Definition

Fat Client (Thick Client)

Ein Thick Client (manchmal auch als Fat-Client bezeichnet) ist eine Form von Client-Computer. Konkret handelt es sich dabei um einen Rechner, der Teil eines Netzwerks ist und bei dem die meisten Ressourcen lokal installiert sind und nicht aus dem Netzwerk bezogen werden. Thick Client-Geräte können beispielsweise Tower-PCs sein, da sie über eigene Festplatten, Anwendungen und weitere lokale Ressourcen verfügen. Die meisten, wenn nicht sogar alle wesentlichen Komponenten sind in einem Thick Client enthalten. 

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Die meisten Benutzer bevorzugen Thick Clients, weil sie sehr anpassbar sind und der Benutzer mehr Kontrolle über die Systemkonfigurationen und installierte Anwendungen hat. An Arbeitsplätzen werden den Mitarbeitern üblicherweise Thick Clients zur Verfügung gestellt, damit sie offline arbeiten können.

Thick Clients sind über eine Netzwerkverbindung mit einem Server verbunden, brauchen aber keine ständige Verbindung zu diesem. Wenn sie verbunden sind, dann laden sie Programme, Daten und Updates auf ihr Betriebssystem herunter. Darüber hinaus belegen Thick Clients nicht dauerhaft Rechenressourcen am Server. Die meisten Ressourcen sind auf dem Client verfügbar, so dass dieser unabhängig arbeiten kann. Thick Clients eignen sich hervorragend in Szenarien, in denen der Primärserver nur über begrenzte Speicher- und Rechenkapazität verfügt oder hohe Netzwerkgeschwindigkeiten aufweist, sowie als Geräte für Home-Office-Bereitstellungen.

Ein System, auf dem einige Komponenten und Software installiert sind, das aber auch über ein Netzwerk verteilte Ressourcen nutzt, wird gelegentlich als Rich Client bezeichnet.

Vor- und Nachteile von Thick Clients

Tick Clients haben eine Reihe von Vorteilen:

  • Sie können offline arbeiten. Thick Clients verfügen in der Regel über die Hardware- und Softwarevoraussetzungen, um Verbindung zu einem zentralen Server zu arbeiten.
  • Thick Clients ziehen gelegentlich Informationen und Daten vom zentralen Server. Ansonsten sind Serververbindungen im Allgemeinen nicht mehr erforderlich.
  • Die Server, mit denen sich Thick Clients verbinden, müssen nicht so leistungsfähig sein, da die Thick Clients einen Großteil der Anwendungsverarbeitung übernehmen.
  • Die Verwendung von Thick Clients bedeutet normalerweise, dass mehr Serverkapazität zur Verfügung steht. Dadurch können Server wesentlich mehr Clients
  • Ein Computer mit eigenen, lokalen Ressourcen – Betriebssystem, Benutzeroberfläche (Graphic User Interface, GUI), Speicher – arbeitet, bedeutet ein hohes Maß an Flexibilität. Nutzer können von überall aus arbeiten, solange der Client gelegentlich mit dem Server verbunden wird.
  • Viele Unternehmen verfügen bereits über ausreichend schnelle lokale PCs, um diese als Thick Clints zu benutzen.
  • Dateien und Anwendungen können auf dem Thick Client gespeichert werden, so dass jederzeit auf sie zugegriffen werden kann.
  • Anwendungen, die ressourcen- oder bandbreitenintensiv ist, laufen zuverlässig flüssig, solange der Thick Client vernünftig gewartet ist, weil sie Ressourcen vom lokalen Gerät und nicht von einem zentralen Server beziehen.

Thick Clients sind jedoch auch nicht frei von Schattenseiten:

  • Sind die Daten auf dem Computer des Nutzers selbst gespeichert, ist die Gefahr größer, dass fehlerhaftes Nutzerverhalten die Sicherheit des Systems kompromittiert.
  • Datenintegrität und Backups werden durch das Vorhandensein vieler lokaler Speicherorte komplizierter.
  • Die Hard- und Software ist teurer als zum Beispiel bei Thin Clients und verursacht kontinuierlich Kosten für Wartung und Updates.
  • Der Netzwerkverkehr mit Thick Clients kann sehr hoch werden – vor allem mit Stoßzeiten, zu denen die Clienten zeitgleich Daten vom Server beziehen.
  • Benötigen Clienten neue Anwendungen, müssen diese auf jeden einzelnen davon geladen werden.

Beispiele für Thick Clients

Im Endeffekt ist fast jeder Laptop oder Tower-PC, den ein Mitarbeiter vom Unternehmen gestellt bekommt Im Allgemeinen kann man davon ausgehen, dass die meisten Mitarbeiter die gleichen oder ähnliche Anwendungen und Dateien verwenden. Der Mitarbeiter muss sich für das Setup nur mit dem Server des Unternehmens verbinden, um Updates herunterzuladen oder andere benötigte Daten abzurufen.

Gerade für Mitarbeiter, die von Zuhause arbeiten oder mobil sein müssen, sind Thick Clients praktisch, weil sie auch arbeitsfähig bleiben, wenn sie keine Netzwerkverbindung haben. Wenn der Mitarbeiter seine Internetverbindung verliert, kann er mit allen Dateien, die auf der Festplatte seines Computers gespeichert sind, weiterarbeiten – vorausgesetzt, die Anwendung benötigt kein Internet.

Thick Clients versus Thin-Clients

Thin Clients sind das Gegenstück zum Thick Clients. Ein Thin Client ist ein kostengünstiger Netzwerkcomputer, der für Rechenaufgaben stark von einem Server abhängig ist. Die Grundidee des Thin Clients ist, dass er mit sehr beschränkten Rechenressourcen und lokalen Anwendungen auskommt.

Im Gegensatz zu Thick Clients lassen sich Thin-Clients leichter verwalten, sind besser vor Sicherheitsrisiken zu schützen. Sie verursachen außerdem geringere Wartungs- und Lizenzkosten. Der größte und offensichtlichste Unterschied zwischen den beiden besteht darin, dass Thin Clients für die Datenverarbeitung auf eine Netzwerkverbindung angewiesen sind und auf der Hardware selbst nicht viel Rechenleistung erbringen. Thick Clients benötigen keine ständige Netzwerkverbindung und können einen Großteil der Verarbeitung für Client/Server-Anwendungen übernehmen. Das führt dazu, dass Thin Clients möglicherweise mehr Ausfallzeiten haben, als Thick Clients.

Diese Definition wurde zuletzt im Oktober 2020 aktualisiert

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