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Unified Communications: UC-QoS in der Hybrid Cloud verwalten

Eine hybride Cloud-Lösung für Unified Communications (UC) erfordert verschiedene Ansätze, um die Service-Qualität (QoS) für Sprach-, Video- und Echtzeit-Kommunikation zu halten.

Für Firmen, die einen Teil ihrer Lösung für Unified Communications (UC) in die Cloud auslagern wollen, aber noch nicht bereit sind, komplett auf SaaS (Software as a Service) umzusteigen, könnte eine hybride Cloud-UC-Architektur die richtige Wahl sein. Wichtig: Das Design und die Verwaltung der Hybrid Cloud unterscheiden sich von der vollständig lokal implementierten UC-Lösung (On Premise). Dies gilt insbesondere für die Fähigkeit, die Servicequalität für die Nutzer aufrechtzuerhalten.

Die Fähigkeit zur Verwaltung der QoS (Quality of Service) hängt davon ab, wohin die UC-Datenströme gehen und ob Sie verschiedene Qualitätseinstellungen über diese Links verwalten können. Bei lokalen Bereitstellungen sind diese Fragen leicht zu beantworten. Bei hybriden Cloud-Installationen wird es jedoch komplizierter.

Werfen wir einen Blick auf zwei der häufigsten Kommunikationsarchitekturen in der hybriden Cloud und das, was Firmen tun müssen, um die Servicequalität einfacher zu gewährleisten.

Unternehmenszentrale On-Premise, Niederlassungen in der Cloud

Eine grundlegende hybride UC-Strategie besteht darin, die UC-Hardware und -Software in der Firmenzentrale vor Ort zu betreiben und die Zweigstellen auf ein UCaaS-Modell (Unified Communications as a Service) zu migrieren. Für viele Unternehmen ist der Firmensitz der Ort, an dem sie die meisten Sprach-, Video- und Collaboration-Anwendungen nutzen. Daher ist ein veraltetes On-Premise-Design wahrscheinlich bereits vollständig in das Unternehmen integriert und funktioniert über ein Hochgeschwindigkeits-Unternehmens-LAN relativ gut.

Für entfernte Niederlassungen eignet sich UCaaS sehr gut. Dennoch kann es sein, dass die Kommunikation in den Zweigstellen einige Änderungen am Netzwerkdesign und an der UC-Konfiguration erfordert, damit sie optimal funktioniert.

Bei den meisten UCaaS-Implementierungen erfolgt die gesamte Kommunikation über die Public Cloud, meist über das Internet oder über eine private WAN-Verbindung zum Rechenzentrum des Service Providers. Wenn die Zweigstellen das Internet für die Verbindung mit UCaaS aus der Public Cloud nutzen, bleibt den Firmen aus einer strikten Cloud-QoS-Perspektive heraus wenig Einfluss auf die Servicequalität, sobald die Daten das Netzwerk des Unternehmens verlassen.

Wenn die Zweigstelle jedoch über mehrere Internetverbindungen verfügt, können Sie einen intelligenten Lastausgleich für Internetverbindungen mit durchdachten Pfadanalysen einrichten. Dies bietet die Möglichkeit, alle Internetverbindungen in Echtzeit zu überwachen, indem Sonden an die Leitungen geschickt werden, die zu den Standorten der UC-Cloud-Ressourcen führen. Der Load Balancer sendet dann die UC-Daten über den Pfad, der zu diesem Zeitpunkt die niedrigste Netzwerklatenz und den geringsten Jitter aufweist.

Diese UC-Architektur aus der Public Cloud bietet zwar keine vollständige Kontrolle über die Qualität, aber sie ist sicherlich hilfreich und für viele Unternehmen ausreichend zuverlässig.

QoS der Hybrid Cloud lokal verwalten

Die zweite hybride Kommunikationsarchitektur erfordert von UC-Administratoren die Installation einer Hardware-Appliance in der Niederlassung, die in der Cloud verwaltet wird, aber die meisten UC-Services lokal ausführt. Dazu gehört die Verbindung über ein WAN mit der unternehmensinternen UC-Plattform für Echtzeitdatenströme wie zum Beispiel Sprache und Video, die empfindlich auf Latenz und Jitter reagieren.

In diesem Hybrid-Cloud-Szenario umfasst das Design für die Bewahrung der unternehmensinternen UC-Qualität herkömmliche QoS-Konfigurationen zur Identifizierung, Kennzeichnung und Priorisierung von Sprach-, Video- und anderen zeitkritischen Collaboration-Datenströmen über das WAN.

Darüber hinaus ist es möglich, mit SD-WAN-Architekturen (Software-defined WAN) den verteilten Datenströmen eine zusätzliche Intelligenz hinzufügen, ähnlich wie beim intelligenten Lastausgleich zwischen Verbindungen. In diesem SD-WAN-Szenario haben Unternehmen jedoch einen weitaus größeren Einfluss auf die QoS, da sie die volle Kontrolle über das Netzwerk besitzen. Der Haken: Hybridmodelle mit privaten WAN-Links und SD-WAN-Technologien sind komplexer zu verwalten und verursachen höhere Kosten.

Im Endeffekt hängt die Qualität für die Kommunikation in der Hybrid Cloud von den geschäftlichen Anforderungen ab. Wenn UC als geschäftskritisch angesehen wird, sollten Firmen die zusätzliche Stabilität und Kontrolle durch lokale Datenströme gewährleisten. Wenn UC jedoch nur eine Nice-to-Have-Technologie ist, werden die Einfachheit und die Kosteneinsparungen von hybriden Public-Cloud-Bereitstellungen attraktiver sein.

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