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Fünf wirklich simple Tipps zur Lösung von WLAN- und Windows-Problemen

Diese Tipps erleichtern Windows-Administratoren das Leben. Ausfallende WLAN-Verbindungen und fehlende Administrator-Rechte gehören zum Tagesgeschäft.

Wenn Sie gerade erst als Administrator anfangen, dann werden Sie schnell merken, dass es immer Probleme mit WLAN-Verbindungen, Windows und anderen Bereichen gibt.

Anwender löschen Ihre Papierkörbe, Anwendungen frieren ein und manchmal müssen Sie ein Problem auch ohne die Anmeldeinformationen eines Anwenders beheben. Das sind Herausforderungen, die Frust auslösen können. Behalten Sie dennoch einen kühlen Kopf.

Nachfolgend finden Sie fünf grundsätzliche Probleme, auf die Sie früher oder später zukommen. Damit Sie in einem guten Licht dastehen, gibt es gleich mögliche Lösungen dazu. Die Lösungen mögen sehr simpel anmuten, gehören aber zu den ersten Maßnahmen, um die Probleme zu lösen oder wenigstens eingrenzen zu können. Erfahrene Administratoren werden dagegen möglicherweise wenig Neues erfahren.

Wir sprechen unter anderem darüber, wie Sie die Quelle von Wi-Fi-Verbindungsproblemen finden oder mit lokalen Administrator-Rechten umgehen.

WLAN-Verbindungsproblemen auf den Grund gehen

Wi-Fi oder WLAN ist so eine etablierte Technologie, die als Quelle größerer Probleme gerne ausgeblendet wird. Doch selbst ein Schluckauf beim Wi-Fi-Service kann größere Konsequenzen haben. Aus diesem Grund steht das schnelle und effiziente Finden und Beheben von WLAN-Problemen an oberster Stelle.

Tauchen Probleme mit Wi-Fi auf, dann sollten Sie sich zwei Fragen zuerst stellen:

  1. Wer hat eigentlich das Problem? Damit finden Sie heraus, ob nur ein Anwender oder ein kompletter Bereich betroffen ist. Haben mehrere Leute Schwierigkeiten, dann könnte es ein Problem mit der WLAN-Abdeckung sein. Möglicherweise gibt es auch ein Muster, warum sich mehrere Anwender nicht mehr mittels Wi-Fi verbinden können. Vielleicht ist ein Firmware-Update verfügbar, mit dem sich das Problem löst.
  2. Ist das Problem einmalig aufgetreten oder ist es eine dauerhafte Angelegenheit? Treten die Schwierigkeiten immer wieder auf, dann haben die Anwender möglicherweise ein Problem mit dem WLAN-Passwort. Sollte das Problem einmalig sein, ist der Access Point vielleicht überlastet.

Wenn Sie das Problem nicht genau bestimmen können, dann starten Sie die entsprechenden Diagnose-Tools, um der Sache auf die Schliche zu kommen.

Eingefrorene Anwendungen stören den Betrieb

Können Mitarbeiter nicht auf ihre Apps oder Anwendungen zugreifen, dann haben sie Probleme, ihre Arbeit zu erledigen. Wenn die Anwendungen eingefroren oder gesperrt sind, müssen Sie deswegen die Störung schnell lösen. Genau wie bei der Wi-Fi-Geschichte sollten Sie herausfinden, ob es sich um einen Einzelfall oder ein generelles Problem handelt. Haben mehrere Leute Schwierigkeiten, dann ist ein Bug in der entsprechenden App sehr wahrscheinlich.

Hat nur ein Anwender ein Problem damit, dann stimmt möglicherweise mit der Konfiguration des Geräts etwas nicht. Hardwareprobleme wie zum Beispiel defekter Arbeitsspeicher und Limits bei CPU oder Storage können zu Komplikationen führen. Eine so banale Sache wie ein kaputter Lüfter könnte den Rechner zum Überhitzen bringen, was sich wiederum negativ auf die Performance der jeweiligen App auswirkt.

Ist die Hardware nicht schuld, dann untersuchen Sie das Betriebssystem. Sind die Gerätetreiber nicht auf dem neuesten Stand oder ist die Auslagerungsdatei von Windows beschädigt, dann könnte eine Anwendung ebenfalls Schwierigkeiten machen. Lassen Sie außerdem Windows Update laufen, um sicherzustellen, dass sich das Gerät des Anwenders auf dem aktuellen Stand befindet.

Der Papierkorb ist verschwunden

Sie denken vielleicht, dass der Papierkorb von Windows keine Sache ist, mit der Sie sich näher beschäftigen müssen. Ab und zu verschwindet er aber einfach. Ein Programm Dritter oder eine Gruppenrichtlinie könnten das Papierkorb-Icon verstecken. Vielleicht werden auch die entsprechenden Informationen aus der Registry entfernt oder ein Anwender blendet die Komponente aus Versehen aus.

