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So planen Sie eine Datenbankmigration in die Cloud

Viele Organisationen migrieren Datenbanken in die Cloud. Dafür müssen sie die Art der Apps, die Provider-Bindung und die Attraktivität der Cloud-spezifischen Funktionen betrachten.

Unternehmen verlagern Anwendungen und Workloads weiterhin in die Cloud, aber für viele ist eine Datenbankmigration in die Cloud nach wie vor eine große Hürde.

Gartner prognostiziert, dass bis 2023 75 Prozent der Datenbanken auf Cloud-Datenbankplattformen laufen werden. Der größte Teil dieses Wachstums bei der Datenbankmigration in die Cloud wird von Anwendungen kommen, die von kleinen und mittleren Unternehmen genutzt werden, die in der Regel flexibler sind als große Organisationen. Die Einführung in Unternehmen wird jedoch etwas langsamer vonstatten gehen, insbesondere bei Anwendungen für die Transaktionsverarbeitung mit zahlreichen Integrationen in andere Unternehmensanwendungen, so Gartner-Analyst Donald Feinberg.

„Die meisten größeren Organisationen haben riesige Anwendungen und eine riesige Datenmenge. Selbst wenn sie sich also zu 100 Prozent auf die Cloud festlegen, würde es fünf oder mehr Jahre dauern, bis sie vollständig migriert sind“, so Feinberg.

Organisationen müssen sich entscheiden, ob sie bestehende Arbeitslasten in die Cloud verlagern wollen, zum Beispiel einfach ihre Datenbank auf einer AWS EC2-Instanz hosten, oder ob sie einen Teil der Infrastrukturwartung auslagern wollen, indem sie sie in eine verwaltete Datenbank (Managed Database), wie beispielsweise Azure SQL Database, verlagern.

Eine Lift-and-Shift-Migration ist oft ein Sprungbrett; wenn die Daten erst einmal in der Cloud sind, ist es einfacher, die Anwendungen später neu zu strukturieren. Theoretisch geht es dabei nur darum, bestehende Datenbanken auf ähnliche Datenbanken zu kopieren, die auf IaaS-Angeboten laufen. Für kleinere Organisationen ist dieser Prozess unkompliziert.

Für ein großes Unternehmen ist die Umstellung von der bestehenden Praxis auf Cloud-Dienste jedoch komplizierter. „Wenn Sie in die Cloud gehen, ändern sich alle Ihre internen Abläufe, was eine neue Schulung erfordert“, so Feinberg.

Eine große Organisation, die bereit ist, mit einer Datenbankmigration in die Cloud fortzufahren, könnte auch Schwierigkeiten bei der Integration von Anwendungen haben, die während des Übergangs über eine hybride Infrastruktur laufen sollen.

Verteilte Anwendungen verringern die Angst vor Cloud-Lock-in

Unternehmen, die nicht in eine Cloud-Plattform eingebunden werden wollen, schrecken vielleicht vor einer Datenbankmigration zurück, aber neuere verteilte Architekturen helfen, diese Bedenken zu zerstreuen. Moderne verteilte Anwendungen, die auf einer Reihe von Microservices basieren, laufen oft auf einem Kubernetes-Cluster, das in einem Unternehmensrechenzentrum oder auf AWS, Google Cloud, Microsoft Azure oder einer anderen öffentlichen Cloud gehostet werden kann.

„Diese neue Art von Anwendungen beruht nicht mehr auf dauerhaft gemappten Block Storage und traditionellen SQL-Datenbanken, aber sie erfordert ein zentrales Backend für all diese lose gekoppelten und oft geografisch verteilten Microservices“, erklärt Torsten Volk, Managing Research Director bei Enterprise Management Associates.

Eine Cloud-Datenbank stellt dieses Backend zur Verfügung – aber es ist nicht erforderlich, dass ein Unternehmen seine aktuelle Datenbankinfrastruktur eliminiert und ersetzt. Anwendungen, die auf Microservices basieren, können ihren Status nachschlagen und speichern, Daten austauschen, Benutzer autorisieren, auf Protokolle zugreifen, Content Feeds abonnieren, Abhängigkeiten abbilden, Betriebsdaten nachschlagen oder bereitstellen oder einfach eine Reihe von Binärdateien gemeinsam nutzen.

