clients häufig proprietär sind. Somit laufen Unternehmen Gefahr, in einem goldenen Käfig zu landen und von einem Anbieter abhängig zu sein.

Andere VDI-Optionen

Es gibt allerdings noch weitere Hardware-Optionen, wenn wir von VDI sprechen. In der heutigen mobilen Zeit fangen Mitarbeiter an, Tablets oder Smartphones zu verwenden, um damit auf virtuelle Desktop zugreifen zu können.

Das iPad als VDI-Client einsetzen
Durch schnellere Netzwerkverbindungen und verbesserte Bildschirmauflösungen sind moderne Tablets für den Zugriff auf virtuelle Desktops bereit. Sehr mobile Mitarbeiter oder leitende Angestellte sind zum Beispiel gute Kandidaten, um sie via iPad mit VDI-Desktops zu verbinden. 

Behalten Sie aber im Hinterkopf, dass viele Tablets keine Maus mit sich bringen. Etliche Windows-Anwendungen lassen sich aber nicht wirklich angenehm mit einer Touch-Oberfläche bedienen.

Alte PCs als Hardware für VDI umfunktionieren
Wenn Tablets für Sie momentan keine Option sind und Sie VDI einsetzen wollen, könnten Sie über das Recycling älterer PCs nachdenken. Diese würden Sie dann als Thin Clients einsetzen. Das spart nicht nur Geld, sondern ist auch umweltfreundlich. Sie sollten lediglich sicherstellen, dass die PCs nicht zu alt sind. Andernfalls wäre die Grafikleistung nicht besonders gut und auch die Gefahr eines Ausfalls ist zu hoch.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2014 aktualisiert

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