Zum Glück ist es seit Windows 8 etwas schwerer, den Papierkorb zu löschen. Microsoft hat diese Option entfernt, wenn der Anwender einen Rechtsklick auf den Papierkorb tätigt. Allerdings ist es immer noch möglich, den Papierkorb unter Windows 8 an eine nicht mehr zugängliche Stelle zu platzieren. Arbeiten Anwender mit Windows Vista oder XP, dann gibt es die Sicherheitsmaßnahmen von Windows 8 nicht.

Sollte ein Anwender seinen Papierkorb entfernt haben oder dieser aus irgendwelchen anderen Gründen verschwinden, dann gibt es eine einfache und eine riskante Möglichkeit, die Komponente wiederherzustellen. Die einfache Option ist in der Systemsteuerung unter Anpassung auf Desktopsymbole ändern zu klicken (Windows 10: Personalisierung/ Designs/ Desktopsymboleinstellungen). Machen Sie den Haken beim Papierkorb und schon sollte der digitale Abfall wieder zu sehen sein. Der riskante Weg ist das Modifizieren der Registry für Windows XP bis Windows Server 2008 R2. Das ist deswegen gefährlich, weil bei einer falschen Änderung unter Umständen das komplette Betriebssystem nicht mehr funktioniert. Sollten Sie sich für diese Option entscheiden, ist ein vorheriges Backup dringend angeraten.

Ein Problem ohne das Passwort des Anwenders untersuchen

Nehmen wir an, dass Sie bei dem Rechner eines Mitarbeiters ein Problem suchen müssen, haben aber das Passwort nicht. Das klingt zunächst nach einer unmöglichen Aufgabe, ist aber halb so wild. Ist das Gerät an einer Domäne angemeldet, dann können Sie sich einfach am Rechner mit einem autorisierten Domänenkonto anmelden. Verwenden Sie zum Anmelden allerdings kein Konto mit Administrator-Rechten. Sollte Malware Auslöser des Problems sein, dann verteilen Sie den Schadcode im gesamten Netzwerk.

Ist das Gerät nicht Teil einer Domäne, ist die Sache etwas schwieriger, aber immer noch machbar. Hier hilft der Einsatz des Tools chntpw. Damit können Sie das Anwenderpasswort zurücksetzen. Ein bootbares CD-Image und eine entsprechende Version für USB-Sticks finden Sie hier, ebenso wie eine Anleitung.

Bei Problemen mit der Festplatte entfernen Sie diese, verbinden den Datenträger mit einem anderen Windows PC und rufen dort CHKDSK auf. Auf diese Weise können Sie auch Probleme mit dem Boot-Sektor lösen, ohne die Anmeldeinformationen kennen zu müssen.

Wie Sie Administrator-Rechte behandeln sollten

Lokale Administrator-Rechte sind ein heikles Thema und können ein echter Nährboden für Probleme unter Windows sein. Das gilt vor allen Dingen, wenn Sie es mit der Geschäftsleitung oder anderen höher gestellten Personen in der Firma zu tun haben. Diese Mitarbeiter wollen sich nicht einschränken lassen und mit ihren Geräten tun und lassen, was sie für richtig halten. Ob sie nun Administrator-Rechte haben oder nicht, sollte allerdings nicht deren Entscheidung sein.

Natürlich können Anwender kleine Probleme selbständig lösen, wenn sie Administrator-Rechte haben und es gibt ihnen ein Gefühl von Kontrolle. Haben Anwender allerdings lokale Administrator-Rechte, ist das ein großes Sicherheitsrisiko. Das ist ein Freibrief für den jeweiligen Nutzer. Er kann mit dem Gerät fast alles machen. Er hat die Möglichkeit, jegliche App zu installieren, jedes Programm zu benutzen und kann darüber hinaus die Entscheidungen der IT-Abteilung ignorieren. Dieses Sicherheitsproblem lässt sich sehr einfach vermeiden.

Sie können sich um das Einschränken der Administrator-Rechte etwas drücken, wenn Sie die Optionen pro Anwender freigeben oder die Einschränkungen schrittweise einführen. Anstelle gleich mit der Tür ins Haus zu fallen und den Anwender vollständig einzuschränken, könnten Sie festlegen, dass sich Nutzer nicht mehr über die IT-Abteilung hinwegsetzen können. Im Anschluss limitieren Sie die Anwendungen, die sie herunterladen dürfen und so weiter. Für die Mitarbeiter mag das am Anfang nicht ganz leicht sein, aber sie werden sich daran gewöhnen und Sie haben definitiv weniger Kopfschmerzen.

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