Darüber hinaus können Cloud-basierte Datenbankangebote längere und schwer vorhersehbare Latenzzeiten von Anwendungsanfragen adressieren, die von verschiedenen geografischen Standorten stammen, und das Risiko einer verminderten Datenintegrität minimieren. „All dies geht weit über die Stellenbeschreibung eines durchschnittlichen [Datenbank-]Administrators hinaus“, meint Volk.

Cloud-Datenbanken bieten auch die neuesten Funktionen, die Anwendungsentwickler benötigen, wie zum Beispiel Publizieren/Abonnieren, asynchrones Messaging, Daten-Streaming, NoSQL, Key Value Stores und Graph-Datenbank-Funktionen.

Letztendlich gehen die Vorteile jeder verwalteten Cloud-Datenbank auf Kosten einer engeren Anbindung zwischen Anwendungen und Cloud-Anbieter. „Sie wollen sicherstellen, dass Sie zumindest den Grad des Lock-in verstehen, den Sie schaffen.“ betont Volk.

Vier essentielle Komponenten zur Planung einer Cloud-Datenbank-Migration

Jede Cloud-Migration erfordert viel Planung, aber bei einer Datenbankmigration in die Cloud sind noch mehr wichtige Entscheidungen zu treffen. Carl Olofson, ein Analyst bei IDC, fasst die vier Schlüsselentscheidungen wie folgt zusammen.

Wählen Sie Ihr DBMS. Zuallererst muss ein Unternehmen entscheiden, was es mit dem Datenbankmanagementsystem (DBMS) machen will. Sollten Sie auf die Cloud-Version desselben derzeit verwendeten DBMS umsteigen? Das würde es den Mitarbeitern ermöglichen, ihre vorhandenen Fähigkeiten weiterhin zu nutzen. Stattdessen kann es wirtschaftlicher sein, mit einem in der gewählten Cloud systemeigenen Datenbankservice zu arbeiten, wie beispielsweise Aurora auf AWS, Cloud Spanner auf GCP oder Azure SQL Database. Sie könnten sich auch nach einem Cloud-Datenbankangebot eines Drittanbieters umsehen.

Bestimmen Sie Ihre Support-Präferenz. Native Cloud-Datenbanken werden mit einer ganzen Reihe von Support-Tools und Dienstprogrammen geliefert. Sie vereinfachen die Fehlerbehebung, da es nur eine Supportorganisation gibt, die Sie anrufen können, unabhängig davon, ob ein Problem mit der Datenbank oder der Infrastruktur auftritt. Dies kann jedoch auch zu Problemen führen, wenn verschiedene Teile der Organisation unterschiedliche Cloud-Plattformen verwenden.

Überdenken Sie Anwendungen und Analysen. Ein Unternehmen, das bereit ist, auf die Cloud umzusteigen, sollte die Gelegenheit nutzen, um zu überdenken, wie seine Anwendungen funktionieren. Ziehen Sie zusätzliche Analysefunktionen in Betracht, zum Beispiel solche, die KI und maschinelles Lernen, Zeitreihen- und Diagrammanalyse (Graphen) unterstützen.

Seien Sie offen für Veränderungen. Diese Funktionen könnten Sie auch dazu veranlassen, Ihre Datenbankstruktur selbst zu überdenken. Anstatt mit der gleichen Art von Datenbanksystem fortzufahren, das derzeit verwendet wird, sollte man sich vielleicht einige ansehen, die einen besseren Nutzen für einige dieser fortgeschrittenen Funktionen bieten. Statt einer „Lift-and-Shift“-Datenbankmigration könnte eine Organisation einen Cloud-Datenbankdienst wie Amazon Aurora oder Azure Cosmos DB einführen – oder serverlosen Dienste der Anbieter nutzen.